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Jetzt im Ticker - Geher Leo Köpp disqualifiziert
Sport · 15.08.2026 09:24

Jetzt im Ticker - Geher Leo Köpp disqualifiziert

Kurz: Bittere Enttäuschung für Leo Köpp bei der Leichtathletik-EM in Birmingham: Der deutsche Geher wurde im Halbmarathon-Wettbewerb nach vier Verwarnungen disqualifi

Ein jähes Ende der Medaillenhoffnungen

Der sechste Tag der Leichtathletik-Europameisterschaften in Birmingham begann für das deutsche Team mit einem herben Rückschlag. Im Halbmarathon-Gehen der Männer, einer der neuen Distanzen bei diesem Großereignis, endete der Wettkampf für den deutschen Athleten Leo Köpp vorzeitig und auf dramatische Weise. Während er sich zu Beginn des Rennens in einer hervorragenden Verfassung präsentierte und gemeinsam mit dem Spanier Paul McGrath die Spitze des Feldes anführte, wendete sich das Blatt bei Kilometer 12 schlagartig. Innerhalb kürzester Zeit sprachen die Kampfrichter gegen den Berliner vier Qualifikationsanträge aus, was nach den geltenden Regeln des Gehens zwingend zur Disqualifikation führt. Köpp, der nach einem elften Platz bei der vorangegangenen Weltmeisterschaft mit großen Ambitionen in das Rennen gegangen war, musste das Feld verlassen. Mit seinem Ausscheiden platzte der Traum von einer Medaille bei dieser EM, während Paul McGrath nach Köpps Ausscheiden die alleinige Führung im Wettbewerb übernahm.

Der Rennverlauf bis zur Disqualifikation

Der Wettbewerb über die Halbmarathondistanz startete am frühen Morgen bei schwierigen Bedingungen auf einem hügeligen Rundkurs durch die Innenstadt von Birmingham. Bereits ab dem ersten Kilometer, der in einer Zeit von 4:22 Minuten absolviert wurde, zeigte sich Leo Köpp sehr aktiv. Zusammen mit seinem Landsmann, dem EM-Debütanten Frederick Weigel, ordnete er sich früh in der Spitzengruppe ein. Nach vier Kilometern umfasste die führende Gruppe 13 Athleten, in der sich Köpp weiterhin behaupten konnte. Bei Kilometer 8 belauerten sich zehn Athleten an der Spitze, darunter neben Köpp auch die favorisierten spanischen und italienischen Geher. Zu diesem Zeitpunkt wirkte der Berliner noch souverän. Bei Kilometer 10 festigte sich der Eindruck seiner Stärke, als er sich gemeinsam mit dem Spanier Paul McGrath um elf Sekunden von der restlichen Spitzengruppe absetzen konnte. Doch nur zwei Kilometer später, bei Kilometer 12, endete das Rennen für ihn durch die Entscheidung der Kampfrichter abrupt.

Hintergrund der neuen Gehwettbewerbe

Die Europameisterschaften in Birmingham zeichnen sich durch eine bedeutende Neuerung aus: Erstmals bei einem internationalen Großereignis werden die Gehwettbewerbe auf den Distanzen des Halbmarathons und des Marathons ausgetragen. Diese Umstellung stellte die Athleten vor neue Herausforderungen, da beide Wettbewerbe zeitgleich ausgetragen wurden, was eine Teilnahme an beiden Distanzen unmöglich machte. Der erfahrene deutsche Geher Christopher Linke, der sich auf beiden Strecken wohlfühlt, hatte lange Zeit offengelassen, für welchen Wettbewerb er sich entscheiden würde. Er wählte schließlich die Marathondistanz. Die Entscheidung für diese neuen Distanzen veränderte die taktische Herangehensweise der Athleten grundlegend, da die Streckenführung in Birmingham zudem durch ein hügeliges Profil mit mehreren Steigungen geprägt ist, was die physische Belastung für die Geherinnen und Geher deutlich erhöht.

Die Akteure im deutschen und internationalen Feld

Neben dem ausgeschiedenen Leo Köpp waren weitere deutsche Athleten im Einsatz. Frederick Weigel, der als EM-Debütant antrat, hielt sich über weite Strecken des Halbmarathons im hinteren Bereich des Feldes auf und lag bei Kilometer 8 auf dem 16. Rang, mit einem Rückstand von 27 Sekunden auf die Spitze. Im Marathon der Männer starteten für Deutschland Christopher Linke sowie Johannes Frenzl. Karl Junghannß musste seine Teilnahme am Marathon kurzfristig aufgrund von Beinproblemen absagen. Bei den Frauen gingen Bianca Maria Dittrich und Ada Junghannß über die Marathondistanz an den Start. International gab es ein hochkarätiges Teilnehmerfeld. Zu den Favoriten auf der Halbmarathondistanz gehörten der Italiener Francesco Fortunato, der in dieser Saison in sechs Rennen unbesiegt blieb, sowie sein Landsmann Andrea Cosi. Auch die Spanier um Paul McGrath, Diego Garcia Carrera und Alvaro Lopez wurden vor dem Rennen als heiße Anwärter auf Edelmetall gehandelt.

Einordnung der Regelauslegung

Die Disqualifikation von Leo Köpp ist ein drastisches Beispiel für die strenge Regelauslegung im Gehsport, bei der die technische Korrektheit der Fortbewegung durch Kampfrichter permanent überwacht wird. Einem Bericht zufolge erhielt Köpp innerhalb weniger Augenblicke vier Anträge auf Disqualifikation, was den unmittelbaren Ausschluss aus dem Wettkampf zur Folge hatte. Einzuordnen ist dies als das Risiko, das Geher bei hohem Tempo eingehen müssen, um den Anschluss an die Spitze zu halten. Die Kampfrichter bewerten dabei insbesondere den Bodenkontakt und die Streckung des Knies. Dass Köpp bis zur zwölften Kilometer-Marke noch an zweiter Stelle lag, unterstreicht seine sportliche Leistungsfähigkeit, macht das Ausscheiden jedoch umso bitterer. Den Berichten zufolge war die Konkurrenz an der Spitze extrem eng, was die Geher dazu zwang, am absoluten Limit der erlaubten Technik zu agieren, um den Kontakt zur Führungsgruppe nicht zu verlieren.

Offene Fragen zum Rennverlauf

Der Quelltext lässt einige Aspekte des Wettkampfs unbeantwortet. So wird nicht explizit dargelegt, welche spezifischen technischen Fehler die Kampfrichter bei Leo Köpp bei Kilometer 12 genau monierten. Auch bleibt offen, wie der weitere Rennverlauf für den Debütanten Frederick Weigel verlief, nachdem er bei Kilometer 8 noch auf Platz 16 geführt wurde. Ebenso wenig lässt sich aus den vorliegenden Informationen ableiten, wie der ungarische Geher Bence Venyercsan, der im Marathon zeitweise als Ausreißer mit 37 Sekunden Vorsprung führte, das Rennen taktisch einteilte und ob er diesen Vorsprung bis ins Ziel verteidigen konnte. Die genauen Gründe für die kurzfristige Absage von Karl Junghannß werden lediglich als „Probleme am Bein“ benannt, ohne dass eine medizinische Diagnose oder nähere Details zur Art der Verletzung genannt werden. Auch die exakten Endplatzierungen der anderen deutschen Athleten, wie Johannes Frenzl oder Bianca Maria Dittrich, sind zum Zeitpunkt der Berichterstattung noch nicht abschließend geklärt.

Ausblick auf den weiteren EM-Verlauf

Nach dem turbulenten Vormittag mit den Gehwettbewerben richtet sich der Fokus der Leichtathletik-EM in Birmingham nun auf die weiteren Entscheidungen des Tages. Für den Mittag ist die Qualifikation im Weitsprung angesetzt, bei der ein deutsches Trio um die Athletin Malaika Mihambo ab 12.50 Uhr an den Start gehen wird. Der Abend verspricht weitere sportliche Höhepunkte in neun verschiedenen Disziplinen. Ab 20.45 Uhr fällt die Entscheidung im Siebenkampf, gefolgt vom Speerwurf der Männer ab 21.01 Uhr, bei dem Julian Weber als Medaillenkandidat gilt. Weitere Finals finden im Hochsprung der Frauen, über die 400 Meter der Frauen, im Dreisprung der Männer sowie über die 10.000 Meter der Männer statt. Den Abschluss bilden die 1500 Meter der Männer mit Robert Farken sowie die beiden Staffeln über 4x100 Meter, die traditionell zu den Höhepunkten der Meisterschaft zählen und bei denen das deutsche Team erneut auf Edelmetall hofft.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/leeres-fussballfeld-im-emirates-stadium-in-london-28517856/ · Foto: Mario Spencer
Quelle: https://www.sportschau.de/live-und-ergebnisse/leichtathletik/eaa-europameisterschaft/event-konferenz-ticker/dn2026-08-15/