Ein neues Fundament für die Virenbeseitigung
Das bewährte Sicherheitswerkzeug Desinfec’t aus dem Hause c’t wurde für die Version 2026 umfassend modernisiert. Nutzer, die ihre Windows-Systeme auf Schadsoftware untersuchen möchten, profitieren von einer grundlegend erneuerten technischen Basis. Diese Überarbeitung zielt primär auf eine höhere Stabilität bei der Durchführung von Scans sowie bei der Aktualisierung der Virensignaturen ab.
Das System basiert auf einem eigenständigen Linux-Livesystem. Der große Vorteil dieses Ansatzes liegt darin, dass Desinfec’t direkt vom USB-Stick startet, ohne das auf dem Rechner installierte Windows-Betriebssystem zu aktivieren. Da Windows in diesem Zustand inaktiv bleibt, haben Schädlinge keine Möglichkeit, sich zu tarnen oder aktiv zu werden. Dies ermöglicht eine Untersuchung des Systems aus einer sicheren Umgebung heraus.
Effizientere Bedienung durch den AVRunner
Ein zentraler Aspekt der Neugestaltung ist die Benutzeroberfläche. Bisher waren verschiedene Funktionen über mehrere Werkzeuge verteilt, was den Arbeitsfluss erschweren konnte. Mit der Einführung des Scanassistenten „AVRunner“ wurden diese Prozesse nun gebündelt. Der AVRunner ist das neue Herzstück der Anwendung: Er bindet Windows-Datenträger automatisch ein und informiert den Anwender während des gesamten Scanvorgangs kontinuierlich über den aktuellen Fortschritt.
Die Software unterstützt dabei auch moderne Sicherheitsstandards. So lassen sich verschlüsselte Datenträger, die beispielsweise mit BitLocker oder VeraCrypt gesichert sind, problemlos in den Scanprozess einbinden.
Werkzeuge für Experten und Einsteiger
Neben der allgemeinen Benutzerfreundlichkeit hat die Redaktion auch an die Bedürfnisse von Malware-Experten gedacht. Die neue grafische Oberfläche „AVCompanion“ fungiert als zentrale Anlaufstelle für spezialisierte Analysetools. Zu den integrierten Werkzeugen gehören unter anderem FLOSS, Qu1cksc0pe und qpdf. Diese ermöglichen eine detaillierte Dokumentenanalyse, wobei der AVCompanion zusätzlich unterstützende Erklärungen zu den jeweiligen Funktionen liefert.
Für die eigentliche Schadsuche setzt Desinfec’t weiterhin auf bewährte Scanner-Engines, darunter ESET Server Security, IKARUS cmd.scan und WithSecure ATLANT. Ein wesentlicher Bestandteil des Angebots ist die einjährige Bereitstellung kostenloser Signaturupdates, wodurch das System auch neuartige Bedrohungen erkennen kann.
Verfügbarkeit und Bezugsquellen
Die aktuelle Ausgabe von Desinfec’t 2026 ist ab sofort über den heise shop erhältlich. Interessierte haben dabei verschiedene Möglichkeiten:
* **USB-Stick:** Die komfortabelste Variante ist der vorbespielte USB-Stick, von dem das System direkt gestartet werden kann. Er ist für 24,90 Euro (für Abonnenten 22,90 Euro) zuzüglich Versandkosten innerhalb Deutschlands und Österreichs verfügbar.
* **Digital und Print:** Das zugehörige c’t-Magazin (Ausgabe 16/26) kann als gedrucktes Heft für 7 Euro oder als PDF-Version für 6,20 Euro bezogen werden.
Die technische Neuausrichtung von Desinfec’t 2026 stellt eine konsequente Weiterentwicklung dar, um den steigenden Anforderungen an die IT-Sicherheit gerecht zu werden. Durch die Kombination aus einem stabilen Linux-Unterbau und einer intuitiven Steuerung über den AVRunner wird die Fehlersuche auf infizierten Systemen für Anwender deutlich transparenter gestaltet. Weitere Informationen zum Projekt und zur Anwendung finden sich auf der offiziellen Projektseite von Desinfec’t.