News aus aller Welt
Start
Nationaltrainer Mancini entschuldigt sich bei Amtsantritt in Italien
Technik · 29.07.2026 21:00

Nationaltrainer Mancini entschuldigt sich bei Amtsantritt in Italien

Kurz: Roberto Mancini kehrt als Nationaltrainer nach Italien zurück. Bei seiner Vorstellung entschuldigte er sich für seinen früheren Abgang nach Saudi-Arabien.

Ein Neuanfang unter schwierigen Vorzeichen

Roberto Mancini ist zurück in einer vertrauten, aber herausfordernden Rolle. Der 61-Jährige hat am Dienstag offiziell seinen Vertrag als italienischer Nationaltrainer unterzeichnet. Damit kehrt ein Mann an die Seitenlinie zurück, der den italienischen Fußball bereits in der Vergangenheit geprägt hat: 2021 führte er die „Squadra Azzurra“ zum Titel des Europameisters.

Dennoch ist die Stimmung bei seiner Rückkehr zwiegespalten. Mancinis Ruf in Italien hatte durch seinen abrupten Wechsel nach Saudi-Arabien im Jahr 2023 gelitten, obwohl sein Vertrag beim Verband damals noch Gültigkeit besaß. Auch ein darauffolgendes Engagement in Katar trug nicht zur Verbesserung seines Ansehens bei den italienischen Fans bei.

Öffentliche Reue und der Blick nach vorn

Bei seiner offiziellen Vorstellung in Rom am Mittwoch schlug Mancini versöhnliche Töne an. Er entschuldigte sich öffentlich für sein Verhalten in der Vergangenheit. Er verglich das Trikot der Nationalmannschaft mit einer lebenslangen Bindung und räumte ein, dass er durch seinen damaligen Abschied einen Fehler begangen habe. Als Ursache für die damaligen Unstimmigkeiten nannte er eine mangelnde Kommunikation mit dem damaligen Verbandspräsidenten Gabriele Gravina.

Sein Ziel für die kommende Amtszeit ist klar definiert: Er möchte die italienische Nationalmannschaft durch sportliche Erfolge wieder mit den Fans versöhnen. Mancini tritt ein Erbe an, das von einer tiefen sportlichen Krise geprägt ist.

Die sportliche Krise des italienischen Fußballs

Italien, viermaliger Weltmeister, befindet sich in einer schwierigen Phase. Die Mannschaft hat zum dritten Mal in Folge die Qualifikation für eine Weltmeisterschaft verpasst. Besonders schmerzhaft war das Ausscheiden im Frühjahr gegen Bosnien-Herzegowina, das nach einem Elfmeterschießen das Aus für Italien bedeutete. Diese sportliche Misere führte bereits zur Entlassung seines Vorgängers Gennaro Gattuso, der nach dem Scheitern seinen Rücktritt erklärte.

Turbulenzen bei der Trainersuche

Die Ernennung von Mancini war das Ende eines wochenlangen, chaotischen Auswahlprozesses. Der italienische Fußballverband hatte zuvor mehrere Rückschläge hinnehmen müssen. Der Wunschkandidat Pep Guardiola erteilte dem Verband eine Absage. Auch die angedachte Lösung mit Andrea Pirlo scheiterte: Aufgrund seiner engen Kontakte nach Russland wurde Pirlo als Kandidat untragbar. Diese Entwicklung führte laut Medienberichten zu weiteren internen Erschütterungen, darunter der Rücktritt des erst kurz zuvor verpflichteten Technischen Direktors Paolo Maldini und seines Beraters Leonardo.

Die nächsten Schritte für die Squadra Azzurra

Unterstützung erhält Mancini durch den ehemaligen Trainer des AS Rom, Claudio Ranieri, der als neuer Technischer Direktor fungieren soll. Die Aufgabe für das neue Duo ist ambitioniert: Der Verbandspräsident Giovanni Malagò hat die klare Marschroute ausgegeben, die Mannschaft wieder in Form zu bringen und an alte Erfolge anzuknüpfen. Ob Mancini das Vertrauen der Fans zurückgewinnen kann, wird maßgeblich von den Leistungen auf dem Platz in den kommenden Monaten abhängen.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/teenager-studenten-posieren-in-schuluniformen-32165215/ · Foto: Green odette
Quelle: https://www.sportschau.de/fussball/mancini-entschuldigt-sich-bei-amtsantritt-in-italien,mancini-110.html