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Falsche Bankmitarbeiter schlagen in Diemelstadt und Volkmarsen zu: Zeugen von Abholungen an Haustür gesucht
Regional · 08.09.2026 14:41

Falsche Bankmitarbeiter schlagen in Diemelstadt und Volkmarsen zu: Zeugen von Abholungen an Haustür gesucht

Kurz: Betrüger täuschten Seniorinnen in Diemelstadt und Volkmarsen als Bankmitarbeiter. Die Polizei sucht nach Zeugen der dreisten Kartenabholungen an der Haustür.

Was geschehen ist – die Kernmeldung ausführlich

Am vergangenen Donnerstag kam es im Landkreis Waldeck-Frankenberg zu einer Serie von perfiden Betrugsdelikten, bei denen sich ein bislang unbekannter Täter als Bankmitarbeiter ausgab. Der Mann, der vermutlich einer organisierten Bande angehört, suchte gezielt zwei hochbetagte Seniorinnen in den Kommunen Diemelstadt und Volkmarsen auf. Durch geschickte Manipulation am Telefon gelang es ihm, das Vertrauen der Frauen zu erschleichen und sie zur Herausgabe ihrer EC-Karten samt der dazugehörigen persönlichen Identifikationsnummern (PIN) zu bewegen. In beiden Fällen suchte der Täter anschließend die Wohnanschriften der Opfer auf, um die Karten persönlich in Empfang zu nehmen. Noch bevor die Betroffenen den Schwindel bemerkten und eine Sperrung der Konten veranlassen konnten, nutzte der Täter die erbeuteten Daten, um Bargeld in Höhe von mehreren tausend Euro abzuheben. Die Kriminalpolizei in Kassel hat die Ermittlungen aufgenommen und sucht nun intensiv nach Zeugen, die den Täter bei den Abholungen beobachtet haben könnten oder Hinweise zu dessen Identität geben können.

Die Einzelheiten – Zahlen, Namen, Orte und Zeitangaben

Die erste Tat ereignete sich gegen die Mittagszeit in Diemelstadt-Rhoden. Eine hochbetagte Seniorin erhielt einen Anruf auf ihrem Festnetzanschluss. Der Täter behauptete, es gäbe Probleme mit ihrem Konto, das sich angeblich im Minus befinde. Die Frau händigte ihre zwei Bankkarten gegen 12:30 Uhr an ihrer Haustür in der Nähe des Freibads Rhoden an den vermeintlichen Bankmitarbeiter aus. Der Schwindel flog erst nach einem anschließenden Telefonat mit einem Angehörigen auf. Am Nachmittag folgte der zweite Vorfall im Stadtkern von Volkmarsen. Hier wurde eine weitere Rentnerin durch ein Telefonat in Sorge um ihr Vermögen versetzt, woraufhin der Täter an ihrer Haustür erschien und die Bankkarte mitsamt PIN entgegennahm. Auch hier bemerkten die Opfer den Betrug erst, nachdem bereits Geld abgehoben worden war. Der Täter wird als Mann mit dunkelblondem, kurzem Haar beschrieben. Er trug eine schwarze Lederjacke, unter der ein weißes Oberteil sichtbar war, dazu eine schwarze Hose und weiße Schuhe. Hinweise nimmt die Kasseler Kripo unter der Telefonnummer 0561-9100 entgegen.

Hintergrund – der bisherige Verlauf der Betrugsmasche

Die Vorgehensweise des Täters deutet auf eine systematische Vorbereitung hin. Indem er sich als Bankmitarbeiter ausgab, nutzte er gezielt das Vertrauensverhältnis zwischen Kunden und Kreditinstituten aus. Die Behauptung, das Konto befinde sich im Minus, diente als psychologisches Druckmittel, um die Seniorinnen in eine Stresssituation zu versetzen und ihre Urteilsfähigkeit zu schwächen. Durch diese geschickte Gesprächsführung am Telefon konnte er die Frauen dazu bringen, ihm die PIN preiszugeben – eine Information, die Bankmitarbeiter niemals am Telefon oder an der Haustür abfragen würden. Die Tatsache, dass der Täter innerhalb weniger Stunden an zwei verschiedenen Orten im Landkreis Waldeck-Frankenberg zuschlug, lässt darauf schließen, dass er mobil agierte und die Opfer gezielt für seine Zwecke ausspähte. Die Polizei geht davon aus, dass der Täter Teil einer größeren, bislang unbekannten Betrügerbande ist, die diese Masche möglicherweise auch in anderen Regionen anwendet, um sich auf Kosten älterer Menschen zu bereichern.

Die Beteiligten – wer ist betroffen und wer ermittelt

Betroffen sind zwei Seniorinnen aus den Ortschaften Diemelstadt und Volkmarsen, die durch die Täuschung ihr Erspartes verloren haben. Die Ermittlungen werden durch das Polizeipräsidium Nordhessen geführt, wobei die Kasseler Kriminalpolizei die Federführung übernommen hat. Als Ansprechpartner für die Presse fungiert Daniel Kalus-Nitzbon, der Pressesprecher des Polizeipräsidiums Nordhessen in Kassel. Er koordiniert die Öffentlichkeitsarbeit und bittet die Bevölkerung um Mithilfe bei der Identifizierung des Täters. Die Polizei ist auf die Aufmerksamkeit der Anwohner angewiesen, um den flüchtigen Betrüger zu fassen. Da die Taten im öffentlichen Raum – an den Haustüren der Opfer – stattfanden, hoffen die Beamten auf Zeugen, die den Mann bei seinem Erscheinen oder bei der Flucht gesehen haben könnten. Die Behörden betonen, dass solche Betrugsversuche durch eine erhöhte Wachsamkeit im persönlichen Umfeld der Senioren oft frühzeitig erkannt werden könnten, wenn Angehörige oder Nachbarn über die gängigen Betrugsmaschen informiert sind.

Einordnung – was die Vorfälle bedeuten

Einzuordnen ist das Geschehen als ein klassisches, aber hochgradig gefährliches Beispiel für den sogenannten Enkeltrick oder verwandte Formen des Callcenter-Betrugs. Den Berichten zufolge ist die psychologische Manipulation das zentrale Werkzeug der Täter. Dass der Täter persönlich an der Haustür erschien, um die Karten abzuholen, unterstreicht die Dreistigkeit des Vorgehens. Es ist ein alarmierendes Signal, dass es dem Täter gelang, gleich zweimal an einem Tag erfolgreich zu sein. Die Polizei bewertet die Situation als ernst, da die Täter keine Skrupel zeigen, hochbetagte Menschen in eine finanzielle Notlage zu bringen. Die Tatsache, dass die Karten erst nach dem Abheben gesperrt werden konnten, zeigt, wie schnell die Täter agieren. Es ist davon auszugehen, dass die Bande über eine logistische Struktur verfügt, die es ihr ermöglicht, die erbeuteten Daten unmittelbar nach der Übergabe in Bargeld umzuwandeln, um eine Rückverfolgung oder eine Kontosperrung zu verhindern.

Offene Fragen – was der Quelltext nicht beantwortet

Der vorliegende Quelltext lässt einige wesentliche Fragen offen, die für den weiteren Verlauf der Ermittlungen von Bedeutung sein könnten. So bleibt unklar, ob der Täter in beiden Fällen mit einem Fahrzeug unterwegs war und welches Kennzeichen dieses gegebenenfalls trug. Zudem wird nicht explizit erwähnt, ob es weitere Komplizen gab, die beispielsweise als Fahrer oder Telefonisten im Hintergrund agierten, obwohl von einer "Betrügerbande" die Rede ist. Auch zur genauen Schadenshöhe in den jeweiligen Fällen gibt es keine detaillierten Angaben, außer der vagen Umschreibung von "mehreren tausend Euro". Es bleibt zudem offen, ob der Täter bei den Telefonaten die Identität real existierender Bankmitarbeiter aus der Region vortäuschte oder ob er lediglich allgemein als Bankangestellter auftrat. Auch ist nicht bekannt, ob die Täter die Opfer anhand von öffentlich zugänglichen Daten wie Telefonbüchern gezielt ausgewählt haben oder ob es andere Wege gab, an die Kontaktdaten der Seniorinnen zu gelangen.

Wie es weitergeht – nächste Schritte der Ermittler

Die Polizei setzt nun auf die Mithilfe aus der Bevölkerung, um den Täter zu identifizieren. Die Ermittler der Kasseler Kriminalpolizei rufen dazu auf, jede verdächtige Beobachtung im Zusammenhang mit den genannten Vorfällen in Diemelstadt und Volkmarsen zu melden. Die Telefonnummer 0561-9100 ist für Hinweise rund um die Uhr erreichbar. Zukünftige Schritte hängen maßgeblich davon ab, ob Zeugen den Täter bei den Abholungen an den Haustüren oder auf seinem Weg dorthin gesehen haben. Sollten sich weitere Betroffene melden, die ähnliche Anrufe erhalten haben, könnte dies den Ermittlern helfen, ein Bewegungsprofil des Täters zu erstellen. Die Polizei wird zudem ihre Präventionsarbeit intensivieren, um ältere Menschen vor derartigen Betrugsmaschen zu warnen. Es ist davon auszugehen, dass die Polizei die Ermittlungen mit Hochdruck fortsetzt, um eine weitere Serie zu verhindern und die Hintermänner der Bande zu ermitteln, sobald erste konkrete Hinweise auf die Identität des Abholers vorliegen.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/historisches-rathaus-in-kothen-deutschland-36984524/ · Foto: Wolfgang Weiser
Quelle: https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/44143/6348074