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Fußball - Fan-Organisationen verlangen Rücktritt von Infantino
Schlagzeilen · 20.08.2026 16:47

Fußball - Fan-Organisationen verlangen Rücktritt von Infantino

Kurz: Internationale Fan-Organisationen fordern den Rücktritt von FIFA-Präsident Gianni Infantino und eine tiefgreifende Reform des Weltverbandes.

Was geschehen ist: Massive Forderungen nach einem Neuanfang an der FIFA-Spitze

In einer konzertierten Aktion haben internationale Fan-Organisationen den Druck auf die Führung des Weltfußballverbandes FIFA massiv erhöht. Mit dem Start einer weltweiten Petition fordern die Zusammenschlüsse den sofortigen Rücktritt von FIFA-Präsident Gianni Infantino. Die Initiatoren begründen diesen drastischen Schritt mit einem tiefgreifenden Vertrauensverlust, der durch das Verhalten des Verbandschefs entstanden sei. Neben dem personellen Wechsel an der Spitze verlangen die Fan-Vertreter eine umfassende und grundlegende Reform der Strukturen innerhalb der FIFA. Die Initiative, die am 20. August 2026 bekannt wurde, markiert einen neuen Höhepunkt in der anhaltenden Kritik an der Amtsführung des Schweizers. Die Forderung nach einem Rücktritt wird dabei nicht nur als bloßer Wunsch nach einem Personalwechsel verstanden, sondern als notwendige Konsequenz aus einer Politik, die den Fußball nach Ansicht der Kritiker zunehmend von seinen Wurzeln entfremdet habe. Die Bewegung fordert eine Rückbesinnung auf die Werte des Sports, die durch die jüngsten Ereignisse rund um die Vermarktungsstrategien des Verbandes schwer beschädigt worden seien.

Die Einzelheiten: Hintergründe der Kritik und die Rolle der Verbände

Die Organisation Football Supporters Europe (FSE) hat in einer offiziellen Erklärung scharfe Worte gewählt, um den Unmut der Basis zu artikulieren. Im Zentrum der Kritik steht der Versuch Infantinos, die Weltmeisterschaft an private Investoren zu veräußern. Dieser Schritt wird von den Fan-Organisationen als „Verrat“ am Fußball bezeichnet, der niemals in Vergessenheit geraten werde. Die Kritik beschränkt sich jedoch nicht nur auf die Fan-Ebene. Auch auf institutioneller Ebene bröckelt die Unterstützung für den FIFA-Präsidenten. So haben der ungarische Verbandspräsident Csanyi, der gleichzeitig als Vizepräsident des Weltverbandes fungiert, sowie der montenegrinische Verbandschef Savicevic öffentlich erklärt, Infantino bei einer möglichen Wiederwahl nicht mehr zu unterstützen. Csanyi bemängelte dabei explizit Defizite bei der Führung des Weltverbandes. Diese Absagen reihen sich ein in eine Serie ähnlicher Erklärungen zahlreicher weiterer europäischer Fußballverbände, die sich bereits zuvor von der aktuellen FIFA-Linie distanziert hatten. Die Front gegen den amtierenden Präsidenten hat sich damit innerhalb Europas deutlich verfestigt.

Hintergrund: Der geplatzte Investorendeal als Katalysator

Die aktuelle Krise hat ihre Wurzeln in einem gescheiterten Vorhaben der FIFA, Anteile an der Vermarktung der Weltmeisterschaftsturniere an private Investoren zu verkaufen. Dieser geplatzte Deal hat eine Kettenreaktion ausgelöst, die das Vertrauensverhältnis zwischen dem Weltverband und den Kontinentalverbänden nachhaltig erschüttert hat. In der Folge dieses Vorfalls hat sich eine Allianz gebildet, die den Rücktritt von Infantino aktiv vorantreibt. Angeführt wird dieses Bündnis vom europäischen Verband UEFA, der dabei von den Kontinentalverbänden aus Nordamerika und Asien unterstützt wird. Die Vorgeschichte ist geprägt von einer zunehmenden Entfremdung zwischen der FIFA-Spitze und den europäischen Strukturen. Während Infantino in der Vergangenheit oft auf eine breite Basis bauen konnte, haben die jüngsten Vermarktungsversuche eine Grenze überschritten, die nun zu einem offenen Konflikt geführt hat. Die Entwicklung zeigt, wie sensibel die Verbände auf Versuche reagieren, die kommerzielle Kontrolle über das wichtigste Turnier des Weltfußballs an externe Geldgeber abzugeben.

Die Beteiligten: Ein gespaltener Weltverband

Die Situation innerhalb der FIFA stellt sich derzeit als tief gespalten dar. Auf der einen Seite steht das Lager der Kritiker, zu denen neben den Fan-Organisationen wie Football Supporters Europe vor allem die UEFA und die Kontinentalverbände aus Nordamerika und Asien gehören. Auf der anderen Seite kann Gianni Infantino weiterhin auf eine signifikante Unterstützung bauen. Viele der stimmberechtigten Nationalverbände, insbesondere aus Afrika, aber auch aus Teilen Südamerikas, Ozeaniens, Asiens und Nordamerikas, halten weiterhin an dem Präsidenten fest. Diese geopolitische Spaltung des Weltverbandes macht die Situation unübersichtlich. Während in Europa und bei den organisierten Fan-Gruppen der Rücktritt gefordert wird, bleibt die Machtbasis des Schweizers in anderen Weltregionen stabil. Die Entscheidungsträger in den jeweiligen Nationalverbänden stehen somit unter einem enormen Druck, sich zwischen den Forderungen der europäischen Kritiker und der bisherigen Linie der FIFA-Führung zu entscheiden.

Einordnung und offene Fragen: Die Zukunft der FIFA-Spitze

Einzuordnen ist die aktuelle Lage als eine der schwersten Führungskrisen in der Geschichte des Weltverbandes. Den Berichten zufolge ist die Wiederwahl von Infantino, die für den kommenden März geplant ist, trotz der massiven Kritik keineswegs sicher, aber auch nicht ausgeschlossen. Die offene Frage bleibt, ob der Druck der europäischen Verbände und der Fan-Organisationen ausreicht, um die Mehrheitsverhältnisse in den Nationalverbänden zu verschieben. Zudem ist unklar, ob sich bis zum Wahltermin noch ein Gegenkandidat finden wird, da bisher niemand offiziell seinen Hut in den Ring geworfen hat. Eine weitere offene Frage ist, wie die FIFA auf die Petition der Fan-Organisationen reagieren wird und ob die Kritik an der Verbandsführung zu einer inhaltlichen Kurskorrektur führen kann. Die Unsicherheit über den Ausgang der Wahl bis zum Jahr 2031 prägt die aktuelle Stimmung im Weltfußball. Es bleibt abzuwarten, ob die institutionelle Allianz gegen Infantino ausreicht, um eine echte Veränderung herbeizuführen, oder ob der Präsident seine Machtbasis in den anderen Kontinentalverbänden erfolgreich verteidigen kann.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/rot-strasse-festival-fahnen-27271689/ · Foto: Omar Ramadan
Quelle: https://www.deutschlandfunk.de/fan-organisationen-verlangen-ruecktritt-von-infantino-100.html