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Hitze: Weniger Strom aus Wasserkraftwerken wegen Trockenheit
Technik · 05.08.2026 12:35

Hitze: Weniger Strom aus Wasserkraftwerken wegen Trockenheit

Kurz: Anhaltende Trockenheit beeinträchtigt die Stromerzeugung: Laufwasserkraftwerke im Südwesten Deutschlands liefern deutlich weniger Energie als im langjährigen Ve

Auswirkungen der Trockenheit auf die Energieversorgung

Die anhaltenden sommerlichen Hitzeperioden und die damit verbundene Trockenheit haben direkte Auswirkungen auf die Energieinfrastruktur in Deutschland. Insbesondere die Stromerzeugung durch Laufwasserkraftwerke steht unter Druck, da die Pegelstände vieler Flüsse deutlich unter den Normalwerten liegen. Dies führt zu einer spürbaren Reduktion der produzierten Strommengen, wie aktuelle Daten des Energieversorgers EnBW belegen.

Funktionsweise von Laufwasserkraftwerken und ihre Abhängigkeit

Laufwasserkraftwerke sind in ihrer Arbeitsweise unmittelbar an die aktuelle Wasserführung der Flüsse gekoppelt. Im Gegensatz zu Speicher- oder Pumpspeicherkraftwerken, die Wasser zurückhalten können, sind sie auf einen kontinuierlichen Durchfluss angewiesen. Sinkt der Pegelstand eines Flusses, verringert sich die Menge des Wassers, das durch die Turbinen geleitet werden kann, was direkt in einer geringeren Stromausbeute resultiert.

Nach Angaben der EnBW liegen die Wasserstände und die damit verbundenen Wasserabgaben an zahlreichen Standorten derzeit außerhalb des üblichen Normbereichs. In einigen Fällen hat dies bereits dazu geführt, dass kleinere Anlagen an Nebenflüssen den Betrieb vollständig einstellen mussten oder nur noch mit stark eingeschränkter Kapazität am Netz sind.

Regionale Unterschiede und Leistungsdaten

Besonders stark betroffen sind kleinere Anlagen, die an Flüssen wie der Enz, dem Kocher, der Jagst, der Nagold oder der Unteren Argen betrieben werden. Die statistische Auswertung der Erzeugungszahlen verdeutlicht das Ausmaß der Problematik für das erste Halbjahr 2026.

Einbrüche in der Stromproduktion

Betrachtet man die Leistung der Laufwasserkraftwerke – ohne die Pumpspeicherkraftwerke einzubeziehen – so lag die Erzeugung bis Ende Juni 2026 bei lediglich 80 Prozent des angestrebten Referenzwerts. Der Monat Juni stellte dabei einen negativen Höhepunkt dar, in dem nur 63 Prozent der üblichen Strommengen generiert werden konnten.

Die Auswirkungen variieren je nach Standort:

* **Rheinkraftwerk Iffezheim:** Hier lag die Erzeugung im ersten Halbjahr bei 83 Prozent des Referenzwerts, wobei der Juni mit 70 Prozent deutlich unter dem Durchschnitt blieb.

* **Neckar-Anlagen:** Die Kraftwerke entlang des Neckars erreichten im ersten Halbjahr 83 Prozent ihrer Kapazität. Im Juni sank dieser Wert jedoch auf 61 Prozent des möglichen Erzeugungsniveaus.

Kontext und Ausblick

Die EnBW betreibt gemeinsam mit Tochterunternehmen insgesamt 130 Standorte, an denen Strom aus Wasserkraft gewonnen wird. Dabei wird zwischen Laufwasser- und Pumpspeicherkraftwerken unterschieden. Während die Laufwasserkraftwerke direkt unter dem Wassermangel leiden, sind auch andere Betreiber im Südwesten Deutschlands mit ähnlichen Herausforderungen konfrontiert.

Die aktuelle Situation verdeutlicht die Anfälligkeit der Wasserkraft gegenüber klimatischen Veränderungen. Sollten die Niederschlagsmengen weiterhin unter dem langjährigen Durchschnitt bleiben, ist davon auszugehen, dass die Stromerzeugung aus diesen Quellen auch in den kommenden Wochen unter ihrem Potenzial bleiben wird. Die Betreiber beobachten die Pegelstände kontinuierlich, um den Betrieb der Anlagen an die hydrologischen Gegebenheiten anzupassen.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/graues-metallteil-3520696/ · Foto: Miguel Á. Padriñán
Quelle: https://www.golem.de/news/hitze-weniger-strom-aus-wasserkraftwerken-wegen-trockenheit-2608-211620.html