Ein Fußballfest trotz sportlicher Unterlegenheit
Im Rahmen der Feierlichkeiten zum 125-jährigen Bestehen der Offenbacher Kickers kam es am Bieberer Berg zu einem sportlichen Kräftemessen der besonderen Art. Der Regionalligist empfing den Champions-League-Teilnehmer VfB Stuttgart zu einem Testspiel, das eine historische Note trug: Die Begegnung fungierte als Neuauflage des Finalspiels um die Deutsche Meisterschaft aus dem Jahr 1950. Trotz einer deutlichen 1:8-Niederlage verwandelten die 8.274 anwesenden Zuschauer den Abend in ein stimmungsvolles Fußballfest.
Frühe Dominanz des Bundesligisten
Der Klassenunterschied zwischen dem Regionalligisten und dem Bundesligisten wurde bereits in der Anfangsphase der Partie deutlich. Die Stuttgarter agierten druckvoll und ließen den Gastgebern kaum Raum zur Entfaltung. Bereits nach sechs Minuten geriet der OFC durch ein abgefälschtes Tor von Christopher Olivier in Rückstand. Nur vier Minuten später erhöhte Chris Führich auf 2:0, ehe Tiago Tomas in der 18. Minute das dritte Tor für die Gäste erzielte. Die Offenbacher Defensive sah sich in dieser Phase mit einer hohen individuellen Qualität und einem schnellen Umschaltspiel konfrontiert, dem sie nur wenig entgegenzusetzen hatte.
Lichtblick für die Kickers vor der Pause
Nachdem die Anfangsoffensive der Stuttgarter etwas an Intensität verloren hatte, gelang es den Gastgebern, eigene Akzente zu setzen. Kurz vor dem Pausenpfiff, in der 41. Minute, belohnte sich der OFC für seine Bemühungen: Nach einer Vorlage von Alessandro Pistritto verkürzte Benedikt von Hagen auf 1:3. Die Hoffnung auf eine Ergebniskorrektur währte jedoch nur kurz, da Laurin Ulrich in der Nachspielzeit der ersten Hälfte mit einem präzisen Lupfer den alten Abstand zum 1:4-Halbzeitstand wiederherstellte.
Zweite Halbzeit: VfB baut Führung aus
Auch nach dem Seitenwechsel, bei dem der VfB Stuttgart sein Personal auf dem Platz rotierte, blieb die spielten die Gäste weiterhin dominant auf. Lazar Jovanovic avancierte zum entscheidenden Akteur der zweiten Hälfte. Mit seinem Treffer in der 52. Minute zum 5:1 leitete er eine Phase ein, in der die Offenbacher Abwehr zunehmend unter Druck geriet. Yanik Spalt (62.) und erneut Jovanovic (75.) schraubten das Ergebnis in die Höhe. Den Schlusspunkt unter die einseitige Begegnung setzte Jovan Milosevic in der 89. Minute mit einem Kopfballtreffer zum 8:1-Endstand.
Einordnung und Ausblick
Für die Kickers Offenbach war das Duell gegen den VfB Stuttgart bereits das zweite hochkarätige Testspiel innerhalb weniger Tage, nachdem zuvor bereits Bayer Leverkusen am Bieberer Berg gastiert hatte. Solche Vergleiche mit Top-Teams aus der Bundesliga dienen in der Vorbereitungsphase dazu, die eigene Leistungsfähigkeit unter erschwerten Bedingungen zu testen.
Der Fokus der Offenbacher richtet sich nun auf den Saisonstart in der Regionalliga, der am 8. August mit einem Heimspiel gegen Walldorf bevorsteht. Der VfB Stuttgart hingegen nutzt die verbleibende Zeit bis zum 21. August, um sich auf das erste Pflichtspiel der neuen Saison vorzubereiten, das im DFB-Pokal gegen Hansa Rostock ausgetragen wird.