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Gewerkschaft GEW und Schüler vermissen Plan beim Hitzeschutz an Schulen
Regional · 26.08.2026 15:19

Gewerkschaft GEW und Schüler vermissen Plan beim Hitzeschutz an Schulen

Kurz: Die GEW und Schülervertreter fordern in Hessen ein einheitliches Konzept gegen überhitzte Klassenzimmer. Bisherige Maßnahmen seien zu unverbindlich.

Was geschehen ist – die Kernmeldung

Der Hitzeschutz an hessischen Schulen steht im Zentrum einer wachsenden Debatte, nachdem die sommerlichen Temperaturen in diesem Jahr erneut deutlich gemacht haben, wie anfällig die Bildungseinrichtungen für extreme Hitze sind. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat gemeinsam mit der hessischen Schülervertretung scharfe Kritik an der aktuellen Situation geübt. Sie bemängeln, dass es in Hessen an einer systematischen, landesweiten Strategie fehle, um Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte vor den gesundheitlichen Belastungen durch überhitzte Klassenräume zu schützen. Während die Temperaturen in den Gebäuden regelmäßig in kritische Bereiche steigen, existieren bislang keine verbindlichen baulichen Standards oder landesweiten Richtlinien, die einheitlich regeln, wie mit derartigen Hitzewellen umzugehen ist. Die Forderung der Verbände ist klar: Es bedarf einer landesweiten Initiative, die über kurzfristige Notlösungen wie Hitzefrei hinausgeht und stattdessen auf nachhaltige bauliche Veränderungen und eine einheitliche, verbindliche Regelung setzt, um den Schulbetrieb auch bei hohen Außentemperaturen sicher und konzentriert zu ermöglichen.

Die Einzelheiten – Zahlen, Namen und Orte

Die Kritik der GEW, angeführt durch den Landesvorsitzenden Thilo Hartmann, stützt sich auf die Beobachtung, dass bei der Mehrheit der Schulgebäude in Hessen dringender Handlungsbedarf besteht. Ein zentrales Problem ist die extreme Disparität bei den Investitionen der Schulträger. Die Daten zeigen eine enorme Spannweite: Während die Stadt Kassel jährlich etwa 300 Euro pro Schüler in die Schulgebäude investiert, erreicht der Hochtaunuskreis einen Wert von bis zu 1.500 Euro pro Schüler. Diese finanziellen Unterschiede spiegeln sich direkt in der Qualität der Bausubstanz wider. Auch die Schülerseite unterstreicht die Dringlichkeit durch konkrete Beispiele. Laurenz Spies, der Landesschulsprecher und Mitglied im Stadtschülerrat Hanau ist, berichtet von Temperaturen von über 35 Grad in Klassenräumen an seiner eigenen Schule. Diese Erfahrungen decken sich laut Spies mit zahlreichen Berichten von anderen Bildungseinrichtungen im gesamten Bundesland. Als positives Gegenbeispiel wird die Grundschule im Angelgarten in Groß-Zimmern im Landkreis Darmstadt-Dieburg genannt. Dort sorgt ein im vergangenen Winter bezogener Neubau mit einem integrierten Lüftungssystem für ein stabiles Lernklima. Schulleiter Sebastian Albert berichtet, dass selbst bei Außentemperaturen von 42 Grad ein geregelter Unterricht möglich sei, was bei Lehrkräften auf sehr positive Resonanz stößt.

Hintergrund – Vorgeschichte und Verlauf

Die aktuelle Debatte ist das Ergebnis einer langjährigen Vernachlässigung baulicher Standards im hessischen Schulbau. Nach Einschätzung von Thilo Hartmann hat es in der Vergangenheit keine systematischen Bestrebungen gegeben, den Hitzeschutz als integralen Bestandteil der Schulinfrastruktur zu etablieren. Die Verantwortung für die bauliche Ausstattung liegt bei den Kreisen und kreisfreien Städten als Schulträger, was zu der beobachteten ungleichen Verteilung der Investitionen geführt hat. Bisherige Versuche, das Problem in den Griff zu bekommen, beschränkten sich meist auf kurzfristige Handlungsempfehlungen des Kultusministeriums, etwa die Einführung von Trinkpausen oder das Lüften der Räume in den kühleren Morgenstunden. Diese Maßnahmen werden von den Betroffenen jedoch als unzureichend empfunden, da sie die baulichen Ursachen der Überhitzung nicht beheben. Die Diskussion hat durch die hohen Temperaturen in diesem Sommer weiter an Fahrt gewonnen, da die Belastungsgrenzen von Schülern und Lehrern in den nicht ausreichend klimatisierten oder belüfteten Gebäuden zunehmend überschritten werden.

Die Beteiligten – Institutionen und Personen

In die Debatte sind verschiedene Akteure eingebunden. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), vertreten durch ihren hessischen Landesvorsitzenden Thilo Hartmann, fungiert als treibende Kraft bei der Forderung nach landesweiten Standards. Auf der Seite der Lernenden äußert sich die hessische Schülervertretung, repräsentiert durch den Landesschulsprecher Laurenz Spies, der die Perspektive der Betroffenen in den Fokus rückt. Das hessische Kultusministerium verweist auf die Zuständigkeit der Schulträger – also der Kreise und kreisfreien Städte – und betont die Unterstützungsangebote, etwa durch die Landesenergieagentur, die Beratungen zu baulichen Maßnahmen anbietet. Zudem ist das hessische Kompetenzzentrum Gesunde Schule involviert, das zum Schulstart eine Hotline für Fragen eingerichtet hat. Auf lokaler Ebene sind Schulleiter wie Sebastian Albert von der Grundschule im Angelgarten als Praktiker gefragt, die durch moderne technische Lösungen wie Lüftungssysteme zeigen, wie ein gesundes Lernklima auch bei extremer Hitze erreicht werden kann.

Einordnung – Die Bedeutung der Situation

Einzuordnen ist die Situation als ein strukturelles Bildungsproblem, das weit über das bloße Unwohlsein hinausgeht. Den Berichten zufolge führt die Hitze in den Klassenzimmern zu einem messbaren Abfall der Konzentrations- und Leistungsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler. Zudem werden gesundheitliche Beeinträchtigungen wie Kopfschmerzen, Erschöpfung und Kreislaufprobleme als direkte Folge der hohen Temperaturen genannt. Die GEW und die Schülervertretung bewerten die aktuelle Lage als kritisch, da die bestehenden Regelungen als zu unverbindlich wahrgenommen werden. Die Forderung nach einer landesweiten Strategie deutet darauf hin, dass die bisherige Praxis, bei der jede Schulleitung individuell über den Umgang mit Hitze entscheiden muss, als überfordert angesehen wird. Einzuordnen ist dies auch als ein Appell an die Landespolitik, die Verantwortung für die Lernbedingungen nicht allein auf die lokale Ebene der Schulträger abzuwälzen, sondern einen Rahmen zu schaffen, der Bildungsgerechtigkeit auch in Bezug auf die bauliche Qualität der Lernumgebung garantiert.

Offene Fragen – Was der Quelltext nicht beantwortet

Trotz der klaren Forderungen bleiben wesentliche Aspekte der Umsetzung ungeklärt. Der vorliegende Text enthält keine Informationen darüber, wie hoch die geschätzten Gesamtkosten für ein landesweites Sanierungsprogramm wären oder aus welchen Mitteln eine solche Finanzierung gespeist werden könnte. Ebenso bleibt offen, wie das Land Hessen auf die Forderung nach verbindlichen Vorgaben reagieren will und ob es rechtliche Spielräume gibt, um die Schulträger zu spezifischen Hitzeschutzmaßnahmen zu verpflichten. Es wird nicht benannt, welche konkreten Zeitpläne für einen "Hitzecheck" der Schulgebäude existieren oder ob es bereits politische Initiativen im Landtag gibt, die diese Forderungen aufgreifen. Auch die Frage, wie mit Schulen umgegangen werden soll, die aufgrund ihrer historischen Bausubstanz nur schwer mit modernen Lüftungssystemen nachgerüstet werden können, bleibt unbeantwortet. Der Text lässt zudem offen, ob es eine statistische Erhebung gibt, die genau beziffert, wie viele Schulen in Hessen aktuell als "hitzekritisch" eingestuft werden müssen.

Wie es weitergeht – Ankündigungen und Termine

Konkrete Termine für eine landesweite Neuregelung oder ein landesweites Sanierungsprogramm sind dem vorliegenden Material nicht zu entnehmen. Die Diskussion ist jedoch durch die Forderungen der GEW und der Schülervertretung in den öffentlichen Fokus gerückt. Die Schulträger sind weiterhin aufgefordert, die bestehenden Beratungsangebote der Landesenergieagentur zu nutzen, um die bauliche Situation an ihren Schulen zu evaluieren. Die Schulleitungen bleiben vorerst in der Pflicht, im Rahmen der bestehenden, als unverbindlich kritisierten Regelungen über den Umgang mit Hitzeperioden zu entscheiden. Da die Forderungen nach einem landesweiten Hitzecheck und einer dauerhaften Finanzierung von Sanierungsprogrammen im Raum stehen, ist davon auszugehen, dass die Debatte im weiteren Verlauf des Schuljahres und mit Blick auf die kommenden Sommerperioden politisch weiter intensiviert wird, insbesondere da die Schülervertretung die aktuelle Situation als untragbar für den Bildungsauftrag einstuft.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/teenager-studenten-posieren-in-schuluniformen-32165215/ · Foto: Green odette
Quelle: https://www.tagesschau.de/inland/regional/hessen/hr-gewerkschaft-gew-und-schueler-vermissen-plan-beim-hitzeschutz-an-schulen-100.html