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"Falsche Bewegung" - Wenders schneidet Nacktszene mit Nastassja Kinski aus Film
Technik · 31.07.2026 18:57

"Falsche Bewegung" - Wenders schneidet Nacktszene mit Nastassja Kinski aus Film

Kurz: Regisseur Wim Wenders und Schauspielerin Nastassja Kinski beenden ihren langjährigen Streit um eine Nacktszene im Filmklassiker „Falsche Bewegung“.

Ein filmisches Erbe wird bereinigt

Der Regisseur Wim Wenders und die Schauspielerin Nastassja Kinski haben eine langjährige Kontroverse beigelegt. Im Zentrum des Konflikts stand eine Nacktszene aus dem gemeinsamen Filmprojekt „Falsche Bewegung“ aus dem Jahr 1975. Wie beide Parteien in einer offiziellen Stellungnahme über die Wenders Stiftung bekannt gaben, wurde eine einvernehmliche Lösung gefunden, die den Weg für eine unbelastete Betrachtung des Werkes ebnen soll.

Hintergrund der Auseinandersetzung

Der Film „Falsche Bewegung“ entstand in einer Zeit, in der Nastassja Kinski erst 13 Jahre alt war. In einer etwa zweiminütigen Sequenz ist die junge Schauspielerin mit nacktem Oberkörper zu sehen. Diese Darstellung war über Jahre hinweg Gegenstand intensiver Diskussionen und persönlicher Bitten Kinskis an den Regisseur, die entsprechende Passage aus dem Film zu entfernen. Der Wunsch der Schauspielerin zielte darauf ab, den Fokus auf die künstlerische Substanz des Films zu lenken, ohne dass diese durch die umstrittene Szene überlagert wird.

Die Entwicklung der Haltung

Der Prozess der Aufarbeitung vollzog sich über einen längeren Zeitraum. Bereits im Mai dieses Jahres äußerte sich Wim Wenders im Rahmen des Deutschen Filmpreises kritisch zu seiner damaligen Entscheidung. Er räumte ein, dass er die Szene aus heutiger Sicht nicht mehr in dieser Form realisieren würde. Diese öffentliche Reflexion markierte einen Wendepunkt in der Debatte. Anfang Juni zog Wenders den Film zunächst aus dem Verkehr, was als Vorbote für die nun getroffene Entscheidung gewertet werden kann.

Zielsetzung der Einigung

Die nun getroffene Übereinkunft dient vor allem der Wiederherstellung eines freundschaftlichen Verhältnisses zwischen Wenders und Kinski. Beide Beteiligten betonten, dass die Erinnerung an den Film nicht länger durch den jahrelangen Konflikt überschattet werden solle. Durch die Entfernung der Sequenz soll sichergestellt werden, dass die künstlerische Leistung und die historische Bedeutung des Films in den Vordergrund rücken, ohne dass die Debatte um die Nacktszene die Wahrnehmung des Werkes dominiert.

Einordnung und Ausblick

Die Entscheidung, ein Werk nachträglich zu bearbeiten, ist in der Filmgeschichte ein seltener, aber bedeutsamer Schritt. Sie zeigt den Wandel gesellschaftlicher Standards und die Bereitschaft von Filmschaffenden, sich mit der eigenen Vergangenheit auseinanderzusetzen. Für die Rezeption von „Falsche Bewegung“ bedeutet dies, dass künftige Fassungen ohne die beanstandete Sequenz auskommen werden. Damit endet ein Kapitel, das sowohl die persönliche Beziehung zwischen Regisseur und Darstellerin als auch die ethische Diskussion über den Umgang mit Minderjährigen am Set über Jahre hinweg geprägt hat.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/vintage-apple-ii-computer-zur-ausstellung-37148213/ · Foto: Ruben Boekeloo
Quelle: https://www.deutschlandfunk.de/wenders-schneidet-nacktszene-mit-nastassja-kinski-aus-film-100.html