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Fußball - Uefa-Chef Čeferin schließt Kandidatur für Fifa-Präsidentschaft aus
Schlagzeilen · 24.08.2026 08:38

Fußball - Uefa-Chef Čeferin schließt Kandidatur für Fifa-Präsidentschaft aus

Kurz: UEFA-Präsident Aleksander Čeferin hat klargestellt, dass er nicht für das Amt des FIFA-Chefs kandidieren wird. Er fordert einen Neuanfang ohne Gianni Infantino.

Was geschehen ist – die Kernmeldung

In einer deutlichen Absage an Spekulationen über seine berufliche Zukunft hat der Präsident der Europäischen Fußball-Union (UEFA), Aleksander Čeferin, jegliche Ambitionen auf das höchste Amt im Weltfußballverband FIFA zurückgewiesen. In einem Gespräch für den britischen Podcast „The Rest is Politics“ stellte der slowenische Funktionär unmissverständlich klar, dass er kein Interesse an einer Nachfolge des amtierenden FIFA-Präsidenten Gianni Infantino habe. Diese Erklärung setzt ein deutliches Signal innerhalb der komplexen Machtstrukturen des internationalen Fußballs. Čeferin, der seit 2016 die Geschicke der UEFA leitet, betonte seine tiefe Verbundenheit zu seinem derzeitigen Aufgabenbereich und unterstrich, dass seine persönliche Motivation in der Arbeit für den europäischen Verband liege. Mit dieser öffentlichen Äußerung beendet er die Gerüchteküche, die ihn in den vergangenen Monaten immer wieder als potenziellen Herausforderer für den FIFA-Thron gehandelt hatte. Die Entscheidung, nicht als Kandidat anzutreten, begründete er auch mit einer strategischen Überlegung: Um als glaubwürdiger Kritiker des aktuellen FIFA-Kurses wahrgenommen zu werden, sei es essenziell, dass er selbst keine persönlichen Interessen an der Übernahme des Postens verfolge. Damit positioniert sich Čeferin als ein Akteur, der primär an einer inhaltlichen und strukturellen Neuausrichtung des Weltverbandes interessiert ist, statt an einer bloßen Personalrochade an der Spitze des globalen Sportverbandes.

Die Einzelheiten der aktuellen Entwicklung

Die Aussagen von Aleksander Čeferin werfen ein Schlaglicht auf die tiefen Gräben innerhalb der FIFA. Der UEFA-Präsident, dessen Amtszeit im Jahr 2027 ausläuft, äußerte sich in dem Podcast sehr direkt über das zerrüttete Verhältnis zu Gianni Infantino. Er gab an, seit dem Ausbruch der aktuellen Krise keinen direkten Kontakt mehr zum FIFA-Chef gehabt zu haben. Čeferin kritisierte dabei insbesondere die Rhetorik, die aus dem Umfeld der FIFA an ihn herangetragen werde. Demnach versuche die FIFA-Führung, den Konflikt als einen Kampf zwischen einem angeblich „arroganten Europa“ und dem Rest der Welt darzustellen. Čeferin wies dies als taktisches Manöver zurück und erinnerte daran, dass Infantino selbst Europäer sei und in seiner Anfangszeit maßgeblich von der UEFA unterstützt wurde. Für die anstehende Wahl, die im kommenden Jahr in Rabat stattfinden soll, zeichnet Čeferin zwei mögliche Szenarien auf: Entweder Infantino erkennt den Mangel an Rückhalt und zieht seine Ambitionen zurück, oder er stellt sich der Wahl. Sollte es zum zweiten Fall kommen, kündigte der UEFA-Chef an, dass Europa definitiv einen Gegenkandidaten ins Rennen schicken werde. Die Identität dieser Person ließ er jedoch offen, da er nach eigenen Angaben noch keine konkrete Entscheidung getroffen habe. Derzeit ist Infantino der einzige offizielle Bewerber für die Wahl im Jahr 2027, doch der Widerstand formiert sich zunehmend.

Hintergrund der Auseinandersetzung

Die Spannungen zwischen der UEFA und der FIFA haben sich über einen längeren Zeitraum hinweg aufgebaut und sind eng mit der strategischen Ausrichtung des Weltverbandes verknüpft. Im Zentrum der Kritik steht das Vorhaben von Gianni Infantino, den Weltverband für externe Investoren zu öffnen. Dieses Projekt stößt international auf erheblichen Widerstand, da Kritiker eine Kommerzialisierung und einen Verlust der Kontrolle über die Fußballstrukturen befürchten. Die UEFA sieht in diesem Kurs eine Gefahr für die Integrität des Sports und fordert vehement einen Neuanfang an der Spitze der FIFA. Die Vorgeschichte ist geprägt von einer zunehmenden Entfremdung zwischen den Kontinentalverbänden. Während die UEFA, der asiatische Verband AFC sowie der Verband für Nord-, Mittelamerika und die Karibik (CONCACAF) eine geschlossene Front gegen den aktuellen FIFA-Kurs bilden, sieht die Situation in anderen Regionen anders aus. Die Nationalverbände des afrikanischen Kontinentalverbands CAF haben sich explizit hinter Infantino gestellt, was die globale Spaltung des Fußballs verdeutlicht. Die drei kritischen Verbände haben kürzlich eine gemeinsame Erklärung unterzeichnet, in der sie ihre Absicht bekunden, die „Fußballfamilie“ hinter einem gemeinsamen Ziel zu vereinen – dem Rücktritt von Infantino. Diese Allianz unterstreicht, dass es sich nicht um eine bloße Einzelmeinung des UEFA-Chefs handelt, sondern um eine koordinierte Bewegung innerhalb der einflussreichsten Fußballorganisationen der Welt.

Die Beteiligten im Machtgefüge

Die Akteure in diesem Konflikt sind klar definiert. Auf der einen Seite steht Aleksander Čeferin, der als UEFA-Präsident die Interessen des europäischen Fußballs vertritt und den Druck auf die FIFA-Spitze massiv erhöht hat. Er agiert als Sprachrohr einer Allianz, der neben der UEFA auch der asiatische Verband AFC sowie der CONCACAF-Verband angehören. Auf der anderen Seite steht Gianni Infantino, der seit Jahren die FIFA führt und trotz internationaler Kritik an seinen Plänen für externe Investitionen an einer weiteren Amtszeit festhält. Als möglicher Herausforderer für Infantino wird neben den noch zu benennenden europäischen Kandidaten der CONCACAF-Präsident Victor Montagliani gehandelt, der als eine der zentralen Figuren im Widerstand gegen den aktuellen FIFA-Kurs gilt. Die afrikanischen Nationalverbände (CAF) bilden das wichtigste Unterstützerlager für Infantino und stellen sich damit gegen die Forderungen der europäischen und asiatischen Verbände. Diese Konstellation zeigt, dass die Entscheidung über die Zukunft der FIFA nicht nur eine Frage der persönlichen Eignung der Kandidaten ist, sondern ein Ringen um die globale Ausrichtung des Fußballs zwischen den verschiedenen Kontinentalverbänden und ihren jeweiligen wirtschaftlichen Interessen.

Einordnung der Situation

Einzuordnen ist das Geschehen als eine Zuspitzung des Machtkampfes um die Zukunft des Weltfußballs. Dass Čeferin seine eigene Kandidatur ausschließt, ist ein taktisch kluger Schachzug, um die Debatte von seiner Person auf die inhaltlichen Defizite der FIFA-Führung zu lenken. Den Berichten zufolge ist das Verhältnis zwischen den beiden mächtigsten Männern im Fußball – dem UEFA-Chef und dem FIFA-Präsidenten – zerrüttet. Die Tatsache, dass Čeferin den Vorwurf der „Arroganz“ gegenüber Europa als Ablenkungsmanöver Infantinos bezeichnet, zeigt, wie tief das gegenseitige Misstrauen sitzt. Es geht hierbei um weit mehr als nur um Personalfragen; es geht um die Frage, ob der Weltverband eine Institution sein soll, die sich externen Investoren öffnet, oder ob die traditionellen Strukturen der Kontinentalverbände die Oberhand behalten. Die Allianz der drei Verbände (UEFA, AFC, CONCACAF) deutet darauf hin, dass die FIFA-Spitze den Rückhalt in den einflussreichsten Regionen des Fußballs zu verlieren droht. Dennoch bleibt Infantino aufgrund der Unterstützung aus Afrika und seiner Rolle als amtierender Präsident in einer starken Ausgangsposition. Die kommenden Monate werden zeigen, ob der Druck aus Europa und Asien ausreicht, um eine echte Alternative zur Ära Infantino zu schaffen.

Offene Fragen und Lücken

Trotz der klaren Ansage von Aleksander Čeferin bleiben zahlreiche Fragen unbeantwortet, die für den weiteren Verlauf des Konflikts von zentraler Bedeutung sind. Zunächst ist völlig unklar, wer genau als Gegenkandidat aus Europa ins Rennen geschickt werden soll. Čeferin hat zwar versichert, dass es einen Herausforderer geben werde, doch Namen wurden nicht genannt. Ebenso bleibt offen, welche konkreten Schritte die Allianz aus UEFA, AFC und CONCACAF plant, um den Druck auf Infantino über die bloße rhetorische Ablehnung hinaus zu erhöhen. Es gibt im Quelltext keine Informationen darüber, ob es bereits geheime Verhandlungen mit anderen potenziellen Kandidaten gibt oder wie die rechtlichen Rahmenbedingungen für eine kurzfristige Kandidatur aussehen. Auch die genauen Details der geplanten Öffnung für externe Investoren, die Infantino vorantreibt, werden im Quelltext nicht in der Tiefe erläutert, die notwendig wäre, um das gesamte Ausmaß des inhaltlichen Streits zu verstehen. Schließlich bleibt die Frage offen, wie die afrikanischen Verbände auf eine mögliche Gegenkandidatur reagieren würden, sollte diese nicht aus Europa, sondern aus einem anderen Teil der Welt kommen. Diese Lücken lassen viel Raum für Spekulationen über die Dynamik der kommenden Wahl in Rabat.

Wie es weitergeht

Die Weichen für das kommende Jahr sind gestellt. Die Wahl des FIFA-Präsidenten findet im nächsten Jahr in Rabat statt. Bis dahin ist mit einer weiteren Eskalation der rhetorischen Auseinandersetzung zu rechnen. Da Gianni Infantino derzeit der einzige offizielle Kandidat ist, liegt der Ball nun bei der Allianz um die UEFA, einen ernstzunehmenden Herausforderer zu präsentieren. Die Ankündigung von Čeferin, dass Europa einen Gegenkandidaten aufstellen wird, setzt eine klare Frist für die Suche nach einer geeigneten Persönlichkeit. Es ist davon auszugehen, dass in den kommenden Monaten hinter den Kulissen intensiv sondiert wird, um einen Konsens innerhalb der kritischen Verbände zu erzielen. Ob es gelingt, die afrikanischen Verbände von einer Abkehr von Infantino zu überzeugen oder ob es zu einer Kampfabstimmung zwischen einem europäischen Herausforderer und dem amtierenden FIFA-Chef kommt, bleibt abzuwarten. Die gesamte Fußballwelt wird auf die Entwicklungen in Rabat blicken, da diese Wahl die Richtung des Weltverbandes für die kommenden Jahre maßgeblich bestimmen wird. Die Zeit bis zur Wahl wird für alle Beteiligten eine Phase der intensiven politischen Arbeit und der Suche nach Allianzen sein, um die notwendigen Mehrheiten zu sichern oder zu verhindern.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/wahrzeichen-stadion-deutschland-arena-27110089/ · Foto: Red Nguyen
Quelle: https://www.deutschlandfunk.de/uefa-chef-eferin-schliesst-kandidatur-fuer-fifa-praesidentschaft-aus-102.html