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heise+ | Gaming-PC fürs Wohnzimmer: c’t-Bauvorschlag schlägt Steam Machine
Technik · 01.09.2026 07:30

heise+ | Gaming-PC fürs Wohnzimmer: c’t-Bauvorschlag schlägt Steam Machine

Kurz: Die Steam Machine von Valve enttäuscht. Das c't-Magazin präsentiert mit der 'c'team Machine' einen leistungsstärkeren, aufrüstbaren und leisen Eigenbau-PC.

Was geschehen ist: Die Kritik an Valves Steam Machine

Ende Juni 2026 brachte Valve die Steam Machine auf den Markt, eine Spielekonsole, die den Gaming-PC ins Wohnzimmer bringen sollte. Die Erwartungen waren hoch, doch die Ernüchterung folgte prompt. Das Gerät stieß bei Experten und Anwendern auf wenig Gegenliebe. Hauptkritikpunkte sind die schwache Grafikleistung, ein zu gering bemessener Videospeicher und eine in ihrer Leistungsfähigkeit beschnittene Zentraleinheit (CPU). Angesichts eines Preises von über 1000 Euro empfanden viele Beobachter das Gesamtpaket als unzureichend. Auch die physische Gestaltung, die zwar durch ein kompaktes Gehäuse und eine wechselbare Front besticht, konnte die technischen Defizite nicht kompensieren. Das Hardware-Ressort des c't-Magazins nahm dies zum Anlass, eine eigene Lösung zu entwickeln. Die Redakteure stellten sich die Frage, ob man ein ausgewogeneres, leistungsstärkeres und dennoch wohnzimmertaugliches System selbst bauen könne. Das Ergebnis, die sogenannte „c'team Machine“, soll beweisen, dass ein Eigenbau in fast allen relevanten Disziplinen – von der Grafikperformance bis hin zur Lautstärkeentwicklung – das kommerzielle Produkt von Valve deutlich überflügeln kann.

Die Einzelheiten: Technische Daten und Komponenten

Das von der Redaktion entwickelte System setzt auf moderne und leistungsstarke Hardware. Im Inneren arbeitet ein Sechskern-Prozessor, der für aktuelle Spieleanforderungen optimiert wurde. Unterstützt wird dieser von 16 GByte Arbeitsspeicher. Für den Massenspeicher wurde eine 1-TByte-SSD gewählt, was den knappen 512 GByte Speicherplatz der Steam Machine deutlich überlegen ist. Ein zentrales Element ist die AMD-Grafikkarte vom Typ Radeon RX 9060 XT, die über üppige 16 GByte VRAM verfügt. Zudem wurde ein schnelles WLAN-Modul integriert, um eine stabile Verbindung im Wohnzimmer zu gewährleisten. Das System ist in einem kompakten Würfelgehäuse untergebracht, das optisch ansprechend gestaltet wurde. Trotz der hohen Leistungsdichte bleibt der Rechner selbst unter Volllast flüsterleise. Preislich liegt der Eigenbau etwa 280 Euro über dem Anschaffungspreis der Steam Machine, was laut Redaktion unter anderem auf die aktuelle Speicherkrise zurückzuführen ist. Dennoch bietet das System durch die gewählten Komponenten eine deutlich höhere Spieleleistung und ist zudem zukunftssicherer konzipiert.

Hintergrund: Warum ein Eigenbau notwendig wurde

Die Entwicklung der c'team Machine war eine direkte Reaktion auf die wahrgenommenen Mängel des Valve-Produkts. Das Hardware-Team der c't wollte nicht akzeptieren, dass ein Gerät in dieser Preisklasse derart starke Einschränkungen aufweist. Die Speicherkrise wird als ein wesentlicher Faktor für die hohen Kosten und die knappe Ausstattung der Steam Machine genannt. Die Redakteure standen bei ihrem Projekt vor einem Dilemma: Entweder man baut ein System, das preislich mit der Steam Machine konkurriert, nimmt dafür aber ähnliche Einschränkungen in Kauf, oder man investiert mehr, um ein wirklich überzeugendes Ergebnis zu erzielen. Man entschied sich bewusst für den zweiten Weg. Ziel war es, ein System zu schaffen, das nicht nur schneller ist, sondern auch eine längere Lebensdauer verspricht. Während die Steam Machine in ihren Möglichkeiten stark begrenzt ist, bietet der Selbstbauansatz den entscheidenden Vorteil der Aufrüstbarkeit. Sowohl die CPU als auch die Grafikkarte können bei Bedarf gegen modernere Modelle ausgetauscht werden, was den PC über Jahre hinweg relevant hält.

Die Beteiligten: Akteure und Institutionen

Im Zentrum der Berichterstattung steht das c't-Hardware-Ressort, vertreten durch den Autor Benjamin Kraft. Diese Gruppe hat das Projekt initiiert, die Komponenten ausgewählt und die Tests durchgeführt. Als Gegenpart fungiert das Unternehmen Valve, das mit der Steam Machine das kommerzielle Produkt verantwortet, das hier kritisch hinterfragt wird. Die c't-Redaktion agiert hierbei als kritischer Beobachter und technischer Berater für ihre Leserschaft. Es ist ein klassisches Szenario, in dem eine Fachredaktion ein kommerzielles Produkt einem Praxistest unterzieht, die Schwächen analysiert und als Antwort darauf eine eigene, technisch überlegene Alternative entwirft. Die Rolle der Redaktion ist es dabei, den Lesern nicht nur die technischen Daten zu liefern, sondern auch den Mehrwert eines Eigenbaus gegenüber einer Fertigkonsole aufzuzeigen. Die Leser der c't werden als die Zielgruppe adressiert, die Interesse an IT-Technik, Gaming und der Optimierung von Hardware-Systemen hat und bereit ist, durch Eigenleistung ein besseres Ergebnis zu erzielen.

Einordnung: Was das bedeutet

Einzuordnen ist das Projekt als ein Plädoyer für den Selbstbau-PC im Vergleich zu geschlossenen Konsolensystemen. Den Berichten zufolge zeigt sich, dass ein individuell zusammengestellter Rechner trotz der Herausforderungen durch Marktpreise und Bauteilverfügbarkeit eine deutlich bessere Performance pro Euro bieten kann, sofern man bereit ist, den Montageaufwand in Kauf zu nehmen. Die c'team Machine ist ein Beispiel dafür, wie moderne Hardware-Komponenten in einem kompakten Formfaktor sinnvoll kombiniert werden können, ohne die bei kleinen Systemen oft kritische Lautstärkeentwicklung zu vernachlässigen. Die Bewertung der Redaktion ist eindeutig: Die Steam Machine wird als enttäuschend wahrgenommen, da sie den Spagat zwischen Preis und Leistung nicht überzeugend schafft. Der Eigenbau hingegen wird als die technisch überlegene und langlebigere Alternative positioniert. Besonders hervorgehoben wird, dass das System unter Windows sogar nochmals einen Leistungsschub erfährt, was die Vielseitigkeit des Konzepts unterstreicht. Es ist ein klares Signal an Nutzer, die maximale Kontrolle über ihre Hardware und deren Lebenszyklus behalten wollen.

Offene Fragen: Was der Quelltext nicht beantwortet

Der Quelltext lässt einige Aspekte offen, die für einen potenziellen Nachbauer von Interesse wären. So wird zwar erwähnt, dass die c'team Machine mit SteamOS betrieben wird, doch die spezifischen Herausforderungen bei der Installation und Einrichtung des Betriebssystems auf dieser individuellen Hardware-Konfiguration werden nicht im Detail erläutert. Auch die genauen Abmessungen des Würfelgehäuses und die Kompatibilität mit verschiedenen Mainboard-Formfaktoren bleiben im Text unerwähnt. Ebenso fehlen detaillierte Angaben zur thermischen Effizienz des Gehäuses bei extremen Belastungsszenarien über einen längeren Zeitraum hinweg. Zwar wird die Lautstärke als „flüsterleise“ beschrieben, doch objektive Messwerte in Dezibel fehlen ebenso wie Angaben zu den verwendeten Lüftermodellen oder Kühllösungen. Auch die Frage nach der langfristigen Verfügbarkeit der spezifischen Komponenten, insbesondere der Radeon RX 9060 XT, wird nicht adressiert. Es bleibt zudem unklar, welche spezifischen Spiele für die Tests in WQHD-Auflösung herangezogen wurden, um die Leistungsfähigkeit des Systems zu verifizieren.

Wie es weitergeht: Ausblick und Empfehlungen

Die Redaktion bietet den Lesern des c't-Magazins eine umfassende Dokumentation des Bauvorschlags an, um den Nachbau zu ermöglichen. Interessierte Nutzer können sich über die detaillierten Anleitungen informieren, die im Rahmen des heise-Plus-Abonnements zur Verfügung gestellt werden. Die Redaktion verweist zudem auf weitere Bauvorschläge und Ratgeber, etwa zu den Themen Installation von SteamOS auf PCs, Vergleiche zwischen Mini-PCs aus China und Eigenbau-Rechnern sowie Anleitungen zum Aufrüsten älterer Systeme. Die angekündigten Schritte für Nutzer bestehen darin, die im Artikel gelisteten Komponenten zu beschaffen und den Zusammenbau nach den Anweisungen der Redaktion vorzunehmen. Es wird deutlich, dass die Redaktion die Leser dazu ermutigt, sich aktiv mit der Hardware auseinanderzusetzen, statt sich auf die limitierte Auswahl kommerzieller Konsolen zu verlassen. Zukünftige Entwicklungen im Bereich der GPU-Preise und der Verfügbarkeit von Speichermodulen könnten die Wirtschaftlichkeit des Projekts weiter beeinflussen, weshalb eine kontinuierliche Beobachtung der Hardware-Preise für potenzielle Nachbauer empfohlen wird.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/beleuchtung-lichter-abstrakt-rohre-15109454/ · Foto: Ivelin Donchev
Quelle: https://www.heise.de/ratgeber/Gaming-PC-fuers-Wohnzimmer-c-t-Bauvorschlag-schlaegt-Steam-Machine-11346357.html?wt_mc=rss.red.ho.ho.atom.beitrag_plus.beitrag_plus