Ein pietätloser Vorfall auf dem Friedhof von Niddawitzhausen
Im Eschweger Stadtteil Niddawitzhausen im Werra-Meißner-Kreis hat sich ein Vorfall ereignet, der nicht nur den materiellen Schaden in den Vordergrund rückt, sondern auch die Pietät der betroffenen Angehörigen schwer verletzt. Wie die zuständige Polizeidienststelle in Eschwege am Donnerstag bekannt gab, verschafften sich bislang unbekannte Täter Zutritt zu dem dortigen Friedhofsgelände. In einem Zeitraum von mehreren Tagen entwendeten die Unbekannten gezielt Messingvasen sowie die dazugehörigen Metalldeckel von insgesamt sieben verschiedenen Grabstätten. Die Tat wurde nach ersten Erkenntnissen der Ermittlungsbehörden im Zeitraum zwischen dem vergangenen Samstagnachmittag und dem darauffolgenden Mittwochabend begangen. Der Friedhof, der eigentlich ein Ort der Ruhe und des Gedenkens sein sollte, wurde somit zum Tatort einer Serie von Diebstählen, die nun die örtliche Polizei auf den Plan gerufen haben. Die Beamten haben die Ermittlungen aufgenommen und suchen nun intensiv nach Hinweisen, die zur Ergreifung der Täter führen könnten. Die Tat hat in der kleinen Gemeinde für Unruhe gesorgt, da solche Übergriffe auf Grabanlagen als besonders respektlos empfunden werden.
Details zum Tathergang und den polizeilichen Ermittlungen
Die polizeilichen Ermittlungen konzentrieren sich auf den Zeitraum zwischen Samstag, dem 23. August, um 17:00 Uhr und Mittwoch, dem 27. August, um 18:30 Uhr. In diesem Zeitfenster gelang es den Tätern, unbemerkt auf das Friedhofsgelände in Niddawitzhausen zu gelangen und die Messinggegenstände von den Gräbern zu entfernen. Nach den ersten Feststellungen der aufnehmenden Beamten vor Ort wurden insgesamt sieben Grabstellen durch den Diebstahl in Mitleidenschaft gezogen. Die Täter beschränkten sich dabei nicht nur auf die kompletten Vasen, sondern entwendeten in einigen Fällen auch lediglich die Metalldeckel der Gefäße. Über den exakten finanziellen Gesamtschaden, der durch diese Tat entstanden ist, konnten die Behörden zum aktuellen Zeitpunkt noch keine abschließende Auskunft geben, da die Bewertung der entwendeten Gegenstände noch andauert. Die Pressestelle des Polizeipräsidiums Nordhessen, vertreten durch Luisa Gaber, hat den Vorfall offiziell bestätigt. Die zuständige Polizeidirektion Werra-Meißner mit Sitz in der Niederhoner Straße 44 in Eschwege führt die weiteren Untersuchungen in diesem Fall. Zeugen, die in dem genannten Zeitraum verdächtige Personen oder Fahrzeuge im Umfeld des Friedhofs bemerkt haben, werden dringend gebeten, sich unter der Telefonnummer 05651/9250 mit der Dienststelle in Eschwege in Verbindung zu setzen.
Rechtliche Einordnung der Tat
Einzuordnen ist das Geschehen nicht nur als ein einfacher Diebstahl, sondern aufgrund des Tatortes auch als eine Störung der Totenruhe. Die Polizei Eschwege hat entsprechende Ermittlungsverfahren eingeleitet, um die Täter zu identifizieren. Die Störung der Totenruhe ist ein Delikt, das über den bloßen Diebstahl von Metallgegenständen hinausgeht, da es die Integrität und die Würde der Verstorbenen sowie die Trauerarbeit der Hinterbliebenen direkt angreift. Den Berichten zufolge ist das Vorgehen der Täter, die gezielt nach Messing suchten, ein Hinweis darauf, dass es sich um einen Diebstahl mit dem Ziel der Verwertung des Metalls handeln könnte. Solche Taten sind auf Friedhöfen leider kein Einzelfall, stellen jedoch für die betroffenen Gemeinden eine erhebliche Belastung dar. Die Ermittler prüfen nun, ob es in der jüngeren Vergangenheit ähnliche Vorfälle in der Region gab, um mögliche Zusammenhänge oder Serientäter ausschließen oder identifizieren zu können. Die rechtliche Würdigung der Tat wird durch die Staatsanwaltschaft erfolgen, sobald die polizeilichen Ermittlungen abgeschlossen sind und erste Tatverdächtige ermittelt werden konnten.
Offene Fragen zum Tathergang
Trotz der ersten polizeilichen Feststellungen bleiben zahlreiche Fragen zum Tathergang unbeantwortet, die für die Ermittler von zentraler Bedeutung sind. So ist zum jetzigen Zeitpunkt völlig unklar, ob die Täter bei ihrem Vorgehen beobachtet wurden oder ob es Anwohner gibt, die im fraglichen Zeitraum verdächtige Geräusche oder Aktivitäten im Bereich der Friedhofsmauer wahrgenommen haben. Auch die genaue Anzahl der Täter lässt sich aus den bisherigen Erkenntnissen nicht ableiten. Es ist zudem nicht bekannt, ob die Täter über ein Fahrzeug verfügten, um die schwere Beute aus Messing abzutransportieren, oder ob sie zu Fuß flüchteten. Ob es sich um ortskundige Täter handelt, die genau wussten, welche Gräber mit wertvollem Messing ausgestattet sind, oder ob der Diebstahl eher zufällig erfolgte, ist ebenfalls Gegenstand der laufenden Untersuchungen. Da der Tatzeitraum mit über vier Tagen sehr weit gefasst ist, gestaltet sich die Suche nach Zeugen schwierig, da viele Friedhofsbesucher ihre Grabpflege möglicherweise nicht täglich durchführen und somit den Zeitpunkt des Verschwindens der Vasen nicht weiter eingrenzen können.
Wie es mit den Ermittlungen weitergeht
Die Polizei Eschwege setzt nun auf die Mithilfe der Bevölkerung, um den Vorfall in Niddawitzhausen aufzuklären. Die Ermittler sind auf Zeugenaussagen angewiesen, um den Tathergang präzisieren zu können. Als nächster Schritt steht die Auswertung möglicher Hinweise aus der Bevölkerung an, die über die angegebene Telefonnummer eingehen. Zudem werden die Beamten der Polizeidirektion Werra-Meißner prüfen, ob im Umfeld des Friedhofs oder an Zufahrtswegen eventuell vorhandene Überwachungskameras oder private Aufzeichnungen zur Identifizierung beitragen können. Sollten sich im Zuge der Befragungen oder durch Hinweise aus dem Schrotthandel – wo Messing regelmäßig als Diebesgut auftaucht – konkrete Spuren ergeben, wird die Polizei weitere Maßnahmen einleiten. Für die Angehörigen der Verstorbenen bleibt die Hoffnung, dass die Täter gefasst werden und die pietätlosen Diebstähle ein Ende finden. Die Polizei bittet weiterhin darum, jede auch noch so kleine Beobachtung, die im Zusammenhang mit dem Friedhofsbesuch zwischen dem 23. und 27. August steht, umgehend zu melden, um die Ermittlungen erfolgreich voranzubringen.