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?Kassel – Wo Zukunft Raum hat“
Regional · 10.09.2026 10:17

?Kassel – Wo Zukunft Raum hat“

Kurz: Die Wirtschaftsregion Kassel startet eine bundesweite Standortkampagne, um Investoren, Talente und Wissenschaftler für den Standort zu gewinnen.

Ein neuer Aufbruch für die Wirtschaftsregion Kassel

Unter dem Leitmotiv „Kassel – Wo Zukunft Raum hat“ startet die Wirtschaftsregion Kassel am 15. September 2026 eine groß angelegte, bundesweite Standortmarketingkampagne. Ziel der Initiative ist es, die Region als attraktiven Standort für Investitionen, unternehmerische Innovationen und berufliche Entwicklungsmöglichkeiten zu positionieren. Die Kampagne richtet sich gezielt an eine breite Zielgruppe, die von Investoren und etablierten Unternehmen über aufstrebende Start-ups bis hin zu hochqualifizierten Talenten und Akteuren aus der Wissenschaft reicht. Um diese Aufmerksamkeit zu erreichen, setzt die Region auf eine Kombination aus großformatiger Außenwerbung in sechs deutschen Metropolen – Berlin, Hamburg, Düsseldorf, Köln, Frankfurt am Main und München – sowie flankierende digitale Maßnahmen und eine starke Präsenz in den sozialen Medien. Die Kampagne ist das Ergebnis einer engen Zusammenarbeit zwischen der Stadt Kassel und dem Landkreis, die gemeinsam ihre Stärken bündeln, um im Wettbewerb der deutschen Wirtschaftsstandorte sichtbarer zu werden. Das Versprechen, das der Kampagne zugrunde liegt, ist dabei mehr als ein reiner Slogan: Es versteht sich als Haltung, die den Standortvorteil der Region in den Mittelpunkt stellt. Kassel bietet den notwendigen Raum für Wachstum, Forschung und die Verwirklichung neuer beruflicher Perspektiven.

Die Akteure und die strategische Ausrichtung

Die offizielle Vorstellung der Kampagne am 10. September 2026 unterstrich die breite Allianz, die hinter diesem Vorhaben steht. Zu den anwesenden Akteuren zählten unter anderem Oberbürgermeister Dr. Sven Schoeller, der Wirtschaftsdezernent der Stadt Kassel Matthias Nölke sowie Landrat Andreas Siebert. Auch Vertreter der Wirtschaft und Wissenschaft, wie Vivien Giebeler von Volkswagen Kassel, Dr.-Ing. Jan-Peter Seevers von der Veli GmbH sowie Mitglieder des Fachgebiets Mensch-Maschine-Systemtechnik der Universität Kassel, waren vor Ort, um das Projekt zu unterstützen. Die operative Umsetzung liegt in den Händen der Wirtschaftsförderung Region Kassel GmbH unter der Leitung von Kai Lorenz Wittrock, die hierfür mit der Agentur PAC aus Vellmar kooperierte. Finanziell und ideell unterstützt wird das Vorhaben zudem durch die Kasseler Sparkasse und die Volksbank Kassel Göttingen eG. Die Kampagne verzichtet dabei bewusst auf eine abstrakte Auflistung von Standortvorteilen. Stattdessen setzt man auf authentische Gesichter aus der Region: Unternehmer, Fachkräfte und Gründer, die ihre persönlichen Geschichten erzählen und so verdeutlichen, was in Kassel konkret möglich ist. Durch diese Personalisierung soll die Botschaft nahbar und glaubwürdig vermittelt werden.

Ein starkes Fundament in der Mitte Deutschlands

Die Region Kassel zählt zu den bedeutendsten Innovations- und Technologiestandorten in Hessen. Als zentraler Verdichtungsraum in Deutschland profitiert sie von einer einzigartigen Kombination aus industrieller Tradition und zukunftsorientierter Forschung. Besonders hervorzuheben sind die Kompetenzen in den Sektoren Energie, Mobilität, Defense und Wissenschaft. Im Bereich der Energiewirtschaft reicht das Spektrum von innovativen Speicher- und Transporttechnologien bis hin zur Solarenergie, wobei das Fraunhofer-Institut für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik als zentraler Ankerpunkt für Spitzenforschung dient. Die Mobilitätsbranche ist durch Schwergewichte wie Volkswagen und Daimler Truck, ergänzt durch eine leistungsfähige Bahnindustrie und Luftfahrtunternehmen, stark vertreten. Auch im Bereich Defense ist die Region mit Akteuren wie KNDS, Rheinmetall und Airbus exzellent aufgestellt. Ein weiteres zukunftsweisendes Projekt ist das am Kassel Airport entstehende Kompetenzzentrum für Drohnentechnologie. Diese industrielle Basis bildet das Rückgrat der regionalen Wirtschaft und bietet ein stabiles Umfeld für Neuansiedlungen und Investitionen, was durch die Kampagne nun verstärkt in den Fokus der bundesweiten Öffentlichkeit gerückt werden soll.

Die Rolle von Wissenschaft und Gründerszene

Neben der Industrie fungiert die Universität Kassel als entscheidender Motor für Innovation und Wachstum. Mit rund 21.000 Studierenden bildet sie ein Reservoir an Talenten und fördert aktiv den Wissenstransfer in die Wirtschaft. Die Erfolgsbilanz ist beachtlich: Aus dem universitären Umfeld sind bereits etwa 400 Unternehmen mit insgesamt 15.000 Arbeitsplätzen hervorgegangen. Unterstützt wird dieser Prozess durch eine spezialisierte Infrastruktur für technologieorientierte Gründungen. Insbesondere die Kasseler Gründerzentren FIDT und Science Park spielen hierbei eine zentrale Rolle. Sie haben bisher rund 500 erfolgreiche Gründungen mit knapp 2.000 Arbeitsplätzen hervorgebracht und dienen als Schnittstelle zwischen akademischer Forschung und industrieller Anwendung. Diese enge Verzahnung sorgt dafür, dass Forschungsergebnisse nicht in der Theorie verharren, sondern in wirtschaftliches Wachstum und qualifizierte Arbeitsplätze übersetzt werden. Die Kampagne „Kassel – Wo Zukunft Raum hat“ greift diese Dynamik auf und präsentiert die Region als einen Ort, an dem Kooperation und Transfer gelebte Praxis sind, was insbesondere für Start-ups und Forschungseinrichtungen ein entscheidendes Argument für eine Ansiedlung darstellt.

Einordnung der Kampagnenstrategie

Einzuordnen ist das Vorhaben als eine notwendige Reaktion auf den verschärften Wettbewerb um Investoren und Fachkräfte. Den Berichten der beteiligten Akteure zufolge reicht eine bloße Standortqualität in der heutigen Zeit nicht mehr aus; sie muss aktiv kommuniziert und wahrgenommen werden. Die Kampagne verfolgt hierbei einen differenzierten Ansatz: Sie spricht verschiedene Zielgruppen mit jeweils passenden Narrativen an. Während für Investoren der Raum für wirtschaftliche Entwicklung und Wachstum im Vordergrund steht, betonen die Motive für Talente die Vereinbarkeit von beruflicher Karriere und hoher Lebensqualität. Für Gründer liegt der Fokus auf den vorhandenen Netzwerken und Entwicklungsmöglichkeiten. Diese strategische Segmentierung zeigt ein tiefes Verständnis für die unterschiedlichen Bedürfnisse der Zielgruppen. Die Entscheidung, echte Persönlichkeiten wie Vivien Giebeler oder Dr.-Ing. Jan-Peter Seevers als Botschafter einzusetzen, unterstreicht den Anspruch, Kassel nicht als anonymen Standort, sondern als lebendigen, gestaltbaren Raum zu präsentieren. Es ist ein selbstbewusster Auftritt, der die wirtschaftliche Stärke mit der wissenschaftlichen Kompetenz der Region verknüpft.

Die Bedeutung der regionalen Zusammenarbeit

Ein zentraler Aspekt der Kampagne ist die enge Kooperation zwischen der Stadt Kassel und dem Landkreis. Landrat Andreas Siebert betonte in diesem Zusammenhang, dass die Wirtschaftsregion Kassel als Einheit weit mehr sei als die Summe ihrer einzelnen Standorte. Diese Allianz ermöglicht es, Synergien besser zu nutzen und ein geschlossenes Bild nach außen zu tragen. Die Stadt liefert dabei die urbane Infrastruktur und das wissenschaftliche Umfeld, während der Landkreis durch seine industrielle Basis und die räumlichen Entwicklungsmöglichkeiten ergänzt. Diese komplementäre Stärke schafft hervorragende Bedingungen für Unternehmen, die sowohl von der Nähe zu Forschungseinrichtungen als auch von industriellen Kapazitäten profitieren wollen. Auch Wirtschaftsdezernent Matthias Nölke hob hervor, dass die Kampagne ein wichtiges Instrument sei, um die Potenziale der Region in eine klare, einprägsame Botschaft zu übersetzen. Die Zusammenarbeit über Verwaltungsgrenzen hinweg wird hier als entscheidender Wettbewerbsvorteil verstanden, der Kassel für Unternehmen und Talente attraktiver macht, die nach einem Umfeld suchen, in dem Entwicklung möglich ist.

Offene Fragen und Lücken in der Berichterstattung

Obwohl die Kampagne inhaltlich und strategisch detailliert vorgestellt wurde, lässt der Quelltext einige Aspekte unbeantwortet. So fehlen konkrete Angaben zum finanziellen Budget, das für die bundesweite Werbekampagne in den sechs Metropolen bereitgestellt wurde. Ebenso wird nicht explizit dargelegt, über welchen Zeitraum die Kampagne in ihrer initialen Phase laufen soll oder ob langfristige Evaluationen zur Messung des Erfolgs – etwa durch die Anzahl der Neugründungen oder Ansiedlungen – geplant sind. Auch die genaue Gewichtung der digitalen Maßnahmen im Vergleich zur klassischen Außenwerbung bleibt vage. Zudem wird nicht detailliert ausgeführt, wie die Einbindung der genannten Kooperationspartner, also der Kasseler Sparkasse und der Volksbank Kassel Göttingen eG, konkret ausgestaltet ist und ob diese über die Kampagnenarbeit hinausgehende Förderprogramme für die Zielgruppen initiiert haben. Die genannten Zahlen zu Gründungen und Arbeitsplätzen beziehen sich auf den historischen Bestand; wie sich die Kampagne konkret auf zukünftige Kennzahlen auswirken soll, bleibt eine offene Prognose, die erst durch die praktische Umsetzung validiert werden muss.

Ausblick und nächste Schritte

Mit dem offiziellen Startschuss am 15. September 2026 beginnt nun die Phase der aktiven Umsetzung. Die großformatigen Werbeflächen in den sechs deutschen Metropolen werden das Bild der Wirtschaftsregion Kassel in den öffentlichen Raum tragen. Parallel dazu wird die neue Website unter www.wirtschaftsregion-kassel.de als zentrale Anlaufstelle dienen, um die in der Kampagne geweckte Aufmerksamkeit in konkrete Kontakte zu verwandeln. Dort finden Interessierte vertiefende Informationen zu den Standortvorteilen sowie direkte Ansprechpartner für Investitionsvorhaben oder berufliche Fragen. Die Wirtschaftsförderung Region Kassel GmbH, als zentrale Ansprechpartnerin, wird in den kommenden Monaten die Netzwerkarbeit intensivieren und die durch die Kampagne generierten Anfragen bearbeiten. Der Erfolg des Vorhabens wird sich daran messen lassen, inwieweit es gelingt, die Aufmerksamkeit in nachhaltige Ansiedlungen und die Gewinnung neuer Fachkräfte zu übersetzen. Die Region hat sich mit diesem Auftritt klar positioniert und lädt nun Unternehmen, Talente und Wissenschaftler ein, den „Raum“, den Kassel bietet, aktiv für ihre eigene Zukunft zu nutzen.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/wolken-bewolkt-gebaude-architektur-22619628/ · Foto: Anh Nguyen
Quelle: http://landkreiskassel.de/pressemitteilungen/september/kassel-wo-zukunft-raum-hat.php