Elektrische Zukunft für das Segment der offenen Fahrzeuge
Der Markt für vollelektrische Cabriolets ist aktuell noch ein Nischensegment. Während Hersteller wie MG mit dem Cyberster oder Maserati mit dem Gran Cabrio Folgore bereits Optionen anbieten, bleibt die Auswahl für Kunden begrenzt. BMW plant nun offenbar, diese Lücke mit einem eigenen Modell zu schließen. Wie der BMW Blog unter Berufung auf unternehmensnahe Quellen berichtet, arbeitet der bayerische Automobilhersteller an einem elektrischen Cabriolet, das für das Jahr 2028 vorgesehen ist.
Technische Basis: Die Neue Klasse
Das geplante Fahrzeug, das intern unter dem Codenamen NA3 geführt wird, soll auf der „Neuen Klasse“-Plattform basieren. Diese Architektur bildet ebenfalls das Fundament für die i3-Serie und ist speziell für den Elektroantrieb konzipiert. Da das Fahrzeug von Beginn an als reines Elektroauto entwickelt wird, ergeben sich konstruktive Vorteile: Ein längerer Radstand könnte im Vergleich zu Verbrenner-Plattformen für ein verbessertes Platzangebot im Innenraum sorgen.
Design und Ausstattung
Den vorliegenden Informationen zufolge plant BMW das Modell als klassischen Dreitürer mit vier Sitzplätzen. Damit würde das Fahrzeug das Konzept der aktuellen 4er-Reihe fortführen. Hinsichtlich des Verdecks zeichnet sich eine klare Tendenz ab: Experten gehen davon aus, dass BMW auf ein Stoffverdeck setzen wird. Diese Lösung bietet im Vergleich zu einem Hardtop zwei wesentliche Vorteile: Sie ist gewichtsoptimiert und lässt sich im geöffneten Zustand platzsparender verstauen, was dem Kofferraumvolumen zugutekommen dürfte.
Strategische Neuausrichtung der Modellpalette
Die Einführung des i4-Cabrios könnte eng mit einer Umstrukturierung der bestehenden 4er-Reihe verknüpft sein. Es wird spekuliert, dass BMW parallel zum Cabriolet auch ein elektrisches Coupé als Dreitürer plant. Eine solche Strategie würde es ermöglichen, die Produktionskosten effizienter über zwei Karosserievarianten zu verteilen.
Der Hintergrund für diese Überlegungen ist der Wandel im BMW-Portfolio: Berichten zufolge soll die Produktion des aktuellen i4 Grand Coupé bereits im kommenden Jahr auslaufen. Ein neues, vollelektrisches Coupé könnte somit als direkter Nachfolger fungieren. Während das neue Projekt Gestalt annimmt, bleibt die Produktion des konventionellen 4er-Cabriolets in Dingolfing nach aktuellem Stand noch bis Mitte 2029 bestehen.
Einordnung in den aktuellen Markt
Der Wettbewerb bei den Elektro-Cabrios ist derzeit stark fragmentiert. Das Spektrum reicht vom Fiat 500 als preisgünstigem Einstiegsmodell bis hin zum hochpreisigen Maserati Gran Cabrio Folgore. Auch der von Tesla bereits vor Jahren angekündigte Roadster lässt weiterhin auf sich warten. Mit dem Einstieg in dieses Segment positioniert sich BMW in einem Bereich, der zwar überschaubar ist, aber durch die Elektrifizierung der Neuen Klasse eine neue technologische Basis erhält. Ob das Modell auch in einer leistungsstarken M-Variante erscheinen wird, bleibt zum jetzigen Zeitpunkt offen und ist Gegenstand künftiger Entwicklungen.