Ein sportlicher Auftakt in Birmingham
Die 27. Leichtathletik-Europameisterschaften haben im Alexander Stadium in Birmingham ihre Pforten geöffnet. Zum Auftakt am Montag stehen gleich fünf Entscheidungen auf dem Programm, die das sportliche Niveau des Turniers unterstreichen. Während Athleten aus ganz Europa um die begehrten Medaillen kämpfen, richtet sich der Fokus des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) auf ausgewählte Hoffnungsträger in den Wurf- und Laufdisziplinen.
Kugelstoßen: Deutsche Ambitionen bei Frauen und Männern
Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Kugelstoßen der Frauen. Yemisi Mabry, die bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris unter ihrem Mädchennamen Ogunleye für Furore sorgte, möchte ihre Erfolgsserie fortsetzen. Nach einer soliden Qualifikationsleistung von 19,25 Metern geht sie als Medaillenkandidatin in das Finale. Die Konkurrenz ist jedoch stark: Die Niederländerin Jessica Schilder tritt als Weltjahresbeste an und gilt als die Favoritin auf den Titel. Ergänzt wird das deutsche Aufgebot durch Katharina Maisch und die EM-Debütantin Nina Ndubuisi, für die eine Platzierung unter den besten Acht bereits als Erfolg gewertet werden kann.
Bei den Männern ist die Ausgangslage klar definiert. Der Italiener Leonardo Fabbri dominiert die Saison nach Belieben und unterstrich seine Ambitionen bereits in der Qualifikation mit einer Weite von 21,29 Metern. Alles andere als eine erfolgreiche Titelverteidigung des 29-Jährigen wäre eine Überraschung. Aus deutscher Sicht ruhen die Hoffnungen auf Eric Maihöfer, der sich für das Finale der besten Zwölf qualifizieren konnte.
Sprint-Highlights und Mittelstrecken-Spannung
Der Abschluss des ersten Wettkampftages gehört den Sprinterinnen über 100 Meter. Nach den Halbfinals am Abend entscheidet sich im Finale, wer den Titel der europäischen Sprintkönigin für sich beanspruchen kann. Das deutsche Team geht mit gemischten Gefühlen in den Wettbewerb: Gina Lückenkemper, die in der Vergangenheit zahlreiche Erfolge feierte, kämpft nach einer schwierigen Saison und gesundheitlichen Problemen um den Anschluss. Auch Rebekka Haase, die als Jahresschnellste des DLV gilt, sucht nach ihrer Form. Zu den Favoritinnen zählen die Britin Amy Hunt, die Polin Ewa Swoboda sowie die Schweizerin Géraldine di Tizio-Frey.
Auf der 5000-Meter-Distanz der Männer fehlt mit Mohamed Abdilaahi verletzungsbedingt ein wichtiger deutscher Läufer. Florian Bremm vertritt jedoch die deutschen Farben und hat sich mit einer Saisonbestzeit von 12:56,80 Minuten in eine gute Ausgangslage gebracht. Ein besonderes Augenmerk liegt zudem auf dem Norweger Jakob Ingebrigtsen. Der Mittelstrecken-Superstar gibt in Birmingham sein Saisondebüt, was ihn zu einer schwer kalkulierbaren Größe macht.
Weitere Entwicklungen im Turnierverlauf
Parallel zu den Finals beginnen die Vorläufe über 3000 Meter Hindernis bei den Frauen. Mit Gesa Krause, die bereits vier EM-Medaillen ihr Eigen nennt, sowie Lea Meyer und Olivia Gürth ist Deutschland stark aufgestellt. Krause geht als zweitbeste Europäerin des Jahres in den Wettbewerb und zählt zum engsten Favoritenkreis für das Finale, das für den kommenden Donnerstag angesetzt ist.
Die 4x400-Meter-Mixed-Staffel findet hingegen ohne deutsche Beteiligung statt. Hier liegt der Fokus vor allem auf der irischen Mannschaft, die ihren Titel aus Rom verteidigen will, sowie auf den britischen Gastgebern, die vor heimischer Kulisse nach Gold streben. Die kommenden Tage werden zeigen, wie sich die Kräfteverhältnisse nach diesem intensiven Auftakt weiterentwickeln und welche Athleten den Erwartungen in Birmingham gerecht werden können.