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EU-Kommission: TikTok soll Minderjährige besser schützen
Technik · 24.07.2026 13:05

EU-Kommission: TikTok soll Minderjährige besser schützen

Kurz: Die EU-Kommission sieht beim Kinder- und Jugendschutz auf TikTok gravierende Mängel. Die Plattform soll nun ihre Voreinstellungen für Minderjährige nachbessern.

Mängel beim Schutz Minderjähriger auf TikTok

Die Europäische Kommission hat im Rahmen eines laufenden Ermittlungsverfahrens gegen die Social-Media-Plattform TikTok neue, vorläufige Erkenntnisse veröffentlicht. Demnach erfüllt das zum chinesischen Bytedance-Konzern gehörende Netzwerk die Anforderungen an den Kinder- und Jugendschutz nicht in ausreichendem Maße. Im Fokus der Kritik stehen insbesondere die Standardeinstellungen für Konten von minderjährigen Nutzern, die nach Ansicht der Brüsseler Behörde nicht mit den Vorgaben des Digital Services Act (DSA) vereinbar sind.

Risiken durch öffentliche Profile

Die Kommission bemängelt, dass jugendliche Nutzer auf TikTok derzeit einer zu breiten Öffentlichkeit ausgesetzt sind. Öffentliche Konten führen laut den Untersuchungsergebnissen dazu, dass Minderjährige leicht auffindbar sind. Dies berge erhebliche Risiken, etwa durch unerwünschte Kontaktaufnahmen durch potenzielle Straftäter oder eine erhöhte Gefahr von Cybermobbing.

Selbst wenn Jugendliche ihre Profile in den Privatmodus schalten, sieht die Kommission Sicherheitslücken: Über die Followerlisten seien die Nutzer dennoch weiterhin leicht zu identifizieren. Die EU-Behörde betont, dass der Digital Services Act Plattformen dazu verpflichtet, ein hohes Schutzniveau für junge Menschen bereits in die Gestaltung der Dienste zu integrieren. Laut Kommissionsvizepräsidentin Henna Virkkunen dürfe Sicherheit kein optionales Feature sein, sondern müsse als Standardeinstellung fest verankert werden.

Forderungen an die Plattformbetreiber

Brüssel fordert TikTok nun dazu auf, die Kontoeinstellungen für Minderjährige grundlegend zu überarbeiten. Das Ziel ist eine striktere Privatsphäre: Inhalte von jugendlichen Nutzern sollten demnach nur noch für Personen sichtbar sein, denen die Kontoinhaber explizit zugestimmt haben. Die Kommission hat TikTok nun die Gelegenheit eingeräumt, zu den vorläufigen Ergebnissen Stellung zu beziehen oder entsprechende Anpassungen an der Plattform vorzunehmen.

Hintergrund und rechtlicher Rahmen

Das aktuelle Verfahren gegen TikTok wurde bereits im Februar 2024 eingeleitet. Neben dem Jugendschutz hatte die Kommission bereits in der Vergangenheit die Suchtgefahr der Plattform sowie die mangelnde Transparenz bei Werbeanzeigen kritisiert.

Obwohl sich das Unternehmen in der Vergangenheit kooperativ gezeigt hat – unter anderem durch direkte Gespräche zwischen TikTok-CEO Shou Zi Chew und Kommissionsvizepräsidentin Virkkunen im Mai 2025 –, unterstreicht die Kommission den Ernst der Lage. Sollten die Mängel nicht behoben werden, sieht der Digital Services Act empfindliche Sanktionen vor. Diese können bis zu 6 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes des Unternehmens betragen.

Politische Debatte über Altersgrenzen

Die Untersuchung ist eingebettet in eine breitere europäische Debatte über die Regulierung digitaler Angebote. Parallel zu den Verfahren gegen einzelne Plattformen wird in der EU intensiv über strengere, allgemeingültige Altersgrenzen für soziale Netzwerke diskutiert. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat für die Zeit nach dem Sommer einen Vorschlag für ein weiteres Vorgehen angekündigt. Die aktuellen Vorwürfe gegen TikTok könnten dabei als Argumentationsgrundlage für eine Verschärfung der gesetzlichen Rahmenbedingungen dienen, um den Schutz von Kindern und Jugendlichen im digitalen Raum langfristig zu gewährleisten.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/smartphone-display-bildschirm-festhalten-13797846/ · Foto: greenwish _
Quelle: https://www.heise.de/news/EU-Kommission-TikTok-soll-Minderjaehrige-besser-schuetzen-11377570.html?wt_mc=rss.red.ho.ho.atom.beitrag.beitrag