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Liveblog zu Angriff auf CSD: ++ Dobrindt: "Keine weitere Gefährdung" ++
Politik · 26.07.2026 23:18

Liveblog zu Angriff auf CSD: ++ Dobrindt: "Keine weitere Gefährdung" ++

Kurz: Nach dem tödlichen Anschlag auf den CSD in Berlin ist der Tatverdächtige bei einem Polizeieinsatz ums Leben gekommen. Die Bundesanwaltschaft übernimmt den Fall.

Tödlicher Ausgang nach CSD-Anschlag

Nach dem mutmaßlich islamistisch motivierten Terroranschlag am Rande des Berliner Christopher Street Days (CSD) hat sich die Sicherheitslage nach Angaben von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) stabilisiert. Der Tatverdächtige, ein 21-jähriger Mann, kam am späten Nachmittag des 26. Juli 2026 bei einem Polizeieinsatz in einer Kleingartenanlage in Berlin-Spandau ums Leben. Laut Angaben der Berliner Polizei war der Mann mit einer Stichwaffe auf Einsatzkräfte des Spezialeinsatzkommandos (SEK) losgegangen, woraufhin Beamte von der Schusswaffe Gebrauch machten. Trotz sofortiger Reanimationsversuche durch die Feuerwehr verstarb der Tatverdächtige noch vor Ort.

Ermittlungen unter neuer Führung

Die Bundesanwaltschaft hat die Ermittlungen in dem Fall übernommen. Dies bestätigten sowohl Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) als auch eine Sprecherin der Karlsruher Behörde. Die Zuständigkeit der obersten Anklagebehörde unterstreicht die Einordnung der Tat als islamistisch motivierten Terrorismus. Der dringende Tatverdacht gegen den 21-jährigen Abdul B. stützte sich unter anderem auf die Anmietung des Tatfahrzeugs auf seinen Namen sowie seine bekannte Vorgeschichte mit Verbindungen zum sogenannten Islamischen Staat (IS).

Hintergrund des Tatverdächtigen

Der 21-Jährige war den Sicherheitsbehörden bereits seit seinem 16. Lebensjahr als Islamist bekannt und stand nach Recherchen von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung bis zuletzt unter Beobachtung. Die Berliner Generalstaatsanwaltschaft teilte Details zu seiner Radikalisierung mit: Der Mann hatte in der Vergangenheit mehrfach versucht, sich dem IS anzuschließen. Nach einem Aufenthalt im Libanon und einer dortigen Haftstrafe war er im November 2025 nach Deutschland zurückgekehrt. Im Mai 2026 wurde er wegen der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat zu einer Jugendstrafe verurteilt, wobei die Staatsanwaltschaft gegen das Urteil Berufung eingelegt hatte, um eine höhere, nicht zur Bewährung ausgesetzte Strafe zu erreichen. Zuletzt hatte er an einem gerichtlich angeordneten Deradikalisierungsprogramm teilgenommen.

Reaktionen aus der Politik

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) mahnte nach dem Anschlag zur Besonnenheit. Er betonte, dass Gewalt nicht erst mit einem Anschlag beginne, sondern bereits bei Intoleranz, Ausgrenzung und Diskriminierung. Bei einer Andacht in der Berliner Marienkirche und einem späteren Besuch am Tatort im Tiergarten gedachte Merz gemeinsam mit weiteren Regierungsmitgliedern der Opfer. Er unterstrich, dass Extremisten keinen Platz in der Mitte der Gesellschaft hätten.

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) lobte das Krisenmanagement der Einsatzkräfte und die Zusammenarbeit mit den CSD-Veranstaltern, die ein Ausbrechen von Panik verhindert hätten. Er bezeichnete die Identifizierung und das Stellen des Tatverdächtigen innerhalb von 24 Stunden als großen Erfolg der Ermittlungsbehörden.

Solidarität und gesellschaftlicher Zusammenhalt

Als Zeichen der Solidarität mit der queeren Community wurde das Brandenburger Tor in Regenbogenfarben angestrahlt. Auch in anderen Städten, etwa bei einer Mahnwache in Frankfurt am Main, zeigten Menschen ihre Anteilnahme. Die Veranstalter des Berliner CSD warnten unterdessen davor, die Tat für politische Zwecke zu instrumentalisieren oder Menschen unter Generalverdacht zu stellen. Ziel der Gewalt sei es, die Gesellschaft zu spalten, was durch ein besonnenes Miteinander verhindert werden solle.

Aktueller Stand der Gefährdungslage

Bundesinnenminister Dobrindt erklärte, dass von keiner weiteren Gefährdung durch den Fall auszugehen sei. Zwar werde eine weitere Person im Umfeld des Tatverdächtigen geprüft, doch hätten sich bisher keine erhärteten Hinweise auf eine weitere Bedrohung ergeben. Die polizeilichen Maßnahmen dauern jedoch an, um alle Hintergründe der Tat vollständig aufzuklären.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/historische-gebaudefassade-mit-polizeiautos-38094382/ · Foto: Oleksiy Yeshtokyn,🌻🇺🇦🌻
Quelle: https://www.tagesschau.de/newsticker/liveblog-berlin-csd-sonntag-100.html