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Lexware: Kleinunternehmen setzen verstärkt KI ein
Technik · 18.08.2026 16:29

Lexware: Kleinunternehmen setzen verstärkt KI ein

Kurz: Eine neue Lexware-Umfrage zeigt: 34 Prozent der deutschen Kleinstunternehmen nutzen KI für ihre täglichen Prozesse – eine deutliche Steigerung zum Vorjahr.

Ein deutlicher Anstieg der KI-Nutzung in kleinen Betrieben

Die digitale Transformation erreicht zunehmend auch die kleinsten Einheiten der deutschen Wirtschaft. Wie eine aktuelle Erhebung des Softwareunternehmens Lexware belegt, hat sich die Verbreitung von Künstlicher Intelligenz (KI) in Kleinstunternehmen innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt. Während bei einer vorangegangenen Umfrage im September 2025 lediglich 16 Prozent der befragten Betriebe angaben, KI-gestützte Werkzeuge in ihre betrieblichen Abläufe integriert zu haben, ist dieser Anteil bis zum August 2026 auf 34 Prozent angewachsen. Diese Entwicklung unterstreicht einen rasanten Wandel in der Arbeitsweise von Unternehmen mit bis zu neun Beschäftigten. Die Daten, die dem Handelsblatt vorliegen, basieren auf einer breiten Befragung von knapp 3.000 Unternehmern. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass KI längst kein Nischenthema mehr für Großkonzerne ist, sondern in der Breite des Mittelstands und bei Kleinstunternehmern als Werkzeug zur Effizienzsteigerung und Automatisierung von Teilprozessen angekommen ist. Die Dynamik dieses Trends ist bemerkenswert, da sie zeigt, wie schnell technologische Neuerungen in den operativen Alltag von kleinen Betrieben integriert werden, um wettbewerbsfähig zu bleiben und den administrativen Aufwand zu minimieren.

Details zur Anwendung und Nutzungshäufigkeit

Die Art und Weise, wie Künstliche Intelligenz in den Betrieben eingesetzt wird, ist vielfältig, weist jedoch klare Schwerpunkte auf. Die Umfrage von Lexware zeigt, dass die Texterstellung und -bearbeitung das mit Abstand wichtigste Einsatzgebiet darstellt. Fast 80 Prozent der Anwender nutzen KI, um E-Mails, geschäftliche Angebote, Inhalte für soziale Medien oder Texte für ihre Webauftritte zu generieren. Doch die Anwendung beschränkt sich nicht mehr nur auf die reine Textproduktion. Zunehmend wird KI auch als kreativer Sparringspartner für das Brainstorming bei neuen Produkten oder Werbekampagnen herangezogen. Auch die Erstellung von visuellem Material sowie die Analyse von Daten gewinnen als Einsatzgebiete an Bedeutung. Besonders aufschlussreich ist die Intensität der Nutzung: 64 Prozent der befragten Kleinstunternehmer greifen mindestens mehrmals pro Woche auf KI-Tools zurück, während 41 Prozent sogar eine tägliche Nutzung angeben. Diese Zahlen belegen, dass die Technologie für viele Unternehmer zu einem festen Bestandteil ihres täglichen Arbeitsalltags geworden ist, der über gelegentliche Experimente weit hinausgeht.

Praxisbeispiel: Die Bäckerei als Innovationslabor

Ein anschauliches Beispiel für die praktische Anwendung von KI liefert die Bäckerei „Till und Brot“ in Freiburg. Der Inhaber Tillmann Gurka zeigt, wie KI den unternehmerischen Horizont erweitern kann. Zunächst nutzte er die Technologie für klassische Aufgaben wie Marktanalysen und die Recherche nach neuen Rezepturen. Der entscheidende Schritt gelang ihm jedoch, als er ChatGPT einsetzte, um ein Rezept für ein spezielles Gebäck zu entwickeln, das er zuvor in einer britischen Bäckerei entdeckt hatte. Die KI lieferte ihm ein erfolgreiches Ergebnis, das nun Teil seines Sortiments ist. Dieses Beispiel illustriert, dass KI nicht nur zur Automatisierung von Verwaltungsaufgaben dient, sondern auch als Instrument für die Produktentwicklung und zur Steigerung der Innovationskraft genutzt werden kann. Für einen traditionellen Handwerksbetrieb wie eine Bäckerei bedeutet dies eine neue Art der Unterstützung, die es ermöglicht, komplexe Aufgaben wie die Rezeptentwicklung effizienter zu gestalten und Inspirationen aus anderen Märkten direkt in das eigene Angebot zu übersetzen.

Die ökonomische Bedeutung der Kleinstunternehmen

Um die Relevanz dieser technologischen Entwicklung einzuordnen, muss man die volkswirtschaftliche Rolle der Kleinstunternehmen in Deutschland betrachten. Laut den Berechnungen des Statistischen Bundesamtes machen Betriebe mit bis zu neun Beschäftigten rund 85 Prozent aller Unternehmen in Deutschland aus. Diese Gruppe beschäftigt etwa neun Millionen Menschen und erwirtschaftet einen Anteil von 11,4 Prozent am Bruttoinlandsprodukt (BIP). Angesichts dieser Zahlen wird deutlich, dass eine Produktivitätssteigerung in diesem Sektor durch den Einsatz von KI erhebliche Auswirkungen auf die gesamte Wirtschaftskraft des Landes haben kann. Christian Steiger, Geschäftsführer von Lexware, betont in diesem Zusammenhang das Potenzial der Technologie zur Förderung des Unternehmertums. Er sieht in der KI-Unterstützung einen „Gamechanger“, der die Hürden für Neugründungen senken könnte. Durch die Vereinfachung von Geschäftsprozessen wird es für angehende Unternehmer attraktiver, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen, was wiederum die Gründungsdynamik in Deutschland nachhaltig stärken könnte.

Einordnung der Entwicklung aus Sicht der Experten

Einzuordnen ist die aktuelle Entwicklung als ein bedeutender Schritt hin zur Demokratisierung von Hochtechnologie. Während früher komplexe Softwarelösungen oft nur großen Unternehmen vorbehalten waren, ermöglichen KI-Anwendungen nun auch Kleinstbetrieben den Zugriff auf mächtige Analyse- und Kreativwerkzeuge. Den Berichten zufolge ist dieser Wandel nicht nur eine Frage der Effizienz, sondern auch eine strategische Entscheidung, um in einem zunehmend digitalisierten Marktumfeld bestehen zu können. Die hohe Akzeptanz, die sich in den Umfrageergebnissen widerspiegelt, deutet darauf hin, dass die Unternehmer die Vorteile der Zeitersparnis und der kreativen Unterstützung erkannt haben. Die Bewertung der Lexware-Verantwortlichen unterstreicht dabei den optimistischen Blick auf die Zukunft: KI wird nicht als Bedrohung, sondern als Befähiger gesehen, der es ermöglicht, die Zahl der Neugründungen zu steigern und bestehende Geschäftsmodelle durch neue Impulse, wie sie etwa im Freiburger Bäckereibeispiel zu sehen sind, zu erneuern. Es handelt sich hierbei um eine technologische Evolution, die das Potenzial hat, die Struktur der deutschen Wirtschaft langfristig zu beeinflussen.

Offene Fragen und der weitere Ausblick

Obwohl die Umfrage von Lexware ein deutliches Bild über den aktuellen Stand der KI-Nutzung zeichnet, bleiben einige Aspekte unbeantwortet. So geht aus dem Quelltext nicht hervor, welche spezifischen KI-Modelle oder Softwarelösungen von den Unternehmen bevorzugt werden. Auch die Frage nach den Kosten, die für die Implementierung dieser Tools anfallen, oder mögliche Sicherheitsbedenken der Unternehmer werden in der vorliegenden Quelle nicht thematisiert. Ebenso bleibt unklar, inwiefern die Nutzung von KI tatsächlich zu einer messbaren Steigerung des Umsatzes oder zu einer signifikanten Reduktion der Arbeitszeit führt, da die Umfrage primär den Nutzungsgrad und die Anwendungsgebiete erfasst. Wie es weitergeht, bleibt vorerst offen; es sind keine konkreten Termine für Folgestudien oder weiterführende Maßnahmen seitens Lexware genannt. Dennoch lässt die Dynamik der Zahlen vermuten, dass der Trend zur KI-Integration in den kommenden Monaten und Jahren weiter anhalten wird, da die Technologie kontinuierlich zugänglicher und leistungsfähiger wird.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/mann-fuhrt-diy-computerwartung-im-freien-durch-31854238/ · Foto: Anete Lusina
Quelle: https://www.golem.de/news/lexware-kleinunternehmen-setzen-verstaerkt-ki-ein-2608-212063.html