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Nintendo: Unbekannte NES-Module von Super Mario aufgetaucht - und womöglich Millionen wert
Technik · 14.08.2026 12:00

Nintendo: Unbekannte NES-Module von Super Mario aufgetaucht - und womöglich Millionen wert

Kurz: In Wisconsin wurden 97 seltene NES-Module von Super Mario Bros./Duck Hunt entdeckt. Experten vermuten einen Millionenwert hinter dem kuriosen Fund.

Ein unerwarteter Fund mit Seltenheitswert

In einem Retro-Laden im US-Bundesstaat Wisconsin ist ein bemerkenswerter Fund gelungen, der die Sammlerszene weltweit aufhorchen lässt. Der Ladenbesitzer Kevin Braun entdeckte in seinem Lagerraum eine Kiste, die dort bereits seit vielen Jahren unbeachtet stand. Beim Öffnen des Kartons stieß er auf insgesamt 97 Spielemodule für das Nintendo Entertainment System, kurz NES, das in den 1980er-Jahren die Videospielwelt revolutionierte. Zunächst ging Braun davon aus, es handele sich um gewöhnliche Exemplare, die er für einen geringen Betrag von 10 bis 15 Dollar pro Stück veräußern wollte. Doch eine genauere Untersuchung durch den Experten und Sammler Jason Ganos, der zudem als Chefredakteur für das Portal „Nintendo Wire“ tätig ist, offenbarte, dass es sich um eine bislang völlig unbekannte Variante des Klassikers „Super Mario Bros./Duck Hunt“ handelt. Dieser Fund stellt eine Sensation dar, da die Module eine Geschichte erzählen, die bisher in keinem Archiv verzeichnet war. Was als banaler Lagerbestand begann, entwickelte sich innerhalb kürzester Zeit zu einem potenziellen Millionen-Projekt, das nun die Aufmerksamkeit von Auktionshäusern und Sammlern auf sich zieht.

Die technischen Details und die Analyse des Fundes

Die Untersuchung der 97 Module förderte zahlreiche Besonderheiten zutage, die den Experten Ganos sofort stutzig machten. Anhand der auf den Modulen angebrachten Produktionscodes konnte zweifelsfrei festgestellt werden, dass die Exemplare erst Ende 1993 hergestellt wurden. Dies ist ein entscheidendes Detail, da Nintendo zu diesem Zeitpunkt das betreffende Konsolenpaket bereits seit längerer Zeit nicht mehr offiziell vertrieb. Auch optisch weichen die Module von den Standardversionen ab. Während reguläre Exemplare jener Ära meist nur englischsprachige Beschriftungen aufwiesen, finden sich auf der Rückseite dieser speziellen Module Hinweise in mehreren Sprachen. Zudem gibt es eine subtile, aber signifikante Abweichung im beiliegenden Handbuch: Statt der üblichen Formulierung „maintenance or repairs“ ist dort von „maintenance or service“ die Rede. Um die Echtheit der Stücke angesichts der anfänglichen Skepsis in Sammlerkreisen zu belegen, wurden die Module nicht nur von außen begutachtet, sondern auch geöffnet. Ein auf Sammlerstücke spezialisiertes Prüfunternehmen untersuchte die Platinen im Inneren und bestätigte offiziell, dass es sich um authentische Produkte handelt, was den Wert der Fundstücke massiv in die Höhe trieb.

Die mysteriöse Vorgeschichte der Module

Wie genau diese 97 Module in den Lagerraum des Retro-Ladens in Wisconsin gelangen konnten, bleibt eine der spannendsten Fragen dieses Falls. Nach den bisherigen Erkenntnissen war das Schicksal dieser Spiele eigentlich bereits besiegelt: Sie sollten vernichtet werden. Der Plan sah vor, das in den Kontakten der Platinen enthaltene Gold einzuschmelzen und die restlichen Komponenten der Spiele zu verschrotten. Dass sie diesem Schicksal entgingen und in einer Kiste überdauerten, grenzt an ein kleines Wunder. Sammler Jason Ganos hat zwei Arbeitshypothesen aufgestellt, warum diese Module überhaupt produziert wurden, obwohl das Spielpaket nicht mehr im Handel war. Eine Möglichkeit besteht darin, dass es sich um Ersatzware handelte, die für potenzielle Garantiefälle zurückgehalten wurde. Eine andere Theorie besagt, dass die Module Teil eines geplanten, aber letztlich nie veröffentlichten Pakets waren. Warum genau diese Produktion so spät im Jahr 1993 stattfand und warum sie den Weg in den Handel oder die Vernichtung nicht wie geplant nahm, bleibt ein Rätsel, das die Faszination für diesen Fund weiter befeuert.

Die Akteure hinter der Entdeckung

An diesem Fund sind vor allem zwei Personen maßgeblich beteiligt: Kevin Braun, der Eigentümer des Retro-Ladens, und Jason Ganos, der als Experte und Chefredakteur von „Nintendo Wire“ fungiert. Braun ist derjenige, der den Fund durch Zufall bei der Inventur seines Lagers machte. Er ist es auch, der die Entscheidungsgewalt über den Verbleib der Module hat, wobei er eng mit Ganos zusammenarbeitet. Ganos wiederum fungiert als fachliche Instanz. Er war es, der die Besonderheiten der Module erkannte, die Echtheitsprüfung durch ein spezialisiertes Unternehmen in die Wege leitete und die Kommunikation mit der Öffentlichkeit, unter anderem über eine Facebook-Sammlergruppe, übernahm. Auch die Community spielt eine Rolle: Während Nutzer auf Plattformen wie X (ehemals Twitter) den Fund feierten und die Bedeutung des Bewahrens von Videospielgeschichte betonten, gab es in der Sammlergruppe zunächst kritische Stimmen, die die Echtheit anzweifelten. Diese Skepsis war der Auslöser für die detaillierte technische Analyse der Platinen, die schließlich zur Bestätigung der Echtheit führte.

Einordnung der Bedeutung des Fundes

Einzuordnen ist dieser Fund als eine der seltensten Entdeckungen in der Geschichte des Videospielsammelns. Dass eine bislang unbekannte Variante eines so bekannten Titels wie „Super Mario Bros./Duck Hunt“ in einer solchen Stückzahl auftaucht, ist äußerst ungewöhnlich. Den Berichten zufolge unterstreicht der Fall, wie viel Geschichte in alten Lagerbeständen schlummern kann. Die Tatsache, dass die Module für die Verschrottung vorgesehen waren, verleiht ihnen einen fast schon mythologischen Status. Die Skepsis der Community, die Ganos zunächst entgegenschlug, ist typisch für den Markt mit seltenen Sammlerstücken, auf dem Fälschungen ein ständiges Problem darstellen. Die offizielle Bestätigung durch ein Prüfunternehmen wertet den Fund jedoch massiv auf. Es ist ein Beispiel dafür, dass die Realität in der Welt der Retro-Gaming-Sammler oft die Erwartungen übertrifft. Die Kombination aus der späten Produktionszeit, den sprachlichen Abweichungen und der geplanten Vernichtung macht diese Module zu einem hochinteressanten Studienobjekt für Historiker der Videospielindustrie.

Offene Fragen und Lücken im Wissensstand

Obwohl die Echtheit der Module durch das Prüfunternehmen bestätigt wurde, bleiben entscheidende Fragen unbeantwortet. Der Quelltext lässt offen, wer genau den Auftrag zur Produktion der Module im Jahr 1993 gab und warum dies zu einem Zeitpunkt geschah, als das Spiel offiziell nicht mehr vertrieben wurde. Ebenso ungeklärt ist der genaue Weg, den die Kiste von der Produktionsstätte bis in den Lagerraum des Retro-Ladens in Wisconsin zurückgelegt hat. Es gibt keine Informationen darüber, ob weitere Exemplare dieser Serie existieren oder ob es sich bei den 97 gefundenen Modulen um den gesamten Restbestand handelt. Auch die genaue Motivation hinter der geplanten Verschrottung – etwa ob es sich um eine interne Entscheidung von Nintendo oder eines Drittanbieters handelte – wird im Quelltext nicht explizit benannt. Die Lücke zwischen der Produktion 1993 und dem heutigen Tag bleibt somit eine Blackbox, die Raum für weitere Spekulationen lässt, da keine Dokumente oder Zeugenaussagen zur Herkunft der Kiste vorliegen.

Ausblick auf die weitere Verwertung

Wie es mit den 97 Modulen weitergeht, ist bereits in groben Zügen geplant. Kevin Braun und Jason Ganos haben entschieden, einen Teil der Sammlung für sich zu behalten, um das historische Erbe zu bewahren. Für die restlichen Stücke ist ein klarer Zeitplan vorgesehen: Drei der seltenen Module werden bis zum 9. September über ein Auktionshaus versteigert. US-Medien spekulieren angesichts der Seltenheit und der Geschichte hinter dem Fund, dass diese Versteigerung Erlöse in Millionenhöhe erzielen könnte. Über den Verbleib der weiteren Module gibt es ebenfalls bereits Pläne: Diese sollen zu einem späteren Zeitpunkt versteigert werden, wobei der Erlös einem guten Zweck zugutekommen soll. Damit ist der Weg der Module von einem fast vernichteten Abfallprodukt hin zu einem hochpreisigen Auktionsgut vorgezeichnet. Die kommenden Wochen werden zeigen, wie der Markt auf diese außergewöhnlichen Stücke reagiert und ob die hohen Erwartungen an den finanziellen Ertrag tatsächlich erfüllt werden können.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/schwarzer-nintendo-game-boy-auf-schwarzem-textil-3702458/ · Foto: Mike Esparza
Quelle: https://t3n.de/news/unbekannte-super-mario-nes-module-gefunden-1758123/?utm_source=rss&utm_medium=newsFeed&utm_campaign=newsFeed