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Lotuseffekt: Nano-Beschichtung erhöht Output von Solarmodulen um 16 Prozent
Technik · 30.07.2026 22:12

Lotuseffekt: Nano-Beschichtung erhöht Output von Solarmodulen um 16 Prozent

Kurz: Indische Forscher haben eine Nano-Beschichtung entwickelt, die Solarmodule durch den Lotuseffekt reinigt und den Stromertrag um 16 Prozent steigert.

Effizienzsteigerung durch Nanotechnologie

Die Optimierung von Solaranlagen ist ein zentrales Forschungsfeld der Energiewende. Während sich viele Ansätze auf die Verbesserung des Wirkungsgrads der Solarzellen selbst konzentrieren, rücken zunehmend äußere Einflüsse in den Fokus. Verschmutzungen durch Staub, Sand oder Ablagerungen mindern die Lichtdurchlässigkeit der Glasoberflächen und damit die Stromausbeute erheblich. Ein Forschungsteam aus dem indischen Bundesstaat Tamil Nadu hat nun einen vielversprechenden Weg gefunden, um diesem Problem entgegenzuwirken: eine superhydrophobe Nano-Kompositbeschichtung.

Funktionsweise der selbstreinigenden Schicht

Unter der Leitung des Materialforschers Ayyanar Chellaiah vom PSN Institute of Technology and Science entwickelte das Team eine Lösung, die auf Siliziumdioxid-Nanopartikeln basiert. Die Herstellung umfasst einen mehrstufigen Prozess, bei dem die Partikel mit Ethanol gemischt, magnetisch gerührt und einer Ultraschallbehandlung unterzogen werden. Nach der Zugabe von Polydimethylsiloxan und einem Härtungsmittel entsteht eine transparente Flüssigkeit.

Diese wird auf die Glasoberfläche der Solarmodule aufgetragen und anschließend bei 80 Grad Celsius über einen Zeitraum von zwei Stunden ausgehärtet. Das Resultat ist eine Oberfläche mit ausgeprägtem Lotuseffekt. Ähnlich wie bei der namensgebenden Pflanze perlen Wasser, Staub und Schmutzpartikel einfach ab, anstatt sich festzusetzen.

Überzeugende Ergebnisse im Langzeittest

Um die Praxistauglichkeit zu belegen, führten die Forscher einen sechsmonatigen Test auf einem Hausdach durch. Hierfür wurden drei identische Solarmodule mit einer Nennleistung von 165 Watt und einem Wirkungsgrad von 15,8 Prozent verglichen:

* Ein Modul mit der neuen Nano-Beschichtung.

* Ein Modul, das täglich manuell gereinigt wurde.

* Ein Referenzmodul ohne Schutz und ohne Reinigung.

Die im Fachmagazin Next Energy publizierten Ergebnisse waren deutlich: Das beschichtete Modul erzielte einen um 16 Prozent höheren Stromertrag als das ungeschützte Vergleichsmodell. Überraschenderweise übertraf die beschichtete Variante sogar das täglich manuell gereinigte Modul um sieben Prozent.

Zusätzliche Vorteile für die Modulstabilität

Neben der reinen Ertragssteigerung konnten die Wissenschaftler einen weiteren positiven Effekt beobachten: Die Betriebstemperatur der Solarmodule sank durch die Beschichtung um zwölf Prozent. Dieser Temperaturrückgang ist ein entscheidender Faktor für die Photovoltaik, da Solarmodule bei Hitze an Effizienz verlieren. Eine kühlere Betriebstemperatur trägt somit nicht nur direkt zur Leistungssteigerung bei, sondern wirkt sich nach Einschätzung der Forscher auch positiv auf die Stabilität und die langfristige Lebensdauer der Hardware aus.

Perspektiven für die Photovoltaik-Branche

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Nano-Beschichtung eine kosteneffiziente Methode sein könnte, um Wartungskosten zu senken und die Energieausbeute bestehender Anlagen zu optimieren. Besonders in Regionen mit hoher Staubbelastung oder schwierigen Reinigungsbedingungen könnte diese Technologie einen signifikanten Beitrag zur Effizienzsteigerung leisten. Die nächsten Schritte in der Entwicklung dürften sich auf die Skalierbarkeit des Beschichtungsprozesses und die langfristige Haltbarkeit der Schicht unter extremen Witterungsbedingungen konzentrieren.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/37113174/ · Foto: Marta Branco
Quelle: https://t3n.de/news/beschichtung-solarmodul-energie-1755735/?utm_source=rss&utm_medium=newsFeed&utm_campaign=newsFeed