Ein schwieriger Saisonauftakt in der Hauptstadt
Der Start in die neue Spielzeit der Handball-Bundesliga verlief für die MT Melsungen enttäuschend. Am Donnerstagabend musste sich die Mannschaft aus Nordhessen in der Berliner Max-Schmeling-Halle den Füchsen Berlin mit einem knappen 31:33 geschlagen geben. Die Partie, die vor einer beeindruckenden Kulisse von 8.132 Zuschauern stattfand, entwickelte sich für die Gäste aus Melsungen zunächst zu einem einseitigen Duell. Über weite Strecken der ersten Halbzeit fanden die Nordhessen kaum ein probates Mittel gegen den druckvollen Angriff der Berliner. Trotz der taktischen Versuche von Trainer Roberto Garcia Parrondo, durch frühzeitig genommene Auszeiten den Spielfluss der Gastgeber zu unterbrechen, lief die MT Melsungen einem deutlichen Rückstand hinterher. Zur Halbzeitpause stand es bereits 17:9 für die Berliner. Erst im zweiten Spielabschnitt gelang es der Mannschaft, sich deutlich zu stabilisieren und den Abstand in einer engagierten Aufholjagd zu verkürzen, doch für einen Punktgewinn reichte die Kraft am Ende nicht mehr aus.
Zahlen, Namen und die Akteure auf dem Parkett
Die Statistik des Abends verdeutlicht die Dominanz der Berliner in der ersten Spielhälfte. Besonders das Duo Matthes Langhoff und der Welthandballer Mathias Gidsel drückte dem Spiel den Stempel auf; gemeinsam erzielten sie 16 der 33 Berliner Treffer. Langhoff traf neunmal, Gidsel siebenmal. Zudem glänzte Tim Freihöfer mit sieben Toren, davon fünf per Siebenmeter. Auf Seiten der MT Melsungen zeigte vor allem Julian Mensing mit sechs Treffern eine starke Leistung, gefolgt von Dimitri Ignatow mit fünf Toren. Der Rückkehrer und Nationalmannschaftskapitän Johannes Golla, auf den sich viele Blicke richteten, steuerte drei Tore bei. Weitere Treffer erzielten Drosten (4), Stefansson (4), Balenciaga (2), Dujshebaev (2), Garcia (2), Kristopans (2) und Schefvert (1). Für die Berliner trafen zudem Gröndahl (5), Marsenic (2), West av Teigum (2) und Palicka (1). Das Endergebnis von 33:31 spiegelt die deutliche Leistungssteigerung der Gäste nach der Pause wider, die jedoch zu spät kam, um die Niederlage abzuwenden.
Der Fokus auf den Rückkehrer Johannes Golla
Besonderes Augenmerk lag auf Johannes Golla. Für den 28-jährigen Kreisläufer war das Gastspiel in Berlin ein emotionales Ereignis, da er an seinen ehemaligen Wohnort zurückkehrte. Im Vorfeld der Partie hatte Golla in einem ausführlichen Gespräch mit dem hr-sport seine Ambitionen unterstrichen. Er zeigte sich selbstbewusst und betonte, dass sein neues Team das Ziel habe, den Füchsen Berlin einen schwierigen Abend zu bereiten. Die hohen Erwartungen an den Nationalmannschaftskapitän waren spürbar, doch die sportliche Realität in der ersten Halbzeit entsprach nicht den Ambitionen des Spielers. Erst nach dem Seitenwechsel konnte Golla mehr Einfluss auf das Spielgeschehen nehmen und trug maßgeblich dazu bei, dass die MT Melsungen in der zweiten Hälfte deutlich besser agierte. Dennoch blieb das erhoffte Erfolgserlebnis bei seinem Pflichtspiel-Comeback für die Nordhessen aus.
Einordnung der Leistung und taktische Herausforderungen
Einzuordnen ist das Ergebnis als ein klassischer Fehlstart, bei dem die Mannschaft erst zu spät ihre spielerische Identität fand. Den Berichten zufolge war es vor allem die defensive Anfälligkeit gegen das Berliner Duo Langhoff und Gidsel, die den Grundstein für den deutlichen Pausenrückstand legte. Dass die MT Melsungen nach der Pause besser in die Partie fand, deutet darauf hin, dass die taktischen Anpassungen von Trainer Roberto Garcia Parrondo Wirkung zeigten, auch wenn der Rückstand aus der ersten Hälfte zu groß war, um ihn in der verbleibenden Spielzeit vollständig aufzuholen. Die Aufholjagd der Nordhessen war zwar stark, blieb jedoch unbelohnt, was die mannschaftliche Geschlossenheit in der zweiten Hälfte unterstreicht, aber auch die Defizite in der Anfangsphase der Saison verdeutlicht. Die MT Melsungen muss nun in den kommenden Trainingseinheiten an der defensiven Stabilität arbeiten, um gegen die nächsten Gegner von Beginn an konkurrenzfähig zu sein.
Ausblick auf das erste Heimspiel der Saison
Die Zeit zur Aufarbeitung der Niederlage ist kurz, denn der Spielplan sieht bereits die nächste Herausforderung vor. Die MT Melsungen hat nun die Gelegenheit, die Auftaktniederlage schnell vergessen zu machen. Am kommenden Mittwoch steht für die Nordhessen das erste Heimspiel der neuen Saison auf dem Programm. Gegner in der Rothenbach-Halle wird Frisch Auf Göppingen sein. Die Partie ist für 19 Uhr angesetzt. Für die Mannschaft von Trainer Roberto Garcia Parrondo wird es darauf ankommen, die Erkenntnisse aus dem Berlin-Spiel umzusetzen und vor heimischem Publikum eine konstantere Leistung über die gesamte Spielzeit von 60 Minuten abzurufen. Ob das Team die nötigen Schlüsse aus der Niederlage ziehen kann, wird sich dann unter Beweis stellen müssen.