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Nach Tod von Harald V.: Haakon Viii. ist neuer König von Norwegen
Schlagzeilen · 28.08.2026 15:07

Nach Tod von Harald V.: Haakon Viii. ist neuer König von Norwegen

Kurz: Nach dem Tod von König Harald V. hat Norwegen einen neuen Monarchen. Kronprinz Haakon ist nun König Haakon VIII., an seiner Seite steht Königin Mette-Marit.

Ein historischer Machtwechsel in Oslo

Am 28. August 2026 hat Norwegen einen bedeutenden historischen Einschnitt erlebt. Mit dem Ableben des langjährigen Monarchen Harald V. im Alter von 89 Jahren ist die norwegische Krone unmittelbar auf dessen Sohn übergegangen. Der bisherige Kronprinz Haakon ist somit kraft der norwegischen Verfassung automatisch zum neuen König des Landes aufgestiegen. Diese Nachfolge vollzog sich ohne formelle Zeremonien, da das norwegische Staatsrecht eine solche für den Amtsantritt nicht vorsieht. Der neue Monarch, der künftig den Namen Haakon VIII. tragen wird, trat bereits kurz nach dem Tod seines Vaters in Erscheinung, indem er die amtierende Regierung in den Königspalast einberief. In diesem Rahmen informierte er das Kabinett offiziell über den Tod Haralds V. und legte damit den Grundstein für seine Regentschaft. Gleichzeitig mit dem Machtwechsel ist die bisherige Kronprinzessin Mette-Marit zur Königin von Norwegen erhoben worden. Die Bevölkerung des skandinavischen Landes blickt nun auf eine neue Ära unter einem Monarchen, der bereits seit Jahren auf diese Rolle vorbereitet wurde und als Garant für Kontinuität gilt.

Die Details des Übergangs und die neue Ära

Der 53-jährige Haakon VIII. hat sich dazu entschieden, den traditionsreichen Wahlspruch seines Vaters Harald sowie dessen Vorfahren beizubehalten: „Alles für Norwegen“. Diese Entscheidung unterstreicht seine Verbundenheit mit der Kontinuität des Königshauses. In den kommenden Tagen steht für den neuen König ein zentraler verfassungsrechtlicher Akt an: Er muss vor dem norwegischen Parlament, dem Storting, seinen Eid ablegen. Mit diesem feierlichen Gelöbnis verpflichtet er sich, das Königreich gemäß der geltenden Verfassung und den Gesetzen des Landes zu regieren. Eine Krönung wird es, wie in Norwegen seit der Abschaffung dieses Ritus im Jahr 1908 üblich, nicht geben. Dennoch wird in der Öffentlichkeit über eine mögliche Segnungszeremonie spekuliert, die dem Anlass einen feierlichen Rahmen verleihen könnte. Harald V., der den Thron seit 1991 innehatte, verstarb nach einer langen Leidenszeit. Er litt zuletzt an einer hämolytischen Anämie, einer speziellen Form der Blutarmut, die seinen Gesundheitszustand in den letzten Monaten massiv beeinträchtigt hatte. Sein Ableben markiert das Ende einer Ära, die 35 Jahre lang die norwegische Identität prägte.

Hintergrund und der Weg zum Thron

Der Weg von Haakon VIII. zur Krone war kein plötzlicher, sondern ein Prozess, der über Jahrzehnte hinweg vorbereitet wurde. Bereits seit dem Tod seines Großvaters Olav V. im Jahr 1991 fungierte er als Kronprinz und übernahm sukzessive mehr Verantwortung. Da König Harald V. in seinen späten Lebensjahren immer wieder mit schweren gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte, agierte Haakon bereits seit längerer Zeit in der Rolle des Regenten und führte die Amtsgeschäfte stellvertretend aus. Diese Erfahrung macht ihn zu einem der am besten vorbereiteten Monarchen der modernen norwegischen Geschichte. Seine Ausbildung ist dabei breit gefächert: Neben seiner militärischen Laufbahn an der norwegischen Marineakademie absolvierte er ein Studium der Politikwissenschaften an der University of California in Berkeley sowie ein Studium der Entwicklungswissenschaften an der London School of Economics. Diese akademische Fundierung wird oft als Basis für sein modernes Verständnis der Monarchie angeführt. Er gilt als Vertreter eines zukunftsorientierten Stils, der sich von den starren Traditionen vergangener Jahrhunderte abhebt und stärker auf gesellschaftliche Teilhabe setzt.

Die Akteure im Fokus der Öffentlichkeit

Das norwegische Königshaus steht derzeit unter besonderer Beobachtung, was nicht zuletzt mit den persönlichen Herausforderungen der Familie zusammenhängt. Königin Mette-Marit, die 2001 als bürgerliche Frau mit einer Vergangenheit in der Osloer Partyszene in die Familie einheiratete, hat sich über die Jahre als feste Größe etabliert, sieht sich jedoch auch mit kritischen Stimmen konfrontiert. Ein wesentlicher Belastungsfaktor ist die Situation um Marius Borg Høiby, den Sohn der Königin aus einer früheren Beziehung. Im Juni 2026 wurde Høiby in einem aufsehenerregenden Prozess in erster Instanz zu vier Jahren Haft verurteilt. Die Anklage umfasste insgesamt 40 Punkte, darunter auch schwerwiegende Vorwürfe der Vergewaltigung. Diese Ereignisse sowie frühere Berichte über Kontakte Mette-Marits zu dem verstorbenen US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein haben das Ansehen der Monarchie in den letzten Monaten auf eine harte Probe gestellt. Trotz dieser Skandale genießt Haakon VIII. in der Bevölkerung ein bemerkenswert hohes Vertrauen. Eine Umfrage vom März 2026 ergab, dass knapp vier von fünf Befragten ihn für einen sehr guten oder zumindest ziemlich guten König halten, was seine persönliche Popularität trotz der familiären Turbulenzen unterstreicht.

Einordnung der aktuellen Lage

Einzuordnen ist der Machtwechsel als eine Zäsur für die norwegische Monarchie. Während die Institution des Königtums in Norwegen in aktuellen Umfragen zwar kritischer betrachtet wird als in früheren Jahrzehnten, bleibt Haakon VIII. eine Integrationsfigur. Sein Engagement für Themen wie Gleichberechtigung, den Kampf gegen Armut und die Förderung klimafreundlicher Technologien hat ihm den Ruf eines modernen Monarchen eingebracht. Den Berichten zufolge ist seine Popularität vor allem auf seine Fähigkeit zurückzuführen, den Spagat zwischen traditioneller Repräsentation und einer zeitgemäßen, nahbaren Amtsführung zu bewältigen. Dennoch ist die Monarchie nicht immun gegen gesellschaftlichen Wandel. Die Verurteilung von Marius Borg Høiby hat gezeigt, dass auch das engste Umfeld des Königshauses nicht vor den Mechanismen der Justiz geschützt ist. Die Tatsache, dass Haakon trotz dieser Belastungen das volle Vertrauen der Bevölkerung genießt, deutet darauf hin, dass die Norweger eine klare Trennung zwischen dem persönlichen Fehlverhalten einzelner Familienmitglieder und der Amtsausübung des neuen Königs vornehmen. Die Monarchie muss sich in dieser neuen Konstellation als stabilisierender Faktor beweisen, während sie gleichzeitig mit den Herausforderungen einer zunehmend kritischen Öffentlichkeit umgehen muss.

Offene Fragen und die Zukunft der Monarchie

Der Quelltext lässt einige Fragen offen, die für die kommenden Wochen von entscheidender Bedeutung sein könnten. So gibt es zum aktuellen Zeitpunkt noch keine offiziellen Informationen über den genauen Termin der Beisetzung von Harald V. Auch über die genaue Ausgestaltung der künftigen Rolle von Königin Mette-Marit im öffentlichen Leben, angesichts der familiären Belastungen, schweigt sich der Text aus. Ebenso bleibt unklar, wie das norwegische Parlament auf die veränderte Lage reagieren wird, insbesondere im Hinblick auf die Debatte über die Zukunft der Monarchie als Institution. Die Rolle der neuen Kronprinzessin Ingrid Alexandra, die nun an erster Stelle der Thronfolge steht, wird in der aktuellen Berichterstattung zwar erwähnt, aber ihre künftige Einbindung in die Staatsgeschäfte bleibt ein offener Punkt. Es ist zudem nicht abschließend geklärt, welche weiteren Auswirkungen der Prozess gegen Marius Borg Høiby auf die öffentliche Wahrnehmung des Königshauses haben wird, sollte es zu einer Berufung oder weiteren rechtlichen Schritten kommen. Der Fokus liegt nun zunächst auf der Eidesleistung des Königs vor dem Storting, die den formellen Abschluss der Machtübergabe markiert.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/stadt-wahrzeichen-skyline-hafen-23669127/ · Foto: Wolfgang Weiser
Quelle: https://www.tagesschau.de/ausland/europa/norwegen-harald-haakon-koenig-100.html