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Hessen wählt fünf neue Rathauschefs - drei Amtsinhaber wollen bleiben
Regional · 08.11.2026 09:41

Hessen wählt fünf neue Rathauschefs - drei Amtsinhaber wollen bleiben

Kurz: In fünf hessischen Kommunen stehen am Sonntag Bürgermeisterwahlen an. Während in einigen Orten Amtsinhaber um Bestätigung kämpfen, gibt es andernorts Wechsel.

Was geschehen ist – die Kernmeldung ausführlich

Am kommenden Sonntag steht für die Bürgerinnen und Bürger in fünf hessischen Kommunen eine wichtige Entscheidung an: Es werden neue Bürgermeisterinnen und Bürgermeister gewählt. Die Wahl findet in den Gemeinden Ahnatal und Liebenau im Landkreis Kassel sowie in Guxhagen und Ottrau im Schwalm-Eder-Kreis und in Nüsttal im Landkreis Fulda statt. Die Ausgangslagen in den betroffenen Kommunen könnten dabei kaum unterschiedlicher sein. Während in einigen Orten amtierende Rathauschefs um eine weitere Amtszeit kämpfen, steht in anderen Gemeinden ein personeller Wechsel an der Spitze der Verwaltung zwingend bevor, da die bisherigen Amtsinhaber nicht erneut zur Wahl antreten. Die Zahl der Bewerber variiert dabei stark: Sie reicht von einem breiten Feld mit vier Kandidaten bis hin zu Situationen, in denen lediglich eine einzige Person zur Wahl steht. Die Wahlen finden in einem politisch bedeutsamen Umfeld statt, da in einigen Regionen die Bürgermeisterwahl mit weiteren Abstimmungen, wie etwa der Landratswahl im Schwalm-Eder-Kreis, zusammenfällt. Die Bevölkerung ist aufgerufen, über die künftige politische Führung ihrer jeweiligen Kommune zu entscheiden, wobei die Spannweite der Ausgangslagen von hart umkämpften Wettbewerben bis hin zu einer Bestätigung des einzigen Kandidaten reicht.

Die Einzelheiten – Zahlen, Namen und Orte

In Ahnatal im Landkreis Kassel stellt sich der amtierende Bürgermeister Stephan Hänes (SPD) zur Wiederwahl für seine zweite Amtszeit. Er trifft dabei auf ein dreiköpfiges Herausfordererfeld: Holger Michel (CDU), Jörg Ickenstein (parteilos) sowie Yousuf Böcking (Freie Wähler). In Guxhagen (Schwalm-Eder-Kreis) bewirbt sich die parteilose Amtsinhaberin Susanne Schneider um eine weitere sechsjährige Amtszeit. Ihr einziger Gegenkandidat ist der ebenfalls parteilose Winfried Künzel. Schneider konnte bei der vorangegangenen Wahl 83 Prozent der Stimmen für sich verbuchen. In Liebenau (Kassel) steht ein Wechsel an, da der parteilose Amtsinhaber Harald Munser nach zwei Amtsperioden nicht mehr antritt. Hier bewerben sich Sascha Thöne, der seit 1997 das Hauptamt der Stadtverwaltung leitet und von SPD, CDU sowie der FWG unterstützt wird, und die Versicherungskauffrau Friederike Haupt als unabhängige Kandidatin. Die ursprünglich gemeldete Bewerberin Michaela Diegler zog ihre Kandidatur zurück. In Nüsttal (Fulda) endet die zwölfjährige Amtszeit von Marion Frohnapfel (CDU). Einziger Kandidat für ihre Nachfolge ist Andreas Kapelle (CDU), der in der Verwaltung Hünfeld tätig ist. In Ottrau (Schwalm-Eder-Kreis) strebt der 34-jährige CDU-Politiker Jonas Korell eine zweite Amtszeit an. Er ist der einzige Bewerber, nachdem er bereits 2021 ohne Gegenkandidat mit 78 Prozent der Stimmen gewählt wurde.

Hintergrund – Vorgeschichte und bisheriger Verlauf

Die politische Historie der betroffenen Kommunen ist äußerst facettenreich. Besonders bemerkenswert ist der Fall von Stephan Hänes in Ahnatal. Seine erste Amtszeit begann unter außergewöhnlichen Umständen: Im Jahr 2020 kam es bei der Stichwahl gegen den damaligen Amtsinhaber Michael Aufenanger (CDU) zu einem exakten Patt, bei dem beide Bewerber jeweils 50 Prozent der Stimmen auf sich vereinten. Die Entscheidung musste damals durch ein Losverfahren herbeigeführt werden, welches zugunsten von Hänes ausfiel. In anderen Kommunen wie Guxhagen oder Ottrau ist die Ausgangslage eine andere: Hier konnten die Amtsinhaber bereits bei früheren Wahlen deutliche Erfolge erzielen. Jonas Korell aus Ottrau beispielsweise trat bereits 2021 ohne Gegenkandidaten an und konnte sich mit einem klaren Ergebnis durchsetzen. In Liebenau hingegen markiert die aktuelle Wahl das Ende einer Ära, da Harald Munser nach zwei vollen Amtszeiten den Staffelstab übergibt. Auch in Nüsttal endet mit dem Rückzug von Marion Frohnapfel eine zwölfjährige Phase unter ihrer Führung, was den Weg für den CDU-Kandidaten Andreas Kapelle ebnet, der jedoch selbst bedauert, dass den Wählern keine echte Auswahl zwischen verschiedenen Personen geboten werden kann.

Die Beteiligten – Personen und Institutionen

Die Akteure dieser Wahlen setzen sich aus einer Mischung von erfahrenen Kommunalpolitikern, Verwaltungsfachleuten und parteilosen Quereinsteigern zusammen. Auf der Seite der Parteien sind insbesondere die SPD, die CDU und die Freien Wähler (FWG) aktiv, die in verschiedenen Konstellationen Kandidaten unterstützen oder eigene Bewerber ins Rennen schicken. Besonders Sascha Thöne in Liebenau profitiert von einer breiten Unterstützung durch SPD, CDU und FWG. Auf der anderen Seite stehen parteilose Kandidaten wie Susanne Schneider, Winfried Künzel, Jörg Ickenstein oder Friederike Haupt, die ihre Unabhängigkeit betonen. Institutionell sind die Stadtverwaltungen, wie etwa die von Hünfeld oder Liebenau, wichtige Orte der beruflichen Herkunft der Kandidaten. Auch die Kreisverwaltungen spielen eine Rolle, da in den betroffenen Schwalm-Eder-Kommunen die Wahl der Bürgermeister mit der Wahl des Landrats verknüpft ist. Der scheidende Landrat Winfried Becker (SPD) prägt hierbei den Kontext, da er nach über zehn Jahren im Amt nicht mehr antritt, was die politische Aufmerksamkeit in dieser Region zusätzlich auf den Wahltag lenkt und die Bedeutung der kommunalen Abstimmungen weiter erhöht.

Einordnung – Was das bedeutet

Einzuordnen ist das so: Die unterschiedliche Anzahl an Kandidaten in den fünf Kommunen spiegelt die Vielfalt der lokalen politischen Kultur in Hessen wider. Während in Ahnatal ein intensiver Wettbewerb stattfindet, der die Wähler zur aktiven Auseinandersetzung mit vier verschiedenen Programmen und Persönlichkeiten zwingt, stellt sich in Nüsttal und Ottrau die Frage, wie die Akzeptanz für Einzelkandidaturen zu bewerten ist. Den Berichten zufolge bedauern einige der Einzelkandidaten selbst das Fehlen von Mitbewerbern, da dies die demokratische Auswahl einschränkt. Dass Amtsinhaber wie Susanne Schneider oder Jonas Korell erneut antreten, deutet darauf hin, dass sie auf ihre bisherige Bilanz vertrauen und die Unterstützung ihrer Wählerbasis als stabil einschätzen. Die Verknüpfung mit der Landratswahl im Schwalm-Eder-Kreis könnte zudem die Wahlbeteiligung in Guxhagen und Ottrau positiv beeinflussen, da die Bürger an diesem Sonntag ohnehin an die Urnen gerufen werden. Insgesamt zeigt sich ein Bild, in dem sowohl Kontinuität durch erfahrene Amtsinhaber als auch der Wunsch nach Erneuerung durch neue Gesichter in den Rathäusern aufeinandertreffen.

Offene Fragen – Was bleibt ungeklärt

Obwohl die Ausgangslagen für die fünf Bürgermeisterwahlen detailliert beschrieben sind, bleiben einige Fragen offen. Der Quelltext macht keine Angaben zu den spezifischen Inhalten der Wahlprogramme der einzelnen Kandidaten. Es bleibt unklar, welche konkreten politischen Schwerpunkte, etwa in der Infrastruktur, der Bildungspolitik oder der Haushaltsführung, die Bewerber in den jeweiligen Kommunen setzen wollen. Auch über die genauen Gründe für den Rückzug der Bewerberin Michaela Diegler in Liebenau erfahren die Leser lediglich, dass es sich um persönliche und familiäre Gründe handelte; eine weitergehende Erläuterung dazu gibt es nicht. Zudem bleibt offen, wie die Parteien in den Kommunen, in denen nur ein Kandidat antritt, den Wahlkampf gestalten, um die Bürger trotz mangelnder Auswahl zur Stimmabgabe zu motivieren. Ebenso wenig ist bekannt, wie die Stimmung in der Bevölkerung hinsichtlich der Landratswahl im Schwalm-Eder-Kreis ist und ob diese Wahl die Bürgermeisterwahl in Guxhagen und Ottrau inhaltlich überlagert oder ob die lokalen Themen der Rathäuser dominieren. Diese Lücken lassen Raum für Spekulationen über die tatsächliche politische Dynamik vor Ort, die über die bloße Nennung der Namen und Parteizugehörigkeiten hinausgeht.

Wie es weitergeht – Ankündigungen und Termine

Der entscheidende Termin für alle fünf Kommunen ist der kommende Sonntag. An diesem Tag werden die Wahllokale geöffnet, und die Bürgerinnen und Bürger geben ihre Stimmen ab. Nach Schließung der Wahllokale wird mit der Auszählung der Stimmen begonnen, woraufhin die Ergebnisse für die Bürgermeisterämter in Ahnatal, Liebenau, Guxhagen, Ottrau und Nüsttal feststehen werden. Sollte es in einer der Kommunen, in denen mehrere Bewerber antreten, zu keinem eindeutigen Ergebnis kommen oder sollte eine Stichwahl notwendig werden, würde sich ein weiterer Wahltermin anschließen. Im Schwalm-Eder-Kreis wird zudem das Ergebnis der Landratswahl erwartet, die zeitgleich stattfindet. Für die gewählten Bürgermeisterinnen und Bürgermeister beginnt nach der Wahl die Phase der Amtsübernahme oder Fortführung ihrer Tätigkeit, wobei die Amtszeiten je nach Kommune unterschiedlich geregelt sind, wie etwa die sechsjährige Amtszeit, die Susanne Schneider in Guxhagen anstrebt. Die politischen Gremien der jeweiligen Kommunen werden sich nach der Wahl neu konstituieren oder ihre Arbeit mit der bestätigten oder neuen Rathausspitze fortsetzen.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/neues-rathaus-hannover-22813505/ · Foto: Daniel Lengies
Quelle: https://www.tagesschau.de/inland/regional/hessen/hr-hessen-waehlt-fuenf-neue-rathauschefs-drei-amtsinhaber-wollen-bleiben-100.html