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Computer- und Videospiele - Facharzt: Gaming-Sucht nicht sonderlich verbreitet
Schlagzeilen · 24.08.2026 09:54

Computer- und Videospiele - Facharzt: Gaming-Sucht nicht sonderlich verbreitet

Kurz: Suchtmediziner Georgios Paslakis relativiert die Gefahr einer Gaming-Sucht. Krankhaftes Verhalten sei selten, das Ziel der Therapie sei kontrollierte Nutzung.

Was geschehen ist – die Kernmeldung

Der Suchtmediziner Georgios Paslakis hat eine differenzierte Einschätzung zum Thema Gaming-Sucht abgegeben. In einer aktuellen Stellungnahme gegenüber dem Evangelischen Pressedienst betonte der Ärztliche Direktor der LWL-Universitätsklinik Bochum für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, dass ein krankhaftes Spielverhalten bei der breiten Masse der Nutzer nur sehr selten auftritt. Die bloße Nutzung von Computer- und Videospielen sei per se nicht als problematisch einzustufen. Vielmehr erfülle das Gaming für viele Menschen eine wichtige Funktion im Alltag, etwa um vom Stress abzuschalten oder soziale Kontakte und Freundschaften zu pflegen. Erst wenn das Spielverhalten die einzige verbliebene Quelle für Erfolgserlebnisse, Zugehörigkeitsgefühl oder psychische Entlastung darstellt, drohe eine gesundheitliche Gefährdung. Die Einordnung von Paslakis erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem das Thema Gaming durch Großveranstaltungen wie die Gamescom in Köln erneut verstärkt in den öffentlichen Fokus rückt. Der Mediziner stellt dabei klar, dass die Grenze zwischen einem intensiven Hobby und einer behandlungsbedürftigen Verhaltenssucht dort verläuft, wo die Kontrolle über den Alltag verloren geht und negative Konsequenzen im sozialen oder beruflichen Umfeld ignoriert werden.

Die Einzelheiten der Suchtproblematik

Georgios Paslakis definiert konkrete Kriterien, anhand derer eine Gaming-Sucht identifiziert werden kann. Ein zentrales Warnsignal ist der Kontrollverlust. Dies betrifft sowohl den bewussten Beginn einer Spielsession als auch die Steuerung der Dauer und den Zeitpunkt des Beendens. Wenn es Betroffenen nicht mehr gelingt, das Spiel aus eigener Kraft zu unterbrechen, ist dies ein deutliches Indiz für eine Störung. Ein weiteres Symptom ist die Priorisierung des Gamings gegenüber anderen essenziellen Lebensbereichen. Wenn Hobbys, schulische Verpflichtungen, berufliche Aufgaben oder zwischenmenschliche Beziehungen massiv unter dem Spielverhalten leiden und das Spielen dennoch fortgesetzt wird, trotz der offensichtlich negativen Auswirkungen, spricht der Facharzt von einer problematischen Entwicklung. Diese Verhaltensweisen bilden den Kern der Diagnose. Im Gegensatz zu stoffgebundenen Süchten, bei denen der Konsum einer Substanz wie Alkohol oder Nikotin vollständig eingestellt werden kann, ist dies beim Gaming nicht möglich. Da das Internet ein integraler Bestandteil des modernen Alltags ist und zahlreiche lebenswichtige Prozesse dort ablaufen, ist ein kompletter Verzicht auf digitale Medien unrealistisch. Dies unterscheidet die Therapie grundlegend von anderen Suchtbehandlungen, da das Ziel nicht die Abstinenz, sondern die Wiedererlangung der Kontrolle über den eigenen Medienkonsum ist.

Hintergrund und bisheriger Verlauf

Das Thema Gaming-Sucht ist seit Jahren Gegenstand medizinischer und gesellschaftlicher Debatten. Die Einordnung von Experten wie Paslakis ist dabei besonders relevant, da sie den Fokus von einer pauschalen Stigmatisierung des Gamings hin zu einer individuellen Betrachtung verschiebt. Die LWL-Universitätsklinik Bochum, an der Paslakis als Ärztlicher Direktor tätig ist, befasst sich intensiv mit psychosomatischer Medizin und Psychotherapie, was eine fundierte klinische Perspektive auf Verhaltenssüchte ermöglicht. Die Diskussion wird regelmäßig durch Großereignisse wie die Gamescom in Köln befeuert, die als weltgrößte Messe für Computer- und Videospiele gilt. Solche Veranstaltungen unterstreichen die enorme Bedeutung von Gaming als Massenphänomen und Wirtschaftsfaktor. Der öffentliche Diskurs schwankt dabei oft zwischen der Anerkennung von Gaming als Kulturgut und der Sorge vor einer zunehmenden Pathologisierung des Spielverhaltens. Paslakis’ Äußerungen dienen hierbei als wissenschaftliche Einordnung, die verdeutlicht, dass die überwältigende Mehrheit der Spieler ihre Leidenschaft ohne gesundheitliche Schäden ausübt. Die therapeutische Herangehensweise, die er beschreibt, spiegelt den modernen Stand der Suchtforschung wider, die bei nicht-stoffgebundenen Süchten vermehrt auf Kompetenztraining und Verhaltensänderung setzt, statt auf den kompletten Entzug digitaler Technologien.

Die Beteiligten und ihre Rollen

Die zentrale Person in dieser fachlichen Einordnung ist Georgios Paslakis. Als Ärztlicher Direktor der LWL-Universitätsklinik Bochum für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie verfügt er über die notwendige medizinische Expertise, um das Phänomen der Gaming-Sucht klinisch zu bewerten. Er äußerte sich gegenüber dem Evangelischen Pressedienst, einer Nachrichtenagentur, die religiöse und gesellschaftliche Themen aufgreift. Die LWL-Universitätsklinik selbst fungiert als Institution, die sowohl in der Patientenversorgung als auch in der Forschung tätig ist. Zudem ist die Gamescom in Köln als Rahmenbedingung zu nennen. Als weltgrößte Messe für Computer- und Videospiele zieht sie jährlich ein internationales Publikum an und ist der Anlass, zu dem die Debatte um die gesundheitlichen Aspekte des Spielens erneut an Fahrt gewinnt. Der Deutschlandfunk, der die Nachricht am 24. August 2026 verbreitete, fungiert als Medium, das diese fachärztliche Einschätzung einem breiten Publikum zugänglich macht. Weitere Akteure, wie etwa betroffene Spieler oder Angehörige, werden zwar indirekt durch die Symptombeschreibungen adressiert, treten jedoch nicht als aktive Sprecher in der vorliegenden Berichterstattung auf. Die Expertenmeinung steht hierbei im Zentrum, um eine sachliche Grundlage für die öffentliche Wahrnehmung des Themas zu schaffen.

Einordnung und offene Fragen

Einzuordnen ist die Einschätzung von Paslakis als Entwarnung für die breite Masse der Gamer. Den Berichten zufolge ist die Sorge vor einer flächendeckenden Suchtgefahr wissenschaftlich nicht haltbar. Die Therapie einer Verhaltenssucht wird durch die Allgegenwärtigkeit des Internets als deutlich anspruchsvoller eingestuft als bei klassischen Süchten, da die Patienten lernen müssen, in einem digitalen Umfeld gesund zu navigieren, anstatt es zu meiden. Dennoch bleiben einige Fragen offen, die der Quelltext nicht beantwortet. Es wird beispielsweise nicht spezifiziert, wie viele Menschen in Deutschland tatsächlich von einer diagnostizierten Gaming-Sucht betroffen sind oder ob die Fallzahlen in den letzten Jahren gestiegen sind. Auch bleibt unklar, welche konkreten therapeutischen Methoden in der LWL-Universitätsklinik Bochum angewandt werden, um die kontrollierte Nutzung zu trainieren. Zudem wird nicht beleuchtet, welche Rolle die Spieleentwickler selbst bei der Prävention von Suchtverhalten spielen könnten oder ob es regulatorische Ansätze gibt, um das Risiko für gefährdete Personen zu minimieren. Die Lücke zwischen der theoretischen Definition der Sucht und der praktischen Umsetzung der Therapie im Alltag der Patienten bleibt somit ein Aspekt, der über die vorliegenden Informationen hinausgeht und weiterführender Erklärungen bedürfte.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/beleuchtung-lichter-manner-party-9072265/ · Foto: Yan Krukau
Quelle: https://www.deutschlandfunk.de/facharzt-gaming-sucht-nicht-sonderlich-verbreitet-102.html