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Nasa-Weltraumteleskop „Roman“ gestartet: Trump lobt die „fantastische Arbeit“
Technik · 31.08.2026 09:52

Nasa-Weltraumteleskop „Roman“ gestartet: Trump lobt die „fantastische Arbeit“

Kurz: Das Nancy Grace Roman Space Telescope ist erfolgreich gestartet. US-Präsident Trump lobt die Mission, obwohl seine Regierung sie einst stoppen wollte.

Ein erfolgreicher Start ins All

Die US-Weltraumbehörde NASA hat einen bedeutenden Meilenstein in der modernen Astronomie erreicht: Das Nancy Grace Roman Space Telescope wurde erfolgreich in den Weltraum befördert. Der Start fand am vergangenen Sonntag statt, als eine Rakete des Typs Falcon Heavy, bereitgestellt durch das private Raumfahrtunternehmen SpaceX, vom Kennedy Space Center in Florida abhob. Die Bedingungen vor Ort waren ideal, was die NASA als Bilderbuchwetter bezeichnete. Der gesamte Vorgang wurde live im Internet übertragen und verlief nach offiziellen Angaben der Weltraumagentur vollkommen reibungslos. Etwa 70 Minuten nach dem Abheben konnte das Teleskop über das Deep Space Network erstmals Kontakt mit der Bodenstation aufnehmen. Dieser erste Funkkontakt markierte den Beginn einer komplexen Reise zum Zielort. Etwa eine Stunde und 23 Minuten nach dem Start entfaltete das Teleskop seine Solarpaneele, um die notwendige Energie für den weiteren Betrieb zu sichern. Das Gerät befindet sich nun auf dem Weg zum Lagrange-Punkt L2, einem stabilen Gravitationspunkt im All, von dem aus es seine wissenschaftliche Arbeit aufnehmen wird.

Technische Details und wissenschaftliche Mission

Das Nancy Grace Roman Space Telescope, kurz NGRST, ist ein hochmodernes Infrarotteleskop. Seine ursprüngliche Bezeichnung lautete Wide Field Infrared Survey Telescope, kurz WFIRST. Im Jahr 2020 erfolgte die Umbenennung zu Ehren von Nancy Grace Roman, einer bedeutenden US-Astronomin, die als erste Frau leitende Funktionen für Astronomie bei der NASA innehatte. Aufgrund ihrer maßgeblichen Verdienste um das berühmte Hubble-Weltraumteleskop wird sie in Fachkreisen als „Mutter von Hubble“ gewürdigt. Das Teleskop ist darauf ausgelegt, die Daten des James-Webb-Weltraumteleskops sowie des europäischen Euclid-Teleskops sinnvoll zu ergänzen. Während Euclid einen größeren Himmelsbereich mit geringerer Detailtiefe abdeckt, soll das Roman-Teleskop tiefergehende Einblicke ermöglichen. Beide Projekte fokussieren sich auf die Erforschung der Dunklen Materie und der Dunklen Energie. Für die Steuerung und Kommunikation während der Reise zum Zielpunkt nutzt das Teleskop ein Netzwerk aus Antennen in Canberra, Madrid und am Goldstone-Komplex in Kalifornien, um trotz der Erddrehung eine konstante Verbindung zu halten.

Der politische Hintergrund der Mission

Die Geschichte des Projekts ist von erheblichen politischen Spannungen geprägt. US-Präsident Donald Trump nutzte den erfolgreichen Start, um sich während einer Pressekonferenz per Telefonanruf bei NASA-Chef Jared Isaacman zu Wort zu melden und die Arbeit der Behörde als „fantastisch“ zu loben. Dabei betonte er, er stelle der NASA „all das Geld“ zur Verfügung. Diese Äußerungen stehen jedoch in einem bemerkenswerten Kontrast zu den Bestrebungen seiner Regierung vor etwa 16 Monaten. Mitte April 2025 hatte das Weiße Haus dem US-Kongress den Vorschlag unterbreitet, die Forschungsgelder der NASA drastisch zu kürzen, konkret um die Hälfte. Wäre dieser Plan umgesetzt worden, hätte das Roman-Teleskop nicht fertiggestellt werden können. Nur der Widerstand des Parlaments verhinderte das Aus für das ambitionierte Vorhaben. Auch das Verhältnis zu NASA-Chef Isaacman war anfänglich belastet, da Trump dessen Nominierung für den Chefposten zunächst zurückzog, bevor er ihn im Herbst erneut vorschlug.

Die Akteure und Entscheidungsträger

Im Zentrum der aktuellen Ereignisse stehen neben der NASA als Institution vor allem zwei Schlüsselpersonen: US-Präsident Donald Trump und der NASA-Administrator Jared Isaacman. Trump, der den Start als Erfolg für seine Amtszeit darstellt, hat in der Vergangenheit eine ambivalente Haltung zur Finanzierung der Weltraumforschung gezeigt. Isaacman, ein Geschäftsmann, dessen Nominierung durch das Weiße Haus im vergangenen Jahr für politische Turbulenzen sorgte, leitet nun die Behörde, die für den Betrieb des Teleskops verantwortlich ist. Die NASA selbst fungiert als Betreiberin und hat die technische Umsetzung in Zusammenarbeit mit SpaceX realisiert. Das Parlament der Vereinigten Staaten spielt ebenfalls eine zentrale Rolle, da es durch die Ablehnung der vorgeschlagenen Budgetkürzungen im Jahr 2025 die Fortführung der Mission überhaupt erst ermöglichte. Die internationale Zusammenarbeit wird zudem durch die Einbindung von Netzwerken wie dem Deep Space Network unterstrichen, das Standorte in Australien, Spanien und den USA umfasst.

Einordnung der politischen Inszenierung

Einzuordnen ist das Verhalten des Präsidenten als Versuch, sich im Glanz eines technischen Erfolgs zu präsentieren, für den seine Regierung zuvor keine Priorität sah. Den Berichten zufolge ist die Diskrepanz zwischen den aktuellen Lobeshymnen und den früheren Sparplänen des Weißen Hauses eklatant. Dass der Präsident sich direkt auf das Smartphone des NASA-Chefs schaltete, unterstreicht den Stellenwert, den eine solche prestigeträchtige Mission für die öffentliche Wahrnehmung hat. Die Tatsache, dass das Projekt trotz der drohenden Mittelkürzungen durch den Kongress gerettet wurde, zeigt die Unabhängigkeit der wissenschaftlichen Planung von kurzfristigen politischen Haushaltsentscheidungen. Die Einordnung der Mission als „fantastische Arbeit“ durch Trump ist somit vor dem Hintergrund zu sehen, dass das Projekt die kritische Phase der Finanzierungsunsicherheit bereits hinter sich gelassen hat. Die wissenschaftliche Bedeutung des Teleskops, das laut NASA bis zu 100.000 Exoplaneten finden soll, bleibt dabei das primäre Ziel, unabhängig von der wechselhaften politischen Unterstützung.

Ausblick und offene Fragen

Wie es weitergeht, ist bereits detailliert geplant: In den kommenden Tagen stehen weitere Aktivierungen von Komponenten an, wobei insgesamt drei Monate für die vollständige Inbetriebnahme des Teleskops vorgesehen sind. Die ersten wissenschaftlichen Aufnahmen werden von der NASA für Anfang 2027 erwartet. Während der Zeitplan für die Inbetriebnahme klar definiert ist, bleiben einige Fragen unbeantwortet. Der Quelltext macht beispielsweise keine Angaben dazu, wie die langfristige Finanzierung des laufenden Betriebs nach dem Start gesichert ist, oder ob es nach den politischen Spannungen des Vorjahres weitere interne Vorgaben für die Forschungsschwerpunkte gibt. Auch bleibt offen, ob die Zusammenarbeit mit internationalen Partnern, die über die Nutzung des Deep Space Network hinausgeht, durch die politische Instabilität der Vergangenheit beeinflusst wurde. Die weitere Entwicklung wird zeigen, ob die nun gelobte Mission auch in der langfristigen Budgetplanung des Weißen Hauses Bestand haben wird oder ob zukünftige Sparmaßnahmen die wissenschaftliche Auswertung der Daten gefährden könnten.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/raumfahrzeugausstellung-im-national-air-and-space-museum-31413811/ · Foto: Dominik Gryzbon
Quelle: https://www.heise.de/news/NASA-Weltraumteleskop-Roman-gestartet-Trump-lobt-die-fantastische-Arbeit-11434901.html?wt_mc=rss.red.ho.ho.atom.beitrag.beitrag