Ein turbulenter Auftakt am Böllenfalltor
Der Start in die neue Saison der 2. Fußball-Bundesliga verlief für den SV Darmstadt 98 äußerst wechselhaft. In einer Partie, die lange Zeit von Kieler Dominanz geprägt war, bewiesen die Lilien eine beeindruckende Moral. Nach einem zwischenzeitlichen 0:2-Rückstand gelang den Gastgebern in der Schlussphase noch der Ausgleich zum 2:2-Endstand. Im Mittelpunkt des Geschehens stand dabei der Darmstädter Aleksandar Vukotic, der eine Achterbahnfahrt der Gefühle durchlebte.
Kiel dominiert die erste Halbzeit
Die Gäste aus Kiel zeigten sich von Beginn an abgezockt und spielstark. Besonders Neuzugang Guillermo Balzi drückte der Partie früh seinen Stempel auf. Bereits in der 8. Spielminute brachte der Argentinier die Kieler in Führung, nachdem ein ungenauer Pass von Vukotic im Mittelfeld den schnellen Umschaltmoment für die Gäste eingeleitet hatte.
Die Darmstädter fanden in der ersten Hälfte kaum in ihren Rhythmus. Zwar gab es vereinzelte Offensivansätze durch Fynn Lakenmacher oder ein wegen Abseits nicht gegebenes Tor von Lance Duijvestijn, doch die spielerische Linie fehlte. Kurz vor dem Pausenpfiff erhöhte Phil Harres nach einer präzisen Flanke von Adrian Kapralik per Kopf auf 2:0. Erneut sah die Darmstädter Defensive, allen voran Vukotic, bei der Zuordnung nicht gut aus.
Schuhen verhindert die Vorentscheidung
Auch nach dem Seitenwechsel blieb Kiel zunächst das gefährlichere Team. Ein weiterer individueller Fehler, diesmal durch den Darmstädter Neuzugang Florian Kleinhansl, ermöglichte Alexander Bernhardsson in der 52. Minute eine Großchance. Dass die Partie zu diesem Zeitpunkt nicht bereits entschieden war, lag allein an Darmstadts Torhüter Marcel Schuhen, der mit einem starken Reflex im Eins-gegen-eins den dritten Gegentreffer verhinderte.
Die späte Aufholjagd der Lilien
Trainer Florian Kohfeldt, der am Spielfeldrand durch sein emotionales Auftreten auffiel, bewies mit seinen Wechseln ein glückliches Händchen. Die Wende leitete Joker Ho-jae Lee in der 76. Minute ein. Nach einem schnellen Gegenstoß über Kai Klefisch verwandelte Lee wuchtig ins lange Eck und brachte das Böllenfalltor zurück ins Spiel.
Die Schlussphase gehörte nun den Gastgebern, die Kiel tief in die eigene Hälfte drängten. Acht der insgesamt 13 Darmstädter Torschüsse fielen in den letzten 20 Spielminuten. Die Belohnung folgte in der 86. Minute: Aleksandar Vukotic, der zuvor bei den Gegentoren unglücklich agiert hatte, köpfte eine Ecke von Duijvestijn zum umjubelten 2:2-Ausgleich ein. Trotz der Bemühungen von Kohfeldt, den Siegtreffer zu erzwingen, blieb es beim Remis.
Nachbetrachtung und Ausblick
Auf Seiten der Kieler herrschte nach dem Abpfiff Ernüchterung. Trainer Tim Walter kritisierte das Verhalten seiner Mannschaft, die es versäumt habe, das Spiel souverän zu Ende zu bringen und zu sehr auf den dritten Treffer gedrängt habe.
Für Darmstadt 98 bleibt trotz des Punktgewinns Arbeit. Die Mannschaft, die im Sommer wichtige Offensivkräfte wie Isac Lidberg und Fraser Hornby verloren hat, offenbarte sowohl defensiv als auch offensiv noch Abstimmungsprobleme. Die nächste Gelegenheit zur Leistungssteigerung bietet sich den Lilien am kommenden Sonntag beim Auswärtsspiel in Dresden. Holstein Kiel trifft bereits am Freitagabend im Heimspiel auf den FC St. Pauli und hat dort die Chance, die verlorenen Punkte wiedergutzumachen.