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Minister Bilger will Boni für Bahn-Manager an Erfolg koppeln
Schlagzeilen · 09.08.2026 15:41

Minister Bilger will Boni für Bahn-Manager an Erfolg koppeln

Kurz: Verkehrsminister Steffen Bilger plant eine Reform der Bonuszahlungen für Bahn-Manager. Künftig sollen diese stärker an messbare Erfolge bei der Pünktlichkeit bi

Neuer Kurs bei der Vergütung von Bahn-Managern

Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) erhöht den Druck auf die Führungsebene der Deutschen Bahn. Angesichts anhaltender Probleme mit der Pünktlichkeit im Fernverkehr und öffentlicher Kritik an den Bonuszahlungen für Vorstände plant der Minister eine grundlegende Neuausrichtung. Künftig sollen finanzielle Sonderzahlungen für das Management deutlich stärker an das Erreichen konkreter, vom Bund vorgegebener Leistungsziele gekoppelt werden.

Bilger betonte gegenüber der „Bild am Sonntag“, dass sowohl Bahnkunden als auch Steuerzahler einen Anspruch darauf hätten, dass Vergütungen an den tatsächlichen Erfolg geknüpft sind. Während er die Arbeit vieler Bahn-Beschäftigten ausdrücklich lobte, machte er deutlich, dass unzureichende Ergebnisse im Konzern Konsequenzen für die Gehaltsstruktur der Führungskräfte haben müssen.

Kritik an bisherigen Zielvorgaben

Die aktuelle Debatte wird durch Recherchen befeuert, die aufzeigen, dass die bisherigen Hürden für Bonuszahlungen bei der Deutschen Bahn vergleichsweise niedrig angesetzt waren. Ein Dokument zur „Erfolgsbeteiligung 2025“ aus dem Februar 2026 belegt, dass bereits eine Pünktlichkeitsquote von 65 Prozent im Fernverkehr ausreichte, um erste Boni auszulösen. Ab 70 Prozent Pünktlichkeit konnten Manager sogar 150 Prozent der vereinbarten Bonuszahlungen erhalten.

Diese Praxis stößt auf Unverständnis. Kritiker, darunter der thüringische Digital- und Infrastrukturminister Steffen Schütz (BSW), bemängeln, dass der Konzernvorstand sich Ziele setzt, die zu leicht erreichbar seien, und selbst bei deren Unterbietung noch Belohnungen gewährt würden. Im ersten Halbjahr 2026 lag die Pünktlichkeitsquote der Deutschen Bahn im Fernverkehr bei lediglich 58,7 Prozent – weit entfernt von den Zielen, die für eine volle Bonusausschüttung nötig wären.

Politische Einordnung und nächste Schritte

Der Vorstoß des Verkehrsministers stößt in der Politik auf breite Zustimmung. Sowohl aus der SPD als auch von den Grünen kommt Unterstützung für das Vorhaben, die Vergütung an die Zuverlässigkeit des Schienenverkehrs zu binden. Isabell Cademartori (SPD) unterstrich, dass die Politik zwar Rekordinvestitionen in die Infrastruktur bereitstelle, im Gegenzug jedoch eine spürbare Verbesserung der Pünktlichkeit erwarte.

Die Grünen-Politikerin Julia Verlinden wies jedoch darauf hin, dass die Ursachen für die aktuelle Krise tiefgreifender seien. Sie betonte, dass die mangelnde Pünktlichkeit maßgeblich auf jahrzehntelange Unterinvestitionen des Bundes in die Schieneninfrastruktur zurückzuführen sei. Auch der Fahrgastverband Pro Bahn begrüßte die Pläne, mahnte jedoch an, dass der Bund neben der Kontrolle der Managergehälter auch seine Pflicht zur Bereitstellung ausreichender Finanzmittel und deren Überwachung erfüllen müsse.

Ausblick auf die Infrastrukturfinanzierung

Die Neuregelung der Boni ist eingebettet in eine größere Strategie des Bundes. Derzeit wird eine neue Finanzierungsvereinbarung erarbeitet, die regeln soll, wie die milliardenschweren Investitionen in die Schieneninfrastruktur künftig fließen. Diese Mittel sollen stärker an klare Zielvorgaben gebunden werden.

Minister Bilger dämpfte jedoch die Erwartungen an eine schnelle Trendwende. Er verwies darauf, dass für den Fernverkehr bis 2029 ein Pünktlichkeitsziel von 70 Prozent vereinbart sei. Eine vollständige Pünktlichkeit sei absehbar nicht erreichbar. Die Deutsche Bahn hat sich zu den konkreten Plänen des Ministers bislang nicht geäußert.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/geschaftsmann-mann-person-sitzung-5511640/ · Foto: Mike van Schoonderwalt
Quelle: https://www.zdfheute.de/politik/deutschland/bilger-bahn-manager-boni-100.html