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Ladesäulenregister: Deutschland verzeichnet über 200.000 öffentliche Ladepunkte
Technik · 30.07.2026 08:56

Ladesäulenregister: Deutschland verzeichnet über 200.000 öffentliche Ladepunkte

Kurz: Die Bundesnetzagentur meldet einen deutlichen Anstieg der Ladeinfrastruktur. Über 200.000 öffentliche Ladepunkte sind nun in Deutschland registriert.

Ein Meilenstein für die Elektromobilität

Die Ladeinfrastruktur in Deutschland wächst kontinuierlich. Zum Stichtag 1. Juli 2026 registrierte die Bundesnetzagentur insgesamt 209.605 öffentlich zugängliche Ladepunkte. Dies entspricht einem Zuwachs von 16,48 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, als noch 179.944 Ladepunkte verzeichnet wurden. Auch die Anzahl der Standorte nahm zu: Sie stieg um 16,58 Prozent auf 116.784 Ladeeinrichtungen.

Fokus auf Hochleistungsladen

Besonders dynamisch entwickelt sich der Bereich der Schnellladeinfrastruktur. Während die Zahl der Normalladepunkte bis 22 kW um 12,62 Prozent zulegte, verzeichneten Schnellladepunkte mit einer Leistung von über 22 kW ein deutliches Plus von 29,14 Prozent. Insgesamt stehen nun 54.341 Schnellladepunkte zur Verfügung.

Diese Entwicklung schlägt sich auch in der kumulierten Nennleistung nieder, die um 27 Prozent auf über 9 Millionen Kilowatt anstieg. Die durchschnittliche Leistung pro Ladepunkt erhöhte sich damit von 39,55 kW auf 43,12 kW. Ein Blick auf die Leistungsklassen zeigt den Trend zu immer leistungsfähigeren Systemen:

* **Über 299 kW:** 19.015 Ladepunkte (+ 39,04 Prozent)

* **149 kW bis 299 kW:** 20.741 Ladepunkte (+ 27,04 Prozent)

* **15 kW bis 22 kW:** 114.086 Ladepunkte (häufigste Kategorie)

Betreiberstruktur und regionale Verteilung

Der Markt ist durch eine Vielzahl von Akteuren geprägt; insgesamt sind 12.993 Betreiber im Register verzeichnet. Bei der reinen Anzahl der Ladepunkte führt die EnBW mobility+ AG und Co.KG das Feld an, gefolgt von der Eon Drive GmbH und der Tesla Germany GmbH. Betrachtet man die installierte Ladeleistung, bleibt EnBW ebenfalls Spitzenreiter, gefolgt von Tesla und der BP Europa SE.

Regional betrachtet liegen Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg bei der Gesamtzahl der Ladepunkte vorn. Interessant ist jedoch die Wachstumsdynamik: Hamburg verzeichnete mit einem Plus von über 40 Prozent den stärksten Zuwachs, gefolgt von Mecklenburg-Vorpommern.

Einordnung: Dichte vs. Gesamtzahl

Obwohl die absoluten Zahlen ein deutliches Wachstum belegen, weisen Experten auf ein Dichteproblem hin. Im europäischen Vergleich liegt Deutschland bei der Anzahl der Ladepunkte pro Quadratkilometer auf dem fünften Platz. Mit 0,56 Ladepunkten pro Quadratkilometer bleibt Deutschland hinter Ländern wie den Niederlanden (4,88), Belgien (3,03) und Luxemburg (1,25) zurück. Die reine Gesamtzahl der Ladepunkte täuscht hier über die flächenbezogene Verfügbarkeit hinweg, da die Dichte maßgeblich von der Landesgröße beeinflusst wird.

Regulatorischer Rahmen und Ausblick

Der Ausbau der Ladeinfrastruktur wird durch die europäische AFIR-Verordnung (EU 2023/1804) flankiert. Diese schreibt vor, dass entlang der transeuropäischen Kernverkehrsnetze in festen Abständen von 60 Kilometern Schnellladepunkte für Pkw und Lkw zur Verfügung stehen müssen. Bis Ende 2030 ist eine vollständige Umsetzung dieser Vorgaben vorgesehen. Zudem müssen die Mitgliedstaaten für jedes zugelassene Elektroauto eine zusätzliche Ladeleistung von 1,3 Kilowatt vorhalten. Nach Angaben des Energieverbandes BDEW übertrifft Deutschland diese EU-Vorgaben derzeit bereits um ein Vielfaches.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/schnee-stadt-strasse-winter-19321862/ · Foto: Annika Rose
Quelle: https://www.golem.de/news/ladesaeulenregister-deutschland-verzeichnet-ueber-200-000-oeffentliche-ladepunkte-2607-211428.html