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Matthias Lilienthal über das »Volksbad«: »Die Duschen sind aktuell nicht funktionsfähig«
Kultur · 12.08.2026 19:02

Matthias Lilienthal über das »Volksbad«: »Die Duschen sind aktuell nicht funktionsfähig«

Kurz: Die Berliner Volksbühne muss ihr neu eröffnetes »Volksbad« vorübergehend schließen. Intendant Matthias Lilienthal äußert sich zu den Gründen und Konzepten.

Was geschehen ist – die Kernmeldung

Die Berliner Volksbühne hat mit ihrem jüngsten Projekt, der Eröffnung eines Schwimmbades unter dem Namen »Volksbad«, für erhebliches Aufsehen in der Kulturszene gesorgt. Doch die Freude über die neue Attraktion währte nur kurz. Wie nun bekannt wurde, muss der Betrieb des Bades bereits kurz nach der feierlichen Eröffnung vorübergehend wieder eingestellt werden. Die Nachricht über die Schließung kam für viele Besucher überraschend, da das Projekt als ein innovativer Ansatz zur Nutzung von Theaterräumen konzipiert war. Der Intendant der Volksbühne, Matthias Lilienthal, bestätigte den Sachverhalt und erläuterte die Hintergründe. Es handelt sich dabei primär um technische Defizite, die einen geregelten Badebetrieb aktuell unmöglich machen. Die Situation stellt die Verantwortlichen vor eine unerwartete Herausforderung, da der Spielplan und die organisatorischen Abläufe eng mit der Existenz dieses Bades verknüpft sind. Die Schließung wirft ein Schlaglicht auf die Schwierigkeiten, die bei der Transformation von Theaterarchitektur in funktionale öffentliche Räume entstehen können, wenn die Infrastruktur nicht den notwendigen Standards für einen dauerhaften Badebetrieb entspricht.

Die Einzelheiten der technischen Einschränkungen

Im Zentrum der Probleme stehen laut Matthias Lilienthal die sanitären Anlagen des Volksbades. Der Intendant erklärte unmissverständlich, dass die Duschen aktuell nicht funktionsfähig seien. Dies stellt für den Betrieb eines Schwimmbades ein gravierendes Hindernis dar, da hygienische Standards und die Erwartungen der Besucher an eine solche Einrichtung zwingend funktionierende Duschmöglichkeiten voraussetzen. Die Aussage des Intendanten macht deutlich, dass es sich nicht um eine bloße kosmetische Einschränkung handelt, sondern um einen technischen Ausfall, der den Kern des Badeerlebnisses betrifft. Lilienthal, der das Projekt maßgeblich vorangetrieben hat, beschrieb die Atmosphäre im Bad vor der Schließung als »sehr entspannt«. Diese Wahrnehmung steht in einem deutlichen Kontrast zur nun notwendigen Unterbrechung des Betriebs. Die technischen Mängel erzwingen eine Zäsur, die über die bloße Reparaturzeit hinausgeht, da das gesamte Konzept des Volksbades auf einer nahtlosen Integration von Schwimmbetrieb und künstlerischer Performance basiert. Die Schließung ist somit eine direkte Folge der Unzulänglichkeit der vorhandenen Infrastruktur, die den Anforderungen eines öffentlichen Badebetriebs in dieser Form noch nicht gewachsen ist.

Hintergrund und konzeptionelle Ausrichtung

Das »Volksbad« der Volksbühne ist weit mehr als eine bloße Freizeiteinrichtung; es ist ein künstlerisches Experiment. Die Idee, ein Schwimmbad in die Räumlichkeiten eines Theaters zu integrieren, entspringt dem Wunsch, die Grenzen zwischen klassischer Bühne und gesellschaftlichem Raum aufzubrechen. Matthias Lilienthal verfolgt mit seinem Team das Ziel, das Theater als einen Ort zu etablieren, der aktiv am städtischen Leben teilnimmt und soziale Interaktionen fördert. Die Vorgeschichte dieses Projekts ist geprägt von der Suche nach neuen Formen der Teilhabe. Das Theater soll hierbei nicht nur als Ort der Betrachtung, sondern als Ort der physischen Erfahrung fungieren. Die Entscheidung, ein Schwimmbad zu installieren, war ein bewusster Schritt, um Menschen in das Haus zu holen, die vielleicht sonst nicht den Weg in eine klassische Aufführung finden würden. Diese konzeptionelle Offenheit ist jedoch eng mit der physischen Realität des Gebäudes verknüpft. Dass nun ausgerechnet die technische Infrastruktur zum Stolperstein wird, unterstreicht die Komplexität, die entsteht, wenn künstlerische Visionen auf die harten Anforderungen der Gebäudetechnik und Sicherheitsbestimmungen treffen.

Die Beteiligten und ihre Rollen

Die zentrale Figur in dieser Angelegenheit ist der Intendant der Volksbühne, Matthias Lilienthal. Er fungiert als derjenige, der das Projekt verantwortet, die Visionen formuliert und nun auch die unangenehme Aufgabe übernimmt, die Schließung gegenüber der Öffentlichkeit zu kommunizieren. Lilienthal ist bekannt für seine experimentellen Ansätze und seine Bereitschaft, gesellschaftliche Debatten in den Theaterraum zu tragen. Neben ihm ist das gesamte Team der Volksbühne involviert, das die organisatorische Umsetzung des Badebetriebs stemmt. Auch die Besucher des Bades sind als Akteure zu betrachten, da das Projekt stark von der Interaktion der Menschen untereinander lebt. Ein weiterer Aspekt, den Lilienthal in diesem Zusammenhang thematisiert hat, ist die Idee, das Bad stundenweise exklusiv für nicht-weiße Menschen zu öffnen. Diese Äußerung des Intendanten hat für zusätzliche Aufmerksamkeit gesorgt und zeigt, dass das Volksbad als ein Ort verstanden werden soll, an dem auch gesellschaftspolitische Fragen von Identität und Exklusion verhandelt werden. Die Entscheidungsträger im Theater stehen somit unter der doppelten Herausforderung, sowohl die technischen Probleme zu lösen als auch die gesellschaftliche Debatte um ihr Konzept zu moderieren.

Einordnung des Projekts und der Probleme

Einzuordnen ist das Projekt als ein mutiger, wenn auch risikoreicher Versuch, das Theater als sozialen Resonanzraum neu zu definieren. Den Berichten zufolge ist die Schließung ein Rückschlag für den ambitionierten Zeitplan der Volksbühne. Die technische Störung ist jedoch nur eine Ebene des Problems. Vielmehr zeigt sich hier die Reibung zwischen einem künstlerischen Anspruch, der den Raum als utopischen Ort begreift, und der profanen Realität von defekten Rohrleitungen und sanitären Anlagen. Die Debatte um die exklusive Nutzung des Bades durch bestimmte Gruppen deutet darauf hin, dass das Volksbad als ein politischer Ort wahrgenommen werden will. Kritiker könnten die Schließung als Symbol für das Scheitern eines zu ambitionierten Vorhabens werten, während Befürworter sie als notwendige Lernphase eines lebendigen, sich ständig verändernden Theaterbetriebs sehen. Die Verknüpfung von technischem Defekt und gesellschaftspolitischem Anspruch macht das Volksbad zu einem hochgradig spannenden, aber eben auch störanfälligen Experiment, das die Grenzen des Machbaren im Theaterkontext auslotet.

Offene Fragen und Lücken im Sachstand

Der vorliegende Quelltext lässt eine Reihe von Fragen offen, die für eine vollständige Bewertung der Situation von Bedeutung wären. So wird nicht konkret benannt, wann genau die technischen Probleme an den Duschen erstmals auftraten und ob es bereits im Vorfeld der Eröffnung Anzeichen für die drohende Schließung gab. Auch bleibt unklar, welche konkreten Reparaturmaßnahmen eingeleitet wurden und ob die Stadt Berlin oder andere Institutionen in die Instandsetzung involviert sind. Die finanzielle Dimension der Schließung – etwa durch entgangene Einnahmen oder zusätzliche Kosten für die Reparaturen – wird im Text nicht thematisiert. Zudem bleibt die Frage offen, wie die Öffentlichkeit auf den Vorschlag der stundenweisen Exklusivität reagiert hat und ob dies in direktem Zusammenhang mit dem Betriebskonzept steht. Es fehlen Informationen darüber, ob es alternative Standorte oder Möglichkeiten gibt, den Badebetrieb in abgewandelter Form aufrechtzuerhalten, während die zentralen sanitären Anlagen saniert werden. Die Dauer der Schließung bleibt ebenfalls vage, was die Planungsunsicherheit für die Besucher weiter erhöht.

Wie es weitergeht

Für die Zukunft des Volksbades ist die Priorität klar definiert: Die technischen Mängel müssen behoben werden, um den Betrieb wieder aufnehmen zu können. Matthias Lilienthal hat deutlich gemacht, dass man an dem Konzept festhalten möchte. Wann genau die Duschen wieder funktionsfähig sein werden und das Bad seine Türen für die Besucher erneut öffnen kann, wurde im Quelltext nicht explizit terminiert. Es ist davon auszugehen, dass die Volksbühne in den kommenden Tagen weitere Details zur Wiedereröffnung bekannt geben wird, sobald die Reparaturarbeiten abgeschlossen sind oder ein verlässlicher Zeitplan vorliegt. Die Verantwortlichen stehen nun unter dem Druck, die technische Zuverlässigkeit zu garantieren, um das Vertrauen der Besucher nicht zu gefährden. Ob das Projekt nach der Wiedereröffnung in der ursprünglich geplanten Form fortgeführt wird oder ob Anpassungen am Betriebskonzept vorgenommen werden, bleibt abzuwarten. Die weitere Entwicklung wird zeigen, ob das Volksbad als dauerhafte Institution in der Berliner Theaterlandschaft bestehen kann oder ob es ein temporäres, wenn auch aufsehenerregendes, Intermezzo bleibt.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/blau-mauer-wand-haus-27573422/ · Foto: Diogo Miranda
Quelle: https://www.spiegel.de/kultur/matthias-lilienthal-ueber-das-volksbad-die-duschen-sind-aktuell-nicht-funktionsfaehig-a-ded14f3e-4f65-4562-b046-2262203bbd4e#ref=rss