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Niedrigwasser im Rhein: Pegel teils weiter auf Tiefststand
Schlagzeilen · 04.08.2026 12:59

Niedrigwasser im Rhein: Pegel teils weiter auf Tiefststand

Kurz: Der Rhein erreicht historische Tiefststände. Die anhaltende Trockenheit gefährdet Lieferketten, treibt Transportkosten und belastet das Wirtschaftswachstum.

Historische Tiefstände an deutschen Flüssen

Die Pegelstände des Rheins haben in vielen Abschnitten kritische Marken erreicht. An der Messstelle Kaub wurde Anfang August ein Wasserstand von lediglich 24 Zentimetern dokumentiert, womit der bisherige Negativrekord aus dem Jahr 2018 unterboten wurde. Auch in Städten wie Köln und Duisburg-Ruhrort liegen die aktuellen Werte unter den bisherigen Tiefstmarken, während in Düsseldorf das Niveau von 2018 erreicht wurde. Die Prognosen für die kommenden Tage lassen aufgrund ausbleibender Niederschläge kaum Entspannung erwarten. Neben dem Rhein sind auch andere Flüsse, darunter die Donau, von der anhaltenden Trockenheit betroffen.

Ursachen und klimatische Einordnung

Die Ursache für die sinkenden Pegel ist eine lang anhaltende Trockenperiode in weiten Teilen Deutschlands. Lokale Gewitter oder Unwetter reichen nicht aus, um die hydrologische Gesamtlage maßgeblich zu verbessern. Wissenschaftliche Erkenntnisse deuten darauf hin, dass der fortschreitende Klimawandel die Wahrscheinlichkeit für derartige Extremwetterereignisse erhöht. Die Bundesanstalt für Gewässerkunde weist zudem darauf hin, dass die aktuellen Niedrigwassermarken in diesem Jahr ungewöhnlich früh unterschritten wurden.

Missverständnisse bei der Pegelmessung

Experten betonen, dass die Pegelstände nicht direkt mit der tatsächlichen Tiefe der Fahrrinne gleichzusetzen sind. Ein Sprecher der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes erläuterte, dass der Nullpunkt der historischen Pegelskalen nicht dem tiefsten Punkt des Flussbettes entspricht. Die Fahrrinne ist in der Regel tiefer als der angezeigte Pegelwert. So lag die Fahrrinnentiefe bei Köln trotz der niedrigen Pegelstände am Dienstag noch bei 180 Zentimetern.

Auswirkungen auf die Wirtschaft

Die wirtschaftlichen Folgen des Niedrigwassers sind gravierend. Da Binnenschiffe aufgrund des geringen Tiefgangs ihre Ladung reduzieren müssen oder den Betrieb zeitweise einstellen, steigen die Transportkosten erheblich. Dies trifft insbesondere Industriebranchen, die auf den Transport von Massengütern angewiesen sind.

* **Gefährdung des Wachstums:** Ökonomen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) warnen, dass ein längerer Ausfall der Schifffahrt das Wirtschaftswachstum gefährden könnte. Eine Prognose deutet darauf hin, dass das Bruttoinlandsprodukt um bis zu 0,4 Prozentpunkte niedriger ausfallen könnte als ursprünglich erwartet.

* **Regionale Spritpreisunterschiede:** Das Bundeskartellamt beobachtet deutliche Preisunterschiede bei Kraftstoffen. Im Juli betrug das Gefälle zwischen verschiedenen Regionen bei E5 bis zu elf Cent und bei Diesel bis zu zehn Cent pro Liter. Diese Diskrepanz wird auf die unterschiedlichen Beschaffungskosten zurückgeführt, die durch die logistischen Einschränkungen auf dem Wasser entstehen.

Einschränkungen im Tourismus und Fährbetrieb

Neben der Industrie ist auch die Personenschifffahrt betroffen. Die Köln-Düsseldorfer Deutsche Rheinschifffahrt GmbH musste bereits zahlreiche Fahrten absagen, da bestimmte Landungsbrücken aufgrund des Wasserstandes nicht mehr sicher angesteuert werden können. Auch der Fährverkehr leidet unter der Situation: Die wichtige Verbindung zwischen Bonn-Bad Godesberg und Niederdollendorf-Königswinter, die normalerweise täglich von rund 3.000 Fahrzeugen genutzt wird, musste den Betrieb einstellen.

Politische Reaktion

Angesichts der zunehmenden wirtschaftlichen Belastungen hat Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) für den kommenden Donnerstag eine Fachkonferenz in Bonn einberufen. Ziel des Treffens ist es, die aktuelle Lage zu bewerten und mögliche Maßnahmen zur Bewältigung der logistischen Herausforderungen zu erörtern.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/strasse-natur-hugel-deutschland-9713350/ · Foto: Holger Schué
Quelle: https://www.zdfheute.de/panorama/niedrigwasser-rhein-pegel-stand-sprit-wirtschaft-100.html