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GN, DI, HU: So beliebt sind die neuen Autokennzeichen in Hessen
Regional · 07.08.2026 11:29

GN, DI, HU: So beliebt sind die neuen Autokennzeichen in Hessen

Kurz: Hessen liebt seine Heimatkennzeichen: Fast 600.000 Fahrzeuge tragen wieder lokale Kürzel wie GN oder DI. Weitere Städte hoffen auf eigene Kennzeichen.

Ein Comeback mit Identitätsfaktor

Das Autokennzeichen ist für viele Menschen in Hessen längst mehr als nur eine behördliche Identifikationsnummer. Es ist ein Ausdruck von regionaler Verbundenheit und Heimatstolz. Eine aktuelle Untersuchung der Hochschule Heilbronn belegt diesen Trend eindrucksvoll: Rund 587.400 Fahrzeuge – darunter Pkw, Motorräder und Anhänger – sind in Hessen aktuell mit sogenannten „Heimatkennzeichen“ unterwegs. Dabei handelt es sich um Kürzel, die durch die Gebietsreformen der Vergangenheit eigentlich aus dem Straßenbild verschwunden waren, durch eine Gesetzesänderung im Jahr 2012 jedoch ein Comeback feiern durften.

Die Spitzenreiter auf hessischen Straßen

Die Beliebtheit der reaktivierten Kennzeichen ist groß. Angeführt wird das Ranking von dem Kürzel „GN“ für Gelnhausen, das mit 78.226 Zulassungen nicht nur lokal dominiert, sondern auch bundesweit einen beachtlichen siebten Platz belegt. Dahinter folgen „DI“ für Dieburg mit 73.200 und „HU“ für Hanau mit 57.299 Fahrzeugen.

Die Liste der 20 am häufigsten gewählten Heimatkennzeichen in Hessen umfasst zudem:

* Wetzlar (47.640)

* Bad Schwalbach (45.396)

* Dillenburg (40.238)

* Waldeck (36.883)

* Fritzlar-Homberg (25.081)

* Weilburg (24.403)

* Büdingen (24.221)

* Rotenburg an der Fulda (18.228)

* Frankenberg (17.999)

* Hofgeismar (16.195)

* Schlüchtern (16.005)

* Witzenhausen (15.503)

* Melsungen (14.489)

* Wolfhagen (11.169)

* Biedenkopf (9.576)

* Usingen (8.381)

* Ziegenhain (7.317)

Mehr als nur Nostalgie

Laut dem Studienautor Ralf Bochert ist das Phänomen der Heimatkennzeichen weit mehr als eine bloße nostalgische Spielerei. Die Wahl des Kennzeichens diene der individuellen Identitätsstiftung. Die Menschen möchten ihre Herkunft oder ihren Wohnort auch im Straßenverkehr sichtbar machen. Bundesweit wurden seit der Liberalisierung der Fahrzeug-Zulassungsverordnung im Jahr 2012 bereits über sieben Millionen solcher Kennzeichen neu vergeben.

Ausblick: Kommen BTL, VIL und ODW?

Die Entwicklung könnte in naher Zukunft noch kleinteiliger werden. Auf Initiative von Hessen und Niedersachsen hat der Bundesrat bereits eine weitere Liberalisierung auf den Weg gebracht. Diese sieht vor, dass künftig auch Kommunen mit mindestens 20.000 Einwohnern eigene Kennzeichen beantragen können.

Zahlreiche hessische Rathauschefs haben bereits ihr Interesse bekundet, um die regionale Sichtbarkeit ihrer Städte zu erhöhen. Im Gespräch sind unter anderem:

* BTL für Baunatal

* VIL für Bad Vilbel

* KAB für Karben

* MÜM für Mühlheim am Main

* ROG für Rodgau

* BEN für Bensheim

* VH für Viernheim

* OU für Oberursel

Ein Sonderweg zeichnet sich im Odenwaldkreis ab: Dort strebt man neben dem bestehenden Kürzel „ERB“ für Erbach zusätzlich „ODW“ an, um die gesamte Region unter einem gemeinsamen Kennzeichen zu vereinen.

Rechtliche Hürden für die Umsetzung

Obwohl der politische Wille auf Landesebene vorhanden ist und die Bürgermeister der betroffenen Städte bereits bei Verkehrsminister Kaweh Mansoori (SPD) für die neuen Kürzel geworben haben, bleibt die praktische Umsetzung abzuwarten. Die Entscheidung des Bundesrats muss nun durch die Bundesregierung in geltendes Recht umgesetzt werden. Bis die ersten Fahrzeuge mit den neuen Kürzeln durch Hessen fahren, müssen daher noch die entsprechenden rechtlichen Grundlagen geschaffen werden. Auch die genaue Schreibweise einiger Kürzel – etwa BTL statt des früher diskutierten BAU für Baunatal – ist noch nicht final beschlossen und könnte sich im weiteren Prozess noch ändern.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/wahrzeichen-architektur-zeit-deutschland-19429096/ · Foto: Masood Aslami
Quelle: https://www.tagesschau.de/inland/regional/hessen/hr-gn-di-hu-so-beliebt-sind-die-neuen-autokennzeichen-in-hessen-100.html