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Gamescom: „Bau-Simulator: Evolution“ ausprobiert: Abriss mit roher Gewalt und Feingefühl
Technik · 28.08.2026 17:35

Gamescom: „Bau-Simulator: Evolution“ ausprobiert: Abriss mit roher Gewalt und Feingefühl

Kurz: Auf der Gamescom 2026 konnten wir den „Bau-Simulator: Evolution“ testen. Der Fokus lag auf Abrissarbeiten, die für Zerstörungswut und technisches Ruckeln sorgte

Was geschehen ist – die Kernmeldung

Auf der Gamescom 2026 präsentierte der Publisher Astragon Entertainment erstmals spielbare Abriss-Missionen für den kommenden Titel „Bau-Simulator: Evolution“. Die Simulation, die in Zusammenarbeit mit dem Entwicklerstudio Weltenbauer entsteht, verspricht Spielern die Möglichkeit, Gebäude nicht nur zu errichten, sondern mit schwerem Gerät gezielt in Schutt und Asche zu legen. Während der Messevorführung stand die Zerstörung im Mittelpunkt, wobei die Tester die Gelegenheit hatten, verschiedene Maschinen wie den Seilbagger „Sennebogen 670 E“ zu steuern. Dabei zeigte sich ein ambivalentes Bild: Während das physikalische Zerstörungsmodell für befriedigende Ergebnisse sorgte, offenbarte die auf der Unity-Engine basierende Software noch deutliche technische Schwächen, insbesondere bei der Bildrate. Die Demonstration unterstrich den Anspruch des Spiels, eine realistische Simulation von Bauprozessen zu bieten, bei der neben der rohen Gewalt auch präzises Arbeiten gefragt ist. Die Veranstaltung diente dazu, das Interesse an den neuen destruktiven Spielmechaniken zu wecken, die eine deutliche Erweiterung des bisherigen Portfolios darstellen, welches primär durch konstruktive Tätigkeiten wie Hoch- und Straßenbau geprägt war.

Die Einzelheiten – Zahlen, Namen und Technik

Bei der Demonstration auf der Gamescom 2026 kam leistungsstarke Hardware zum Einsatz, um den „Bau-Simulator: Evolution“ zu präsentieren. Das System bestand aus einem AMD Ryzen 7 7800X3D Prozessor, kombiniert mit einer GeForce RTX 5070 Grafikkarte (12 GB VRAM, Asus Prime OC) und 32 GB DDR5-6000 Arbeitsspeicher. Trotz dieser potenten Ausstattung kam die Unity-Engine bei der Berechnung der physikalisch korrekt zerbröckelnden Betondächer und Ziegelsteine an ihre Grenzen. Sobald eine größere Menge an Trümmern gleichzeitig in Bewegung geriet, sank die Bildrate spürbar ab. Zu den spielbaren Geräten gehörte der Seilbagger „Sennebogen 670 E“, der für den Einsatz der Abrissbirne genutzt wurde. Für feinere Arbeiten standen zudem ein montierter Hydraulikhammer sowie ein manuell bedienbarer Presslufthammer zur Verfügung. Ein weiteres spezielles Werkzeug ist die Kombi-Abbruchzange von Epiroc, die laut Astragon sogar in der Lage ist, Betonstahl effektiv zu durchtrennen. Die Steuerung der komplexen Maschinen erwies sich als anspruchsvoll; die Empfehlung der Entwickler lautete, primär Controller statt Maus und Tastatur zu verwenden, wobei auch hier eine Eingewöhnungszeit vonnöten ist.

Hintergrund – Der Weg zur Simulation

Der „Bau-Simulator: Evolution“ tritt in die Fußstapfen bekannter Simulationstitel aus dem Hause Astragon, wie etwa dem populären „Landwirtschafts-Simulator“. Während der Fokus in früheren Iterationen oder ähnlichen Spielen meist auf dem konstruktiven Aufbau lag – also dem Hochbau, dem Straßenbau oder dem händischen Verputzen, Pflastern und Nageln – erweitert die „Evolution“-Variante das Spielprinzip um eine destruktive Komponente. Die Entscheidung, Abriss-Missionen in den Vordergrund zu rücken, entspringt dem Wunsch, die gesamte Wertschöpfungskette eines Bauprojekts abzubilden. In der Realität ist der Abriss eines Gebäudes ein hochkomplexer Prozess, der ebenso viel Planung und technisches Geschick erfordert wie der Aufbau. Die Entwickler von Weltenbauer haben diese Herausforderung aufgegriffen, um den Spielern eine Abwechslung zu den sonst eher statischen oder rein aufbauorientierten Alltagssimulationen zu bieten. Die Messedemo war gezielt darauf ausgerichtet, genau diese neuen, destruktiven Spielmechaniken isoliert zu testen, um Feedback zur Handhabung der schweren Maschinen und zur physikalischen Glaubwürdigkeit der Zerstörungseffekte zu sammeln.

Die Beteiligten – Institutionen und Akteure

Im Zentrum dieses Projekts steht das Entwicklerstudio Weltenbauer, welches für die technische Umsetzung und das Spieldesign verantwortlich zeichnet. Als Publisher fungiert Astragon Entertainment, ein Unternehmen, das sich durch seine Expertise im Bereich der Simulationsspiele einen Namen gemacht hat. Die Präsentation auf der Gamescom 2026 wurde durch das Fachmagazin heise online begleitet, dessen Redakteur Jan Philipp Wöbbeking die Gelegenheit nutzte, das Spiel unter realen Messebedingungen zu testen. Die Einbindung von lizenzierten Geräten wie dem „Sennebogen 670 E“ oder der Abbruchzange von Epiroc verdeutlicht den Anspruch der Beteiligten, eine möglichst authentische Simulation zu schaffen. Die Spieler, die den Titel in Zukunft erwerben, bilden die Zielgruppe, die sowohl an technischer Präzision als auch an der spielerischen Freiheit interessiert ist, die ein solches Szenario bietet. Die USK-Einstufung für das Spiel steht zum jetzigen Zeitpunkt noch aus, was darauf hindeutet, dass sich der Titel noch in einem aktiven Entwicklungsprozess befindet, bei dem finale regulatorische Prüfungen noch anstehen.

Einordnung – Die Bedeutung der Beobachtungen

Einzuordnen ist das Spielerlebnis als eine Mischung aus technischem Potenzial und notwendigem Optimierungsbedarf. Die physikalische Korrektheit, mit der Ziegel und Beton beim Abriss zersplittern, stellt einen Fortschritt gegenüber älteren Simulationen dar, die oft auf statische Animationen setzten. Den Berichten zufolge ist jedoch das technische Fundament, insbesondere die Performance der Unity-Engine, noch nicht auf einem Niveau, das eine flüssige Spielerfahrung bei hoher Zerstörungsdichte garantiert. Dass das Spiel trotz der leistungsstarken Hardware auf der Messe ins Straucheln geriet, ist ein kritischer Punkt, der für die Entwickler priorisiert werden muss. Zudem ist die Steuerung der Bagger und Kräne ein zweischneidiges Schwert: Die Komplexität soll zwar Realismus vermitteln, darf jedoch nicht in Frustration umschlagen. Die Empfehlung, Controller zu nutzen, zeigt, dass die Entwickler versuchen, die Trägheit der schweren Maschinen in ein intuitives Spielgefühl zu übersetzen. Insgesamt wirkt das Konzept stimmig, sofern die technischen Macken bis zum Release behoben werden können.

Offene Fragen – Was der Quelltext nicht beantwortet

Obwohl die Demonstration auf der Gamescom einen Einblick in die Abrissmechaniken gewährte, bleiben zahlreiche Fragen offen. Der Quelltext macht keine Angaben dazu, wie das Wirtschaftssystem innerhalb des Spiels aufgebaut ist. Es bleibt unklar, ob Spieler für die Abrissarbeiten entlohnt werden, ob diese Mittel in neue Maschinen investiert werden können oder wie die Abriss-Missionen in die Kampagnenstruktur des Hauptspiels eingebettet sind. Ebenso fehlen Informationen zur Größe der Spielwelt und ob es sich um eine offene Welt handelt oder um abgeschlossene Mission-Hubs. Auch die Frage, wie die KI der computergesteuerten LKW-Fahrer oder anderer Baustellenmitarbeiter agiert, wird nicht thematisiert. Da kein konkreter Termin für den Early-Access-Start auf Steam genannt wurde, bleibt zudem unklar, wie lange der Entwicklungsprozess noch dauern wird, bis das Spiel einen stabilen Zustand erreicht. Auch Details zum Umfang der lizenzierten Maschinenflotte über die genannten Beispiele hinaus fehlen vollständig.

Wie es weitergeht – Ausblick auf die Zukunft

Die Entwicklung des „Bau-Simulator: Evolution“ befindet sich in einer entscheidenden Phase. Astragon Entertainment hat angekündigt, dass der Titel zunächst als Early-Access-Version auf Steam für den PC erscheinen soll. Ein konkreter Termin für diesen Start wurde jedoch noch nicht kommuniziert. Nach der Early-Access-Phase ist die Veröffentlichung der Vollversion für das Jahr 2027 geplant. Neben der PC-Version sind auch Umsetzungen für die Konsolen PlayStation 5 sowie Xbox Series X/S fest eingeplant. Für die Entwickler bei Weltenbauer steht nun eine intensive Phase des Feintunings an. Insbesondere die Optimierung der Performance, um Ruckler bei der Zerstörung zu minimieren, sowie die Überarbeitung der Controller-Belegung dürften im Fokus der kommenden Monate stehen. Die Spieler können gespannt darauf warten, ob die Entwickler das Feedback der Messebesucher in die nächste Iteration einfließen lassen, um die Balance zwischen technischer Komplexität und intuitivem Spielspaß zu verbessern.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/computer-desktop-pc-drinnen-7858743/ · Foto: Ron Lach
Quelle: https://www.heise.de/tests/Bau-Simulator-Evolution-ausprobiert-Abriss-mit-roher-Gewalt-und-Feingefuehl-11433418.html?wt_mc=rss.red.ho.ho.atom.beitrag.beitrag