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Keine Brandgefahr, kein Lithium: Diese Batterien laufen 25 Jahre lang
Technik · 02.08.2026 11:00

Keine Brandgefahr, kein Lithium: Diese Batterien laufen 25 Jahre lang

Kurz: Großspeicher ohne Lithium-Ionen: In Sachsen-Anhalt entsteht ein gigantischer Batteriespeicher, der auf alternative Technologien und enorme Kapazitäten setzt.

Ein neuer Gigant in der deutschen Speicherlandschaft

Die Energiewende stellt das Stromnetz vor enorme Herausforderungen, insbesondere bei der Stabilisierung durch schwankende Einspeisung aus erneuerbaren Quellen. Um diesen Bedarf zu decken, gewinnen Großspeicher massiv an Bedeutung. Während bisher Lithium-Ionen-Batterien als Standard galten, zeichnet sich nun ein technologischer Wandel ab. In Klostermansfeld, Sachsen-Anhalt, entsteht derzeit ein Projekt, das die bisherigen Dimensionen in Europa in den Schatten stellt.

Mit einer geplanten Kapazität von 5,7 Gigawattstunden (GWh) wird die Anlage nach ihrer Fertigstellung, die für das Jahr 2028 vorgesehen ist, einen signifikanten Beitrag zur deutschen Infrastruktur leisten. Zum Vergleich: Die gesamte installierte Kapazität an Großspeichern in Deutschland liegt aktuell bei etwa 6,4 GWh. Allein dieses neue Projekt wird die Kapazität nahezu verdoppeln.

Abkehr von kritischen Rohstoffen

Der Trend bei modernen Großspeichern geht zunehmend weg von klassischen Lithium-Ionen-Systemen. Die Gründe hierfür sind vielfältig: Neben der Abhängigkeit von kritischen Rohstoffen stehen auch Sicherheitsaspekte im Fokus. Neue Ansätze, wie etwa Redox-Flow-Batterien, bieten hier eine Alternative. Diese Systeme gelten als robuster und weniger brandgefährdet, was sie für den Einsatz in großen Kapazitätsbereichen prädestiniert.

Ein wesentlicher Vorteil dieser neuen Generation von Speichern ist ihre Langlebigkeit. Berichten zufolge können diese Systeme über einen Zeitraum von bis zu 25 Jahren betrieben werden, ohne dass die Kapazität in einem Maße abnimmt, wie es bei herkömmlichen Batterietechnologien der Fall wäre. Dies macht sie zu einer wirtschaftlich attraktiven Option für Netzbetreiber, die auf langfristige Stabilität setzen.

Die Rolle der Netzstabilisierung

Großspeicher fungieren als Puffer im Stromnetz. Sie nehmen überschüssige Energie auf, wenn viel Strom aus Wind- und Solarkraft erzeugt wird, und geben diese bei Bedarf wieder ab. Die schiere Größe des Projekts in Klostermansfeld unterstreicht die Notwendigkeit, Speicherlösungen in einem industriellen Maßstab zu denken.

Der Wettbewerb um die größten Speicher Europas ist in vollem Gange. Noch im Juli 2026 galt ein Projekt in der Schweiz als Spitzenreiter, doch die Dynamik in der Branche ist hoch. Die technologische Entwicklung schreitet so schnell voran, dass Rekordmarken innerhalb weniger Monate übertroffen werden. Dies deutet auf ein wachsendes Vertrauen in alternative Speichertechnologien hin, die ohne die ökologischen und ökonomischen Nachteile von Lithium auskommen.

Ausblick auf die kommenden Jahre

Die Inbetriebnahme des Speichers in Sachsen-Anhalt im Jahr 2028 markiert einen wichtigen Meilenstein. Sollte sich die Technologie in diesem Maßstab bewähren, ist mit einer weiteren Skalierung ähnlicher Projekte zu rechnen. Die Kombination aus neuen Geschäftsmodellen und dem Verzicht auf kritische Rohstoffe könnte die Energiewende maßgeblich beschleunigen.

Für die Netzstabilität bedeutet dies eine Entlastung, da kurzfristige Schwankungen effizienter ausgeglichen werden können. Die Entwicklung zeigt, dass die Lösung für die Speicherproblematik nicht zwingend in immer mehr Lithium-Batterien liegen muss, sondern in einer Diversifizierung der Speichertechnologien, die auf Sicherheit und eine lange Lebensdauer ausgelegt sind.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/nahaufnahme-moderner-industriemaschinen-in-der-fabrik-33427061/ · Foto: Katharina-Charlotte May
Quelle: https://t3n.de/news/grossbatterien-ohne-lithium-salz-holz-schallwellen-1754509/?utm_source=rss&utm_medium=newsFeed&utm_campaign=newsFeed