Ein breites Spektrum an literarischen Stimmen
Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels hat die Auswahl der Titel bekanntgegeben, die ins Rennen um den Deutschen Buchpreis 2026 gehen. Die diesjährige Longlist umfasst 20 Neuerscheinungen, die aus einem Pool von insgesamt 205 eingereichten Werken ausgewählt wurden. Der Auswahlprozess erstreckte sich über Titel, die im Zeitraum von Herbst 2025 bis Anfang September 2026 veröffentlicht wurden oder noch erscheinen werden.
Die Liste zeichnet sich durch eine Mischung aus etablierten Schriftstellern und neuen Talenten aus. Während bekannte Namen wie Ingo Schulze und Heinz Strunk vertreten sind, dominiert eine hohe Anzahl an Debüts und Erstnominierungen das Feld. Nach Angaben des Börsenvereins sind 17 der nominierten Autoren zum ersten Mal für diesen renommierten Preis gelistet, zudem finden sich sechs Romandebüts unter den Auserwählten.
Die Perspektive der Jury
Die Jurysprecherin Cornelia Geißler, tätig für die „Berliner Zeitung“, betonte bei der Bekanntgabe die inhaltliche Ausrichtung der Auswahl. Die nominierten Romane setzen sich laut Geißler intensiv mit der Vergangenheit auseinander, um ein tieferes Verständnis für die aktuelle Gegenwart zu erlangen. Die Jury sieht in den Werken eine Antwort auf die zunehmende Verunsicherung in der heutigen Welt. Die ausgewählten Bücher zeichnen sich durch stilistisches Bewusstsein, Innovationskraft und gelegentlichen Witz aus, wobei sie die Verletzlichkeit ihrer Protagonisten thematisieren und Wege in eine ungewisse Zukunft aufzeigen.
Die Nominierten im Überblick
Die Liste der Anwärter auf den Preis umfasst folgende Werke in alphabetischer Reihenfolge:
* Shida Bazyar: Die Lücken
* Helene Bukowski: Wer möchte nicht im Leben bleiben
* Miriam Carbe: Unerwünschte Töchter
* Muri Darida: King Cobra
* Alisha Gamisch: Parasiti
* Franziska Gänsler: Orca
* Tomer Gardi: Liefern
* Valeria Gordeev: Die Zikade entschlüpft ihrer goldglänzenden Hülle
* Elias Hirschl: Schleifen
* Svenja Leiber: Nelka
* Leh-Wei Liao: Glaszeit
* Peggy Mädler: Selbstregulierung des Herzens
* Giuliano Musio: Aus anderem Holz
* Yade Yasemin Önder: Anti Müller
* Lukas Rietzschel: Sanditz
* Ingo Schulze: Das Wasser im August
* Heinz Strunk: Memories of Heidelberg
* Karosh Taha: Gulistan
* Lilli Tollkien: Mit beiden Händen den Himmel stützen
* Dana Vowinckel: Anton und Alma
Der Weg zur Preisverleihung
Der Auswahlprozess ist in mehrere Phasen unterteilt. Nach der Veröffentlichung der Longlist folgt am 8. September die Reduzierung auf die Shortlist, die lediglich sechs Titel umfassen wird. Die Bekanntgabe des Preisträgers oder der Preisträgerin findet am 5. Oktober in Frankfurt statt. Die Zeremonie ist traditionell am Vorabend der Eröffnung der Frankfurter Buchmesse angesetzt.
Der Deutsche Buchpreis zählt zu den bedeutendsten literarischen Auszeichnungen im deutschsprachigen Raum. Er ist mit einer Gesamtsumme von 37.500 Euro dotiert. Während der Gewinner oder die Gewinnerin ein Preisgeld von 25.000 Euro erhält, werden die fünf weiteren Autoren der Shortlist mit jeweils 2.500 Euro bedacht. Im Vorjahr ging die Auszeichnung an Dorothee Elmiger für ihren Roman „Die Holländerinnen“.