Optimistische Prognosen für das Geschäftsjahr 2026
Die Deutsche Telekom blickt auf ein erfolgreiches zweites Quartal zurück, das die Unternehmensführung dazu veranlasst hat, ihre finanziellen Erwartungen für das laufende Jahr erneut nach oben zu korrigieren. Konzernchef Tim Höttges betonte, dass die jüngsten Ergebnisse die Widerstandsfähigkeit des Geschäftsmodells unterstreichen, welches selbst in einem herausfordernden wirtschaftlichen Umfeld verlässliche Erträge und Cashflows generiert.
Für das operative Ergebnis, gemessen als Ebitda AL, peilt der Konzern nun einen Wert von etwa 47,5 Milliarden Euro an. Zum Vergleich: Im vorangegangenen Jahr lag dieser Wert bei 44,7 Milliarden Euro. Auch beim Free Cashflow zeigt sich der Bonner Konzern zuversichtlich und erwartet einen Anstieg auf über 19,8 Milliarden Euro, nachdem im Vorjahr vergleichbare 19,3 Milliarden Euro erzielt wurden.
Wachstumstreiber und operative Kennzahlen
Der Umsatz im zweiten Quartal legte um rund 4 Prozent auf knapp 29,9 Milliarden Euro zu. Getragen wurde diese Entwicklung durch positive Impulse aus den Kernmärkten Deutschland, Europa sowie durch die US-Tochter T-Mobile US. Das bereinigte Ebitda AL stieg im gleichen Zeitraum um 7,5 Prozent auf 11,8 Milliarden Euro und übertraf damit die Erwartungen von Analysten, die im Vorfeld einen leicht niedrigeren Wert prognostiziert hatten.
Ein wesentlicher Faktor für den Erfolg im Heimatmarkt war das Angebot von MagentaTV. Durch die Übertragungsrechte an der Fußball-Weltmeisterschaft konnte die Telekom rund eine Million neue Kunden gewinnen. Trotz dieser positiven Dynamik wies der Konzern einen Gewinn von etwa 2,5 Milliarden Euro aus, was einem Rückgang von rund sechs Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht.
Kapitalmarktstrategie und Aktienrückkäufe
Aufgrund der soliden finanziellen Lage hat die Konzernführung entschieden, das Aktienrückkaufprogramm für das Jahr 2026 deutlich aufzustocken. Das Volumen wird um 3 Milliarden Euro erhöht, wodurch sich die geplanten Rückkäufe für das laufende Jahr auf insgesamt 5 Milliarden Euro summieren. Diese Maßnahme spiegelt das Vertrauen der Führungsebene in die langfristige Wertentwicklung des Unternehmens wider.
Herausforderungen in den USA und bei T-Systems
Trotz der insgesamt positiven Bilanz gibt es Bereiche, in denen der Konzern mit Gegenwind zu kämpfen hat:
* **T-Systems:** Die Cloud- und IT-Sparte verzeichnete einen unerwarteten Rückgang beim Auftragseingang von 13,4 Prozent. Die Unternehmensführung geht jedoch davon aus, dass dies keine negativen Auswirkungen auf das angestrebte Wachstum für das Gesamtjahr im Vergleich zu 2025 haben wird.
* **Wettbewerb in den USA:** Konzernchef Höttges räumte ein, dass der Wettbewerbsdruck auf dem US-Markt spürbar zugenommen hat.
* **Kundenunmut bei T-Mobile US:** Die US-Tochter steht in der Kritik, da sie ältere Tarifverträge, die einst Preisgarantien enthielten, schrittweise auf teurere Modelle umstellt. Diese Praxis, die von Verbraucherschützern als Abkehr vom ursprünglichen „Un-Carrier“-Versprechen wahrgenommen wird, hat bereits zu Beschwerden bei der US-Fernmeldebehörde FCC geführt.
Die Umstellung betrifft insbesondere Kunden in älteren Tarifen wie „Simple Choice“ oder „One Plan“. Während das Unternehmen die Prognosen für den Cashflow aufgrund der neuen Tarifstruktur angehoben hat, bleibt abzuwarten, wie sich die regulatorischen Beschwerden und die veränderte Kundenbindung langfristig auf das Wachstum in den Vereinigten Staaten auswirken werden.