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Polizei sucht Zeugen: Wer hat "Bernd das Brot" beschmiert?
Schlagzeilen · 21.08.2026 15:08

Polizei sucht Zeugen: Wer hat "Bernd das Brot" beschmiert?

Kurz: In Erfurt wurde die beliebte Kika-Figur 'Bernd das Brot' mit silberner Farbe beschmiert. Die Polizei sucht nun nach Zeugen der Sachbeschädigung.

Was geschehen ist – die Kernmeldung

In der thüringischen Landeshauptstadt Erfurt ist es zu einem Vorfall gekommen, der bei Fans der bekannten Fernsehfigur „Bernd das Brot“ für Entsetzen sorgt. Unbekannte Täter haben die großformatige Plastik, die als Wahrzeichen und beliebte Attraktion direkt neben dem Erfurter Rathaus aufgestellt ist, massiv beschädigt. Wie die örtliche Polizei am 21. August 2026 mitteilte, wurde die Figur vollständig mit silberner Farbe besprüht. Der Vorfall ereignete sich nach derzeitigem Kenntnisstand in der Nacht. Passanten entdeckten die verunstaltete Statue am Freitag und alarmierten umgehend die Beamten, die vor Ort die Ermittlungen aufnahmen. Trotz einer sofort eingeleiteten Fahndung im unmittelbaren Nahbereich durch eine Polizeistreife konnten keine Tatverdächtigen angetroffen werden. Die Behörden suchen nun aktiv nach Zeugen, die in der fraglichen Nacht Beobachtungen gemacht haben oder Hinweise auf die Identität der Täter geben können. Die Tat wird als Sachbeschädigung gewertet, wobei das Ausmaß der Zerstörung an der prominenten Figur die Stadtverwaltung und die Öffentlichkeit gleichermaßen beschäftigt.

Die Einzelheiten des Vorfalls

Die Ermittlungen konzentrieren sich derzeit auf das Zeitfenster zwischen dem Aufstellen der Figur und der Entdeckung der Tat am Freitag. Die Polizei in Erfurt bestätigte, dass die Figur „vollständig“ mit silberner Farbe überzogen wurde, was auf einen gezielten Akt hindeutet. Die Statue, die aus laminiertem Polyesterharz gefertigt ist, stellt eine besondere Herausforderung für die Reinigung dar, da die Farbe tief in die Oberflächenstruktur eingedrungen sein könnte. Die Stadtverwaltung Erfurt betonte in einer ersten Stellungnahme, dass ein Vandalismus in diesem speziellen Ausmaß an den Kika-Figuren der Stadt bislang beispiellos sei. Besonders bitter ist der Vorfall, da die Figur erst im August 2024 einer umfassenden Frischkur unterzogen wurde. Nach dieser Restaurierung war „Bernd“ in neuem Glanz an seinen angestammten Platz zurückgekehrt. Die Beamten gaben an, dass die exakte Höhe des Sachschadens zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht abschließend beziffert werden konnte, da zunächst die Kosten für die fachgerechte Instandsetzung ermittelt werden müssen. Die Suche nach den Tätern läuft unterdessen auf Hochtouren, wobei die Polizei auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen ist, um die Hintergründe der Tat aufzuklären.

Hintergrund zur Entstehung und Geschichte

Die Figur „Bernd das Brot“ ist weit mehr als nur ein dekoratives Element im Erfurter Stadtbild. Die Fernsehfigur, die für den Kinderkanal Kika entwickelt wurde, ist seit dem Jahr 2000 auf Sendung und genießt bei Zuschauern jeden Alters Kultstatus. Die Plastik selbst wurde im Jahr 2007 in Erfurt aufgestellt und von den Bildhauern Frank Meyer sowie dem 2025 verstorbenen Thomas Lindner entworfen. Sie besteht aus robustem, laminiertem Polyesterharz, das den Witterungseinflüssen im Freien standhalten soll. Die Schöpfer der Figur, Tommy Krappweis und Norman Cöster, haben mit „Bernd“ eine Identifikationsfigur geschaffen, die weit über die Grenzen Thüringens hinaus bekannt ist. Die aktuelle Farbattacke reiht sich in eine Liste von Vorfällen ein, die das Schicksal der Figur in der Vergangenheit bereits mehrfach in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt haben. Dass die Plastik nun zum Ziel von Vandalismus wurde, ist für die Stadtverwaltung ein herber Rückschlag, da die Figur als festes Element der lokalen Kultur und des Tourismus fest in der Erfurter Innenstadt verankert ist und regelmäßig von Besuchern und Einheimischen gleichermaßen aufgesucht wird.

Die Beteiligten und Betroffenen

Betroffen von der Aktion ist in erster Linie die Stadtverwaltung Erfurt, die für die Instandhaltung der öffentlichen Kunstwerke verantwortlich zeichnet. Die Polizeiinspektion Erfurt führt die Ermittlungen und ist die zentrale Anlaufstelle für Zeugenhinweise. Die Stadtverwaltung äußerte sich besorgt über die Schwere der Sachbeschädigung und wies explizit auf die erst kürzlich abgeschlossenen Restaurierungsarbeiten hin. Die Schöpfer der Figur, Tommy Krappweis und Norman Cöster, sind zwar nicht direkt in die Ermittlungen eingebunden, doch bleibt ihre Kreation das zentrale Objekt des öffentlichen Interesses. Auch die Erinnerung an den Bildhauer Thomas Lindner, der 2025 verstarb, schwingt bei der Diskussion um den Erhalt der Plastik mit, da sein Werk nun Ziel mutwilliger Zerstörung wurde. Die Passanten, die den Vorfall am Freitag meldeten, agierten als wichtige Zeugen, die den Stein für die polizeilichen Maßnahmen ins Rollen brachten. Die Behörden betonen, dass jede Information, auch wenn sie zunächst unbedeutend erscheinen mag, für den Ermittlungserfolg von Bedeutung sein kann, um die Täter zur Rechenschaft zu ziehen.

Einordnung des Vorfalls

Einzuordnen ist das Geschehen als ein schwerer Fall von Vandalismus an einem identitätsstiftenden Objekt der Stadt. Den Berichten zufolge stellt die Beschädigung eine Zäsur dar, da die Stadtverwaltung explizit betont, dass ein derartiger Angriff auf die Kika-Figuren in der Vergangenheit nicht vorgekommen ist. Die Tat wirkt besonders provokant, da die Figur erst vor einem Jahr aufwendig restauriert wurde, was den finanziellen und ideellen Schaden unterstreicht. Historisch gesehen ist „Bernd das Brot“ in Erfurt kein Unbekannter, wenn es um ungewöhnliche Ereignisse geht. Bereits 2009 erlangte die Plastik bundesweite Aufmerksamkeit, als sie entführt wurde. Damals steckte ein politischer Konflikt um das besetzte ehemalige Topf-&-Söhne-Gelände hinter der Tat. Elf Tage später tauchte die 125 Kilogramm schwere Figur in der Nähe einer ehemaligen Kaserne in Nohra wieder auf. Der aktuelle Vorfall unterscheidet sich jedoch in seiner Natur: Während es 2009 um eine politische Botschaft ging, deutet die bloße Beschmierung mit Farbe eher auf puren Vandalismus oder eine gezielte Provokation gegen das Symbol der Figur hin. Die Bewertung der Tat durch die Öffentlichkeit ist geprägt von Unverständnis über die Zerstörung eines beliebten Wahrzeichens.

Offene Fragen und Lücken im Sachverhalt

Der vorliegende Sachverhalt lässt eine Reihe von Fragen offen, die für das Verständnis des Vorfalls von zentraler Bedeutung wären. Zunächst bleibt völlig unklar, wer die Täter sind und welches Motiv sie verfolgt haben könnten. Während die Entführung von 2009 einen klaren politischen Hintergrund hatte, gibt es für die Farbattacke derzeit keinerlei Hinweise auf ein politisches oder ideologisches Bekennerschreiben. Auch die genaue Uhrzeit der Tat konnte bisher nicht eingegrenzt werden, da lediglich der Zeitpunkt der Entdeckung durch Passanten am Freitag bekannt ist. Es bleibt zudem offen, ob es Videoaufzeichnungen aus dem Bereich des Rathauses gibt, die bei der Identifizierung der Täter helfen könnten. Ebenso ist die Frage nach der Reinigungsmethode und den damit verbundenen Kosten noch nicht geklärt. Da die Figur aus laminiertem Polyesterharz besteht, ist unklar, ob die silberne Farbe ohne bleibende Schäden an der Oberfläche entfernt werden kann oder ob eine erneute, aufwendige Restaurierung notwendig wird. Auch ob die Tat im Zusammenhang mit anderen Vandalismusvorfällen in der Stadt steht, bleibt derzeit reine Spekulation, da die Ermittlungen noch am Anfang stehen.

Wie es weitergeht

Die polizeilichen Ermittlungen dauern an, wobei die Beamten weiterhin auf Zeugenhinweise angewiesen sind. Sobald neue Erkenntnisse aus der Fahndung vorliegen, wird die Polizei über den weiteren Verlauf informieren. Die Stadtverwaltung muss nun entscheiden, wie die Instandsetzung der Figur konkret angegangen wird. Hierzu wird vermutlich ein Fachbetrieb hinzugezogen werden müssen, der auf die Reinigung von Kunstobjekten aus Polyesterharz spezialisiert ist. Ein Zeitplan für die Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands der Figur wurde bisher nicht kommuniziert. Es ist davon auszugehen, dass die Stadtverwaltung ein hohes Interesse daran hat, die beliebte Figur so schnell wie möglich wieder in ihrem gewohnten Zustand der Öffentlichkeit zu präsentieren. Ob die Polizei ihre Präsenz im Bereich des Rathauses nach diesem Vorfall verstärken wird, bleibt abzuwarten. Die Bevölkerung ist dazu aufgerufen, bei verdächtigen Wahrnehmungen im Umfeld der Kika-Figuren weiterhin wachsam zu sein und die Polizei umgehend zu informieren, um weitere derartige Taten zu verhindern.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/oldtimer-polizeiauto-auf-stadtstrasse-29613798/ · Foto: Alexandr Meadow
Quelle: https://www.zdfheute.de/panorama/bernd-das-brot-farbattacke-erfurt-100.html