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Iran - Präsident Peseschkian: "US-Sanktionen schaden unserer Wirtschaft"
Schlagzeilen · 29.08.2026 14:19

Iran - Präsident Peseschkian: "US-Sanktionen schaden unserer Wirtschaft"

Kurz: Präsident Massud Peseschkian räumt ein, dass US-Sanktionen die iranische Wirtschaft massiv belasten. Er spricht von einer kriegsähnlichen Situation im Land.

Die aktuelle Lage: Präsident Peseschkian räumt wirtschaftliche Schäden ein

In einer bemerkenswerten Äußerung gegenüber dem iranischen Staatsfernsehen hat Präsident Massud Peseschkian öffentlich eingeräumt, dass die gegen den Iran verhängten Sanktionen der Vereinigten Staaten die wirtschaftliche Stabilität des Landes erheblich beeinträchtigen. Diese Stellungnahme markiert eine deutliche Abkehr von früheren, eher trotzigen Rhetoriken der iranischen Führung. Peseschkian beschrieb die aktuelle wirtschaftliche Situation des Iran als eine Art Kriegszustand, in dem sich das Land befinde. Er betonte, dass man sich mit den Bedingungen dieses wirtschaftlichen Konflikts abfinden müsse, um die Herausforderungen der kommenden Zeit zu bewältigen. Die Äußerung verdeutlicht den massiven Druck, der derzeit auf der iranischen Volkswirtschaft lastet, und unterstreicht die Sorge der Regierung vor einer weiteren Eskalation der wirtschaftlichen Isolation, die durch die internationale Politik der USA vorangetrieben wird. Die Offenheit des Präsidenten in dieser Angelegenheit lässt auf eine zunehmend angespannte Lage schließen, die das Land nun offen zu kommunizieren gezwungen ist.

Konkrete Auswirkungen: Zahlen und betroffene Sektoren

Die von Präsident Peseschkian genannten Zahlen zeichnen ein düsteres Bild der aktuellen wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des Iran. Laut seinen Angaben sind die Exporte und Importe des Landes in den vergangenen Monaten um beachtliche 25 bis 35 Prozent zurückgegangen. Diese signifikante Schrumpfung des Außenhandelsvolumens ist ein direkter Indikator für die Wirksamkeit der restriktiven Maßnahmen, die von Washington aus gesteuert werden. US-Präsident Trump hatte zuvor einen umfassenden Wirtschaftskrieg gegen Teheran angekündigt, der nun in der Praxis umgesetzt wird. US-Finanzminister Bessent präzisierte die Strategie und kündigte an, dass die verschärften Sanktionen nicht nur den Iran direkt betreffen, sondern auch ausländische Geschäftspartner ins Visier nehmen sollen, die weiterhin mit der Islamischen Republik kooperieren. Besonders betroffen von diesen Maßnahmen sind laut den Angaben des US-Finanzministeriums die Bereiche Goldhandel, digitale Vermögenswerte, die Luftfahrtbranche sowie die Schifffahrt. Diese Sektoren bilden das Rückgrat der iranischen Handelsbemühungen und sind nun durch die US-Politik massiv in ihrer Handlungsfähigkeit eingeschränkt.

Hintergrund und bisheriger Verlauf des Konflikts

Die Eskalation der wirtschaftlichen Spannungen ist das Ergebnis einer langjährigen, wechselhaften Politik zwischen Washington und Teheran. Noch vor wenigen Tagen, am vergangenen Mittwoch, hatte Präsident Peseschkian eine deutlich andere Haltung eingenommen. Damals betonte er öffentlich, dass die jüngsten US-Sanktionen keinerlei Wirkung zeigen würden und der Iran dem wachsenden wirtschaftlichen Druck weiterhin erfolgreich standhalten werde. Dieser plötzliche Kurswechsel in der öffentlichen Kommunikation innerhalb weniger Tage deutet darauf hin, dass die internen Analysen der wirtschaftlichen Lage möglicherweise alarmierender ausgefallen sind, als es die offizielle Propaganda zunächst vermuten ließ. Der Druck durch die USA ist Teil einer breiteren Strategie, die darauf abzielt, den Iran durch eine umfassende wirtschaftliche Aushungerung zu einem Einlenken in anderen politischen Fragen zu bewegen. Die aktuelle Situation ist somit das Resultat einer kontinuierlichen Verschärfung der Sanktionspolitik, die nun offenbar eine kritische Schwelle erreicht hat, die auch von der iranischen Führung nicht mehr ignoriert werden kann.

Die Akteure und ihre Positionen

Die zentralen Akteure in diesem geopolitischen und wirtschaftlichen Tauziehen sind klar definiert. Auf iranischer Seite steht Präsident Massud Peseschkian, der nun die schwierige Aufgabe hat, die Auswirkungen der Sanktionen gegenüber der eigenen Bevölkerung zu rechtfertigen und gleichzeitig die Handlungsfähigkeit seines Staates zu wahren. Auf der Gegenseite fungieren US-Präsident Trump als Architekt der Sanktionspolitik und US-Finanzminister Bessent als derjenige, der die operativen Maßnahmen zur Durchsetzung des Wirtschaftskrieges koordiniert. Besonders bemerkenswert ist die Rolle der ausländischen Geschäftspartner, die nun durch die US-Sanktionen vor die Wahl gestellt werden, entweder ihre Beziehungen zum Iran abzubrechen oder selbst ins Visier der US-Behörden zu geraten. Diese Akteure bilden ein komplexes Geflecht aus staatlichen und wirtschaftlichen Interessen, wobei der Iran derzeit versucht, durch die Anerkennung der schwierigen Umstände eine neue Strategie der Resilienz zu entwickeln, während die USA den Druck auf das internationale Umfeld des Iran konsequent erhöhen.

Einordnung und Bewertung der Lage

Einzuordnen ist die Äußerung des iranischen Präsidenten als ein Eingeständnis der Schwäche, das in der iranischen Politik selten ist. Den Berichten zufolge ist der Rückgang der Handelsaktivitäten um bis zu 35 Prozent ein massiver Schock für eine Volkswirtschaft, die ohnehin bereits seit Jahren unter Sanktionen leidet. Die Verwendung des Begriffs „Kriegssituation“ durch Peseschkian ist dabei nicht nur als rein wirtschaftliche Beschreibung zu verstehen, sondern dient auch dazu, die Bevölkerung auf weitere Entbehrungen einzustimmen. Es ist davon auszugehen, dass die iranische Führung versucht, durch diese Offenheit die Erwartungen an den Lebensstandard zu dämpfen und die Verantwortung für die wirtschaftliche Misere einseitig den USA zuzuschreiben. Die Strategie der USA, auch Drittstaaten und ausländische Unternehmen in den Sanktionsdruck einzubeziehen, zielt darauf ab, den Iran vollständig von den globalen Finanz- und Handelsströmen abzuschneiden, was den Handlungsspielraum der Regierung in Teheran massiv einengt.

Offene Fragen und zukünftige Entwicklungen

Trotz der klaren Äußerungen bleiben zahlreiche Fragen offen, auf die der vorliegende Quelltext keine Antworten liefert. Es bleibt beispielsweise unklar, welche konkreten Gegenmaßnahmen die iranische Regierung plant, um den Rückgang der Exporte und Importe abzufedern oder alternative Handelsrouten zu erschließen. Ebenso wenig wird erläutert, wie die iranische Bevölkerung auf dieses Eingeständnis reagiert oder welche internen politischen Folgen dieser Kurswechsel innerhalb der iranischen Machtstrukturen haben könnte. Auch über die genaue Reaktion der betroffenen ausländischen Geschäftspartner auf die verschärften US-Sanktionen gibt es bisher keine Informationen. Wie es weitergeht, ist derzeit Gegenstand intensiver Spekulationen. Es ist zu erwarten, dass sowohl die USA als auch der Iran ihre Positionen in den kommenden Wochen weiter verhärten werden. Da keine diplomatischen Initiativen oder Verhandlungstermine genannt wurden, scheint eine weitere Eskalation der wirtschaftlichen Spannungen vorerst das wahrscheinlichste Szenario zu sein, während beide Seiten versuchen, ihre jeweilige Strategie in diesem andauernden Konflikt zu festigen.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/wahrzeichen-architektur-linien-blauer-himmel-12618167/ · Foto: Reza Tavakoli
Quelle: https://www.deutschlandfunk.de/praesident-peseschkian-us-sanktionen-schaden-unserer-wirtschaft-100.html