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Insolvenz - Städtetag fordert Mitsprache bei Galeria-Filialen
Schlagzeilen · 24.07.2026 06:11

Insolvenz - Städtetag fordert Mitsprache bei Galeria-Filialen

Kurz: Der Deutsche Städtetag fordert ein Mitspracherecht bei der Zukunft der Galeria-Standorte, um drohende Leerstände und Innenstadt-Krisen aktiv zu verhindern.

Kommunen fordern Mitsprache bei Galeria-Entscheidungen

Der Deutsche Städtetag hat sich in die Debatte um die Zukunft der Warenhauskette Galeria eingeschaltet. Angesichts der erneuten wirtschaftlichen Schieflage des Unternehmens verlangt der Verband, dass die betroffenen Kommunen bei den Gesprächen über den Fortbestand einzelner Filialen direkt an den Verhandlungstisch geholt werden. Laut dem Hauptgeschäftsführer des Städtetags, Schuchardt, habe sich dieser kooperative Ansatz in der Vergangenheit als effektiv erwiesen, um maßgeschneiderte Lösungen für die Standorte und die dort beschäftigten Mitarbeiter zu erarbeiten.

Die wirtschaftliche Lage bei Galeria

Die Forderung kommt zu einem kritischen Zeitpunkt: Galeria hat angekündigt, die Rentabilität von 33 seiner insgesamt 83 Standorte einer eingehenden Prüfung zu unterziehen. Dies schließt mögliche Schließungen ausdrücklich ein. Für den Konzern, der aktuell rund 12.000 Menschen beschäftigt, ist dies ein weiterer schwerer Einschnitt. Bereits Anfang 2024 musste das Unternehmen zum dritten Mal innerhalb von nur vier Jahren Insolvenz anmelden. In der Folge wurden bereits neun Standorte aufgegeben.

Risiken für die Innenstädte

Der Städtetag warnt eindringlich vor den Folgen, die eine Schließungswelle für die betroffenen Städte hätte. Jeder Standort weist spezifische Herausforderungen auf, die eine pauschale Entscheidung unmöglich machen. Schuchardt betonte, dass bei einer drohenden Aufgabe eines Warenhauses zwingend frühzeitig schlüssige Konzepte für die Folgenutzung der Immobilien vorliegen müssen.

Ohne eine solche Planung droht den betroffenen Innenstädten eine gefährliche Abwärtsspirale. Ein großflächiger Leerstand an zentralen Punkten kann die Attraktivität ganzer Stadtkerne massiv beeinträchtigen und den Einzelhandel in der Umgebung schwächen. Die Einbindung der Kommunen soll daher nicht nur den Erhalt von Arbeitsplätzen sichern, sondern auch die städtebauliche Entwicklung vor Ort stabilisieren.

Ausblick und nächste Schritte

Der Fokus liegt nun darauf, ob und wie der Konzern auf die Forderungen der kommunalen Spitzenverbände reagieren wird. Da die Prüfung der 33 Standorte bereits läuft, ist Eile geboten. Die Kommunen sehen sich in der Pflicht, aktiv an der Gestaltung der Zukunft ihrer Zentren mitzuwirken, anstatt lediglich vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob Galeria bereit ist, den Dialog mit den Städten zu suchen, um gemeinsam tragfähige Perspektiven für die betroffenen Filialen zu entwickeln.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/stadt-strasse-verkehr-sommer-27697110/ · Foto: selcuk sarikoz
Quelle: https://www.deutschlandfunk.de/staedtetag-fordert-mitsprache-bei-galeria-filialen-100.html