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Film "Everytime" als deutscher Beitrag für Oscar-Verleihung nominiert
Schlagzeilen · 25.08.2026 20:44

Film "Everytime" als deutscher Beitrag für Oscar-Verleihung nominiert

Kurz: Das Drama 'Everytime' von Regisseurin Sandra Wollner geht für Deutschland ins Rennen um die begehrte Oscar-Auszeichnung als 'Bester internationaler Film'.

Ein bedeutender Schritt für das deutsche Kino

Das Drama "Everytime" der österreichischen Regisseurin Sandra Wollner wurde offiziell als deutscher Beitrag für die Oscar-Verleihung in der Kategorie "Bester internationaler Film" ausgewählt. Diese Entscheidung gab die Organisation German Films, die als offizielle Auslandsvertretung des deutschen Films fungiert, am 25. August 2026 in München bekannt. Die Nominierung markiert einen wichtigen Meilenstein für die Produktion, die bereits im Vorfeld durch ihre künstlerische Qualität auf internationalem Parkett überzeugen konnte. Mit der Einreichung dieses Werkes hofft die deutsche Filmbranche auf eine erneute Erfolgsgeschichte bei der 99. Verleihung der Academy Awards, die im kommenden Jahr in den Vereinigten Staaten stattfinden wird. Die Auswahl von "Everytime" unterstreicht die anhaltende Relevanz und die erzählerische Tiefe, die das deutsche Kino derzeit auf globaler Ebene repräsentiert, und setzt hohe Erwartungen an den weiteren Verlauf des Auswahlprozesses der Academy of Motion Picture Arts and Sciences.

Inhaltliche Tiefe und filmische Umsetzung

Der Film "Everytime" thematisiert den schwierigen Umgang mit Verlust und die schleichende Rückkehr ins Leben nach einer persönlichen Tragödie. Im Zentrum der Handlung stehen die Protagonistin Ella und ihre jüngere Tochter Melli. Die Geschichte setzt ein Jahr nach dem plötzlichen Tod der älteren Tochter Jessie ein und beleuchtet, wie die Hinterbliebenen versuchen, ihren gemeinsamen Alltag neu zu strukturieren. Die Regisseurin wählt dabei eine sensible Erzählweise, in der sich die tiefe Trauer der Figuren in kleinen Gesten, dem Anhören alter Sprachnachrichten und dem Sichten von Videoaufnahmen manifestiert. Eine zentrale Wendung erfährt die Erzählung durch eine Reise nach Teneriffa, die Ella und Melli gemeinsam mit Jessies Freund Lux unternehmen. Dieser Ortswechsel fungiert als Katalysator, der lange verdrängte Gefühle und schmerzhafte Erinnerungen an die Oberfläche befördert. Besetzt ist das Drama mit Birgit Minichmayr, Carla Hüttermann und Tristán López, die den emotionalen Kern des Werkes tragen. Für ihre Arbeit an diesem Film konnte Sandra Wollner bereits den Hauptpreis der renommierten Sektion "Un Certain Regard" bei den Filmfestspielen in Cannes entgegennehmen.

Eine historische Neuerung im Auswahlverfahren

Die diesjährige Oscar-Saison bringt eine bemerkenswerte Besonderheit mit sich, die den deutschen Beiträgen zugutekommt. Aufgrund einer grundlegenden Regeländerung der Academy ist es in diesem Jahr erstmals möglich, dass gleich drei deutsche Produktionen um die Auszeichnung als "Bester internationaler Film" konkurrieren. Diese Neuerung besagt, dass Filme, die bei ausgewählten, international bedeutenden Filmfestivals mit einem Hauptpreis ausgezeichnet wurden, automatisch für die Einreichung qualifiziert sind. Neben "Everytime" profitieren davon auch die Werke "Gelbe Briefe" von Regisseur İlker Çatak, der bei der Berlinale den Goldenen Bären gewann, sowie "Von Scham und Geld" von Visar Morina, welcher den World Cinema Grand Jury Prize beim Sundance Festival erhielt. Diese Konstellation stellt eine historische Chance für die deutsche Filmindustrie dar, da die Präsenz deutscher Produktionen im internationalen Wettbewerb durch die neuen Statuten deutlich gestärkt wurde. Es bleibt abzuwarten, wie die Academy auf diese Vielfalt an hochkarätigen deutschen Beiträgen reagieren wird.

Die Akteure und der weitere Zeitplan

Die Auswahl des offiziellen deutschen Beitrags oblag der Organisation German Films, die als zentrale Institution für die internationale Vermarktung und Repräsentation des deutschen Filmschaffens zuständig ist. Die Entscheidung wurde in München getroffen und öffentlich kommuniziert. Beteiligt an dem Projekt sind neben der Regisseurin Sandra Wollner auch die Schauspieler Birgit Minichmayr, Carla Hüttermann und Tristán López, die gemeinsam mit weiteren Teammitgliedern wie Esja Wendel und Lotte Keiling an der internationalen Vermarktung, etwa bei den Filmfestspielen in Cannes, mitgewirkt haben. Der weitere Zeitplan für die Oscar-Verleihung ist bereits fest definiert: Die Academy wird am 15. Dezember 2026 die offizielle Shortlist für die Kategorie "Bester internationaler Film" veröffentlichen. Aus diesem Kreis werden anschließend die fünf finalen Nominierten ausgewählt, deren Namen am 21. Januar 2027 bekanntgegeben werden. Die feierliche 99. Oscar-Verleihung ist schließlich für den 14. März 2027 in Los Angeles angesetzt, wo die Preisträger in einer glanzvollen Zeremonie geehrt werden.

Einordnung der Erfolgsaussichten

Einzuordnen ist die Nominierung von "Everytime" als ein starkes Signal für die künstlerische Qualität des deutschen Kinos. Den Berichten zufolge hat der Film durch seinen Erfolg in Cannes bereits bewiesen, dass er ein internationales Publikum und eine anspruchsvolle Jury überzeugen kann. Die Tatsache, dass mit "Gelbe Briefe" und "Von Scham und Geld" zwei weitere deutsche Produktionen aufgrund ihrer Festivalerfolge in den erweiterten Kreis der potenziellen Kandidaten rücken, erhöht die Sichtbarkeit deutscher Filmkunst im globalen Wettbewerb massiv. Dennoch bleibt der Prozess bis zur finalen Verleihung langwierig und hochkompetitiv. Die Einordnung der Chancen ist derzeit schwierig, da die Academy-Mitglieder eine Vielzahl internationaler Einreichungen bewerten müssen. Dennoch ist die Ausgangslage für das deutsche Kino in diesem Jahr so günstig wie selten zuvor, da durch die neuen Qualifikationsregeln die Hürden für eine Berücksichtigung auf der Shortlist für prestigeträchtige Festivalgewinner gesenkt wurden. Es bleibt abzuwarten, ob die Academy die emotionale Kraft von Wollners Drama ebenso hoch bewertet wie die Jury in Cannes.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/mann-menschen-frau-dunkel-27562414/ · Foto: Burak Argun
Quelle: https://www.tagesschau.de/kultur/everytime-film-100.html