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Farbanschlag auf Kika-Figur: Wer hat „Bernd“ versilbert?
Kultur · 22.08.2026 09:53

Farbanschlag auf Kika-Figur: Wer hat „Bernd“ versilbert?

Kurz: Die beliebte Skulptur von Bernd das Brot in Erfurt wurde mit silberner Farbe besprüht. Die Stadtverwaltung spricht vom massivsten Vorfall dieser Art.

Ein unerwarteter Silberglanz für das mürrische Kastenbrot

In der thüringischen Landeshauptstadt Erfurt hat sich das Erscheinungsbild eines der bekanntesten Wahrzeichen über Nacht drastisch verändert. Die rund zwei Meter große Skulptur von „Bernd das Brot“, dem beliebten und chronisch schlecht gelaunten Star des Kinderkanals (Kika), wurde von Unbekannten großflächig mit silberner Farbe besprüht. Was viele Passanten zunächst als ungewöhnliche künstlerische Intervention wahrnahmen, entpuppte sich bei genauerer Betrachtung als ein Fall von Sachbeschädigung. Die Tat ereignete sich in der Nacht zum Freitag, wie die Stadtverwaltung Erfurt mitteilte. Die Skulptur, die seit dem Jahr 2007 ihren festen Platz direkt neben dem Erfurter Rathaus hat, ist normalerweise in ihrem charakteristischen „Brotfarbton“ gehalten. Der nun aufgetragene Silberglanz verleiht dem eigentlich mürrischen Gesichtsausdruck der Figur eine völlig neue, unfreiwillige Ästhetik. Die Stadtverwaltung reagierte prompt und ließ den Vorfall dokumentieren, während die Bewohner und Besucher der Stadt gleichermaßen irritiert auf die Veränderung reagierten. Es ist ein Vorfall, der weit über eine bloße Ordnungswidrigkeit hinausgeht, da die Figur ein zentrales Element der städtischen Identität darstellt.

Details zum Vorfall und die Einschätzung der Stadt

Die Kulturdirektion der Stadt Erfurt hat den Vorfall als den bisher massivsten Angriff auf die im Stadtgebiet verteilten Kika-Figuren eingestuft. Während es in der Vergangenheit bereits kleinere Zwischenfälle gab, stellt die großflächige Versilberung eine neue Qualität der Zerstörung dar. Die Stadtverwaltung teilte mit, dass derzeit intensiv geprüft werde, ob eine schonende Reinigung der Oberfläche möglich ist oder ob tiefergreifende restauratorische Maßnahmen eingeleitet werden müssen, um den ursprünglichen Zustand wiederherzustellen. Über die genaue Schadenshöhe konnten die Verantwortlichen zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch keine verlässlichen Angaben machen. Fest steht lediglich, dass die Arbeit der Restauratoren komplex werden könnte, da die Farbe tief in die Struktur der Skulptur eingedrungen sein könnte. Die Stadtverwaltung betonte in einer ersten Stellungnahme mit einem Augenzwinkern, dass die ohnehin schon notorisch miesepetrige Miene von Bernd durch die silberne Farbe keineswegs fröhlicher geworden sei. Die Skulptur ist nicht nur ein beliebtes Fotomotiv für Touristen, sondern auch ein fester Bestandteil des Stadtbildes, dessen Pflege und Erhalt der Stadtverwaltung am Herzen liegt.

Die Geschichte der Kika-Figuren in Erfurt

Die Präsenz der Kika-Figuren in Erfurt ist eng mit der Geschichte des Senders verknüpft, der seinen Sitz in der thüringischen Landeshauptstadt hat. Neben Bernd das Brot finden sich im gesamten Stadtgebiet weitere bekannte Figuren aus dem Kinderkanal von ARD und ZDF. So sind beispielsweise die Maus und der Elefant aus der „Sendung mit der Maus“ auf dem zentralen Anger platziert, während Käpt'n Blaubär und sein treuer Begleiter Hein Blöd symbolisch durch die Gera schippern. Diese Figuren sind Teil eines Konzepts, das Erfurt als Kinderkanal-Stadt erlebbar machen soll. Die Bernd-Skulptur nimmt dabei eine Sonderrolle ein, da sie seit ihrer Aufstellung im Jahr 2007 zu den meistfotografierten Wahrzeichen der Stadt avancierte. Die Geschichte der Figur ist jedoch auch von zahlreichen Zwischenfällen geprägt, die weit über das aktuelle Ereignis hinausgehen. Bereits im Jahr 2010 wurde die Skulptur mit schwarzen Stiften beschmiert, was damals ebenfalls für Aufsehen sorgte. Die Zerstörungswut trifft regelmäßig auf Unverständnis bei der Bevölkerung, da die Figuren als identitätsstiftend für die Stadt wahrgenommen werden und eine hohe emotionale Bindung bei den Zuschauern des Kinderkanals genießen.

Einordnung der Sachbeschädigung im städtischen Kontext

Einzuordnen ist das Geschehen als ein Angriff auf das öffentliche Eigentum, der durch die Popularität der Figur eine besondere mediale Aufmerksamkeit erfährt. Den Berichten zufolge ist die Stadtverwaltung Erfurt sehr bemüht, den Vorfall nicht nur als Vandalismus zu behandeln, sondern auch die kulturelle Bedeutung der Figur für die Stadt zu unterstreichen. Die Tatsache, dass es sich um den bislang massivsten Vorfall dieser Art handelt, lässt darauf schließen, dass die Stadt künftig möglicherweise über verstärkte Schutzmaßnahmen nachdenken muss. Die öffentliche Wahrnehmung ist gespalten zwischen dem Ärger über die Zerstörung und einer gewissen Faszination für das neue, glänzende Aussehen der Figur. Dennoch bleibt die offizielle Haltung der Stadt klar: Es handelt sich um eine Sachbeschädigung, die nicht toleriert werden kann. Die Figur ist ein Symbol für die Medienlandschaft in Erfurt und deren Bedeutung für das öffentlich-rechtliche Fernsehen. Die Resonanz in der Bevölkerung zeigt, wie sehr das Kastenbrot trotz seiner mürrischen Art in den Alltag der Erfurter integriert ist und als Teil der lokalen Identität wahrgenommen wird.

Die Lücken in der Berichterstattung

Obwohl der Vorfall an sich gut dokumentiert ist, bleiben zahlreiche Fragen offen, die der aktuelle Kenntnisstand nicht beantworten kann. Zunächst ist die Identität der Täter völlig ungeklärt; es gibt bisher keine Hinweise auf mögliche Motive oder Hintergründe der Tat. Auch die Frage, ob es sich um eine gezielte politische Aktion oder reinen Vandalismus handelt, bleibt reine Spekulation. Zudem ist völlig unklar, wie lange die Restaurierung dauern wird und ob die Figur für die Dauer der Arbeiten komplett aus dem Stadtbild entfernt werden muss. Die Stadtverwaltung konnte zudem noch keine Angaben zur genauen Art der verwendeten Farbe machen, was für die Wahl des Reinigungsmittels jedoch entscheidend ist. Es gibt keine Informationen darüber, ob Videoüberwachungen in der Nähe des Rathauses existieren, die bei der Identifizierung der Täter helfen könnten. Auch die Frage, ob die Stadtverwaltung eine Belohnung für Hinweise auslobt, wurde bisher nicht thematisiert. Die Lücken in der Informationslage verdeutlichen, dass die polizeilichen Ermittlungen erst am Anfang stehen und viele Details zum Tathergang noch im Dunkeln liegen.

Der Weg zurück zur Normalität

Wie es mit der Skulptur weitergeht, hängt nun maßgeblich von den Ergebnissen der anstehenden Untersuchungen ab. Die Stadtverwaltung hat angekündigt, dass die Prüfung der Reinigungsmöglichkeiten Priorität hat. Sobald feststeht, ob eine schonende Reinigung ausreicht oder ob die Figur aufwendig neu lackiert werden muss, wird ein Zeitplan für die Wiederherstellung erstellt. Die Erfurter Bürger und Touristen müssen sich also darauf einstellen, dass Bernd das Brot noch eine gewisse Zeit in seinem silbernen Gewand am Rathaus verweilen wird. Es bleibt abzuwarten, ob die Stadt nach Abschluss der Arbeiten Maßnahmen ergreift, um die Figur besser vor zukünftigen Übergriffen zu schützen. Die Geschichte der Figur zeigt, dass sie schon vieles überstanden hat – von der elftägigen Entführung im Jahr 2009 bis hin zur internationalen Anerkennung durch den US-Moderator John Oliver. Auch dieser aktuelle Vorfall wird vermutlich als ein weiteres Kapitel in die wechselhafte Geschichte des Kastenbrotes eingehen. Die Stadtverwaltung Erfurt wird über die weiteren Schritte informieren, sobald neue Erkenntnisse zur Restaurierung vorliegen und eine Entscheidung über die Vorgehensweise getroffen wurde.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/mann-kunst-pinsel-malerei-20511250/ · Foto: Alina Rossoshanska
Quelle: https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien-und-film/medienpolitik/sachbeschaedigung-skulptur-der-kika-figur-bernd-das-brot-in-erfurt-komplett-mit-silberner-farbe-besprueht-accg-201149735.html