News aus aller Welt
Start
Gekommen, um zu bleiben
Sport · 06.08.2026 15:29

Gekommen, um zu bleiben

Kurz: Nach zwölf Jahren Abstinenz kehrt Energie Cottbus in die 2. Bundesliga zurück. Mit einem mutigen Offensivstil und prominenten Neuzugängen visiert der FCE den Kl

Ein neues Kapitel für die Lausitz

Nach zwölf Jahren des Wartens ist es so weit: Energie Cottbus ist zurück in der 2. Bundesliga. Die Fans in der Lausitz, die über ein Jahrzehnt lang Rückschläge hinnehmen mussten, dürfen sich wieder auf Zweitliga-Fußball im Leag Energie Stadion freuen. Doch der Verein möchte keineswegs nur als kurzzeitiger Gast auftreten. Vereinspräsident Sebastian Lemke formulierte das Ziel klar: Der Aufsteiger ist nicht gekommen, um sich zu verabschieden, sondern um sich dauerhaft in der Liga zu etablieren.

Mut zum Risiko als Markenzeichen

Der Weg in die zweite Liga war geprägt von Beharrlichkeit. Nachdem der direkte Durchmarsch nach dem Regionalliga-Aufstieg vor zwei Jahren knapp verpasst wurde, blieb Trainer Claus-Dieter „Pele“ Wollitz seinem Stil treu. Anstatt in der vergangenen Saison defensiver zu agieren, setzte er weiterhin auf dominanten Offensivfußball. Dieser Mut zahlte sich aus: Mit dem zweiten Tabellenplatz sicherte sich das Team den Aufstieg.

Für die kommende Spielzeit kündigt Wollitz an, an dieser Philosophie festzuhalten. „Wir wollen weiterhin Spektakel“, betont der Coach. Dass dieser offensive Ansatz gegen spielstarke Gegner Risiken birgt, zeigte bereits die Generalprobe gegen Werder Bremen. Trotz technisch anspruchsvoller Spielweise und mutigem Pressing offenbarte die Partie defensive Anfälligkeiten, die in einer 2:4-Niederlage mündeten.

Herausforderungen in der Vorbereitung

Die Vorbereitungsphase verlief jedoch nicht ohne Sorgenfalten. Nach durchwachsenen Ergebnissen gegen unterklassige Teams sowie deutlichen Niederlagen gegen Mladá Boleslav und RB Salzburg übte Wollitz deutliche Kritik an seiner Mannschaft. Der Trainer bemängelte einen mangelnden Teamgeist und eine gewisse mentale Müdigkeit bei einigen Akteuren. Zudem suchen wichtige Leistungsträger wie King Manu, Tolcay Cigerci und Erik Engelhardt noch nach ihrer optimalen Form.

Ein Kader im Umbruch

Der Sommer brachte einen massiven personellen Wandel mit sich: 14 Spieler verließen den Verein, während zehn neue Akteure verpflichtet wurden. Dieser Umbruch ist ein wesentlicher Faktor für die aktuelle Findungsphase des Teams.

Der Königstransfer: Leonardo Bittencourt

Besondere Aufmerksamkeit gilt der Rückkehr von Leonardo Bittencourt. Der Mittelfeldspieler, der bereits in der Jugend für Cottbus auflief und dort unter Wollitz sein Profidebüt gab, kehrt nach 14 Jahren und über 300 Bundesliga-Einsätzen in die Lausitz zurück. Diese Verpflichtung wurde durch Sponsorenunterstützung ermöglicht und besitzt sowohl sportlich als auch emotional eine enorme Strahlkraft.

Perspektivspieler und Rückkehrer

Neben Bittencourt setzt der Verein auf gezielte Verstärkungen:

  • **Lucas Copado:** Der Stürmer kehrt nach einer Station in Paderborn zurück. Wollitz schätzt besonders seine Intensität und Torgefährlichkeit.
  • **Talentförderung:** Mit Leihgaben wie Luca Erlein (Bayer Leverkusen) und Fousseny Doumbia (Eintracht Frankfurt) unterstreicht Energie Cottbus seinen Ruf als Ausbildungsverein. Dass Bundesligisten ihre Talente nach Cottbus entsenden, gilt als Beleg für die gute Arbeit des Trainerstabs.

Ausblick auf den Saisonauftakt

Die erste echte Standortbestimmung findet am Sonntag um 13:30 Uhr statt, wenn Hannover 96 im Leag Energie Stadion gastiert. Das Stadion wurde im Sommer mit Unterstützung des Landes Brandenburg zweitligatauglich gemacht und bildet den Rahmen für eine Region, die sich nach dem Profifußball sehnt. Ob der mutige Spielstil von Energie Cottbus auch gegen die etablierte Konkurrenz in der 2. Bundesliga Bestand haben wird, bleibt abzuwarten. Die Mannschaft steht vor der Aufgabe, den Umbruch schnell zu verarbeiten und die individuelle Qualität in ein geschlossenes Kollektiv zu verwandeln.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/leere-sitze-im-uefa-europa-league-stadion-35781790/ · Foto: hayati ilker ergün
Quelle: https://www.sportschau.de/regional/rbb/rbb-teamcheck-energie-cottbus-gekommen-um-zu-bleiben-100.html