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Mobilfunk am KI-Limit: Warum das Netz beim Upload lahm wird
Technik · 09.08.2026 14:25

Mobilfunk am KI-Limit: Warum das Netz beim Upload lahm wird

Kurz: US-Mobilfunkbetreiber AT&T rüstet sein Netz mit 600-MHz-Frequenzen auf, um den Upload-Durchsatz für KI-Anwendungen und mobile Agenten-Systeme massiv zu steigern

Engpass beim Datentransport: Die Herausforderung für US-Netze

In den Vereinigten Staaten kämpfen Mobilfunknutzer seit Langem mit einem spezifischen Problem: Die Upload-Geschwindigkeiten in den Netzen gelten im internationalen Vergleich als unterdurchschnittlich. Eine Analyse von Ookla verdeutlicht das Ausmaß der technischen Diskrepanz. Demnach reservieren US-amerikanische Netzbetreiber im Durchschnitt lediglich rund 5,1 Prozent ihrer gesamten Netzkapazität für den Upstream. Dieser Wert markiert derzeit das Schlusslicht im globalen Vergleich und wird zunehmend zum Hindernis für moderne digitale Anwendungen.

KI-Anwendungen als Treiber für den Netzausbau

Der US-Provider AT&T hat auf diese Entwicklung reagiert und strategische Maßnahmen eingeleitet, um die Upstream-Kapazitäten signifikant zu erweitern. Wie CEO John Stankey im Rahmen der jüngsten Quartalszahlen erläuterte, ist dieser Ausbau eine direkte Reaktion auf den wachsenden Datenverkehr durch Künstliche Intelligenz. Insbesondere die zunehmende Verbreitung von Agenten-KI-Anwendungen erfordert eine deutlich robustere Upstream-Umgebung, als sie derzeit in vielen Mobilfunknetzen vorhanden ist.

Die Strategie des Unternehmens basiert auf der Überzeugung, dass eine starke Position im Low-Band-Spektrum der effizienteste Weg ist, um eine stabile Umgebung für diese datenhungrigen Prozesse zu schaffen. Durch den Erwerb zusätzlicher Frequenzen soll das Netz nicht nur leistungsfähiger, sondern auch flexibler in der Konfiguration werden.

Technische Umsetzung: 600 MHz und 8RX-Technologie

Ein zentraler Baustein der Netzstrategie ist die Nutzung des 600-MHz-Spektrums. AT&T sicherte sich im Zuge einer Transaktion mit Echostar im Wert von über 23 Milliarden US-Dollar Zugriff auf 20 MHz in diesem Bereich sowie 30 MHz im 3,45-GHz-Mittelband. Während die Mid-Band-Frequenzen bereits zur Steigerung der allgemeinen 5G-Kapazität aktiviert wurden, erfordert die Integration des 600-MHz-Bandes eine hardwareseitige Aufrüstung der Infrastruktur.

Für die technische Umsetzung setzt AT&T auf den Ausrüster Ericsson. Zum Einsatz kommen dabei neue Dualbandantennen, die sowohl das Band 14 (700 MHz) als auch das Band 71 (600 MHz) unterstützen. Eine entscheidende Neuerung ist die Implementierung der sogenannten 8RX-Technologie. Diese Antennentechnik nutzt acht Empfangspfade im Low-Band, was laut Unternehmensangaben zu folgenden Verbesserungen führen soll:

* Verdopplung der durchschnittlichen Upload-Geschwindigkeit.

* Reduzierung von Störungen im Upload-Kanal um bis zu 80 Prozent.

* Senkung der Rate abgebrochener Verbindungen um 10 Prozent.

* Verringerung von Drosselungen und Netzüberlastungen um bis zu 70 Prozent.

Ausblick auf die Netzstabilität

Der Ausbau ist ein notwendiger Schritt, um die technologische Infrastruktur an die Anforderungen der nächsten Generation von KI-gestützten Diensten anzupassen. Durch die Kombination aus neuem Spektrum und moderner Empfangstechnik zielt AT&T darauf ab, die Zuverlässigkeit und Abdeckung des Netzes grundlegend zu verbessern. Während das Unternehmen mit dem Rollout beginnt, bleibt abzuwarten, wie sich die Maßnahmen im täglichen Betrieb auf die Nutzererfahrung auswirken und ob weitere Netzbetreiber diesem Beispiel folgen werden, um den globalen Rückstand bei der Upload-Kapazität aufzuholen.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/industrie-internet-verbindung-bauernhof-17323801/ · Foto: panumas nikhomkhai
Quelle: https://www.golem.de/news/mobilfunk-am-ki-limit-warum-das-netz-beim-upload-lahm-wird-2608-211745.html