Ein dramatisches Finale in Ungarn
Das Qualifying zum Großen Preis von Ungarn bot Motorsport-Fans ein Spektakel bis zur letzten Sekunde. Auf dem anspruchsvollen Hungaroring, der bei Streckentemperaturen von über 50 Grad Celsius den Fahrern alles abverlangte, sicherte sich McLaren-Pilot Lando Norris mit einer Rundenzeit von 1:17.207 Minuten die Pole-Position. Sein Erfolg war das Ergebnis eines beeindruckenden Schlussspurts, mit dem er sich hauchdünn mit einem Vorsprung von lediglich 0,012 Sekunden gegen die Konkurrenz durchsetzte.
Rückschlag für Lewis Hamilton
Ursprünglich hatte Lewis Hamilton den zweiten Platz belegt und damit die Chance gewahrt, als erster Pilot in der Formel-1-Geschichte zehn Pole-Positions auf einer einzigen Strecke zu erreichen. Dieser Meilenstein blieb dem 41-Jährigen jedoch verwehrt. Nach einer eingehenden Untersuchung durch die Rennkommissare, bei der Videoaufnahmen, Telemetriedaten und Aussagen der Beteiligten ausgewertet wurden, erhielt Hamilton eine Strafe.
Der Grund für die Sanktion war eine „unnötige Behinderung“ von McLaren-Fahrer Oscar Piastri. Infolgedessen wurde Hamilton um drei Startplätze nach hinten versetzt und geht nun vom fünften Rang in das Rennen am Sonntag. Durch diese Entscheidung rückt Charles Leclerc im Ferrari auf den zweiten Startplatz vor, gefolgt von WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli im Mercedes auf Rang drei und Oscar Piastri auf Platz vier.
Herausforderungen für die Favoriten
Die extremen Bedingungen auf dem Kurs forderten ihren Tribut. Besonders Max Verstappen hatte mit seinem Red Bull zu kämpfen; ein Dreher im Q3 warf ihn auf den sechsten Startplatz zurück. Auch das Mercedes-Team erlebte einen schwierigen Nachmittag. Die Serie von Silberpfeilen auf dem ersten Startplatz riss damit im elften Saisonrennen. Kimi Antonelli, der in der WM-Wertung derzeit einen Vorsprung von 45 Punkten auf Hamilton hält, kam über den vierten Platz nicht hinaus. Er beklagte über Funk deutliche Grip-Probleme. Sein Teamkollege George Russell beendete das Qualifying auf Position sieben.
Überraschungen und solide Leistungen
Während die Top-Teams mit der Abstimmung rangen, gab es im Mittelfeld bemerkenswerte Entwicklungen. Der deutsche Pilot Nico Hülkenberg zeigte eine konstante Leistung und qualifizierte sich für den zehnten Startplatz. Auch bei Aston Martin gab es Grund zur Freude: Fernando Alonso schaffte es in diesem Jahr erstmals in das Q2, was der Pilot euphorisch über Funk kommentierte.
Eine kuriosere Leistung lieferte Isack Hadjar ab. Trotz eines Ausritts in Kurve zwölf, bei dem er kurzzeitig die Kontrolle über seinen Red Bull verlor, gelang ihm eine starke Runde, die ihn auf den vierten Platz im Q2 brachte.
Ausblick auf das Rennen
Für den Grand Prix am Sonntag (15 Uhr) verspricht die neue Startaufstellung zusätzliche Spannung. Mit Lando Norris an der Spitze und den beiden Ferraris sowie dem WM-Führenden Antonelli in direkter Schlagdistanz ist das Feld eng beieinander. Die Sommerpause steht unmittelbar bevor, weshalb die Teams alles daran setzen werden, vor der Unterbrechung ein optimales Ergebnis einzufahren. Die strategischen Entscheidungen in Bezug auf die Reifenwahl bei den hohen Temperaturen auf dem Hungaroring dürften dabei eine entscheidende Rolle spielen.