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Entlassung bei „FIFA World Cup“-Studio: Das Spiel ist aus!
Kultur · 05.08.2026 15:28

Entlassung bei „FIFA World Cup“-Studio: Das Spiel ist aus!

Kurz: Das Videospiel „FIFA World Cup: Launch Edition“ floppt massiv. Die Folge: Das verantwortliche Entwicklerstudio steht vor der Auflösung und entlässt Personal.

Ein ambitioniertes Projekt mit ernüchterndem Ausgang

Was als Versuch der FIFA begann, den Markt für Fußballsimulationen neu zu definieren, hat sich zu einem wirtschaftlichen und spielerischen Desaster entwickelt. Die „FIFA World Cup: Launch Edition“ konnte weder die hohen Erwartungen der Fans erfüllen noch die erhofften Erfolge erzielen. Die Konsequenzen für die Beteiligten sind drastisch: Das mit der Entwicklung beauftragte Studio Refractor Games hat laut Berichten von Branchenportalen wie „Gamesbeat“ und „Insider Gaming“ rund 80 bis 85 Prozent seiner Belegschaft entlassen. Einige Quellen deuten sogar auf eine vollständige Auflösung des Studios hin.

Der Hintergrund: Ein Bruch mit der Tradition

Der Ursprung dieses Scheiterns liegt in einer strategischen Neuausrichtung des Fußballweltverbandes. Nach dem Auslaufen der langjährigen und lukrativen Partnerschaft mit Electronic Arts (EA) – der Verband forderte eine Milliarde Dollar für eine vierjährige Lizenzverlängerung, was EA als zu kostspielig ablehnte – suchte die FIFA nach eigenen Wegen. Der Verband entschied sich für eine Kooperation mit dem US-Publisher Delphi Interactive.

Das Ziel war ein eigenes Videospiel, das exklusiv über Netflix-Games in der Cloud verfügbar gemacht wurde. Die technische Umsetzung sah dabei vor, das Smartphone als Controller zu nutzen. Während FIFA-Präsident Gianni Infantino vollmundig neue Standards für das Genre versprach, blieb die Realität weit hinter diesen Ambitionen zurück.

Kritik an Spielmechanik und Qualität

Spieler und Experten, die das Produkt seit Mitte Juni testen konnten, äußerten sich vernichtend. Die spielerische Qualität wurde als veraltet eingestuft, wobei Vergleiche zu Simulationen aus einer Zeit vor 15 Jahren gezogen wurden. Die Atmosphäre des Titels wird als lieblos und wenig mitreißend beschrieben.

Obwohl Netflix das Spiel intern als einen der erfolgreichsten Cloud-Gaming-Titel der eigenen Geschichte bezeichnete, stützt sich diese Aussage laut Medienberichten vermutlich lediglich auf die anfänglichen Nutzerzahlen nach dem Start. Eine nachhaltige Bindung der Spieler blieb aus, was angesichts der technischen Mängel wenig überrascht.

Einbrüche in der Gaming-Branche

Der Fall um das FIFA-Projekt ist symptomatisch für eine Branche, die nach einem pandemiebedingten Boom nun mit einer Welle von Entlassungen kämpft. Wenn Videospiele hinter den finanziellen Erwartungen zurückbleiben, reagieren die Unternehmen oft mit massiven Stellenstreichungen. Die FIFA-Produktion reiht sich damit in eine Serie von Projekten ein, die den hohen Druck im aktuellen Marktumfeld nicht standhalten konnten.

Weitere Herausforderungen für den Verband

Die gescheiterte Videospiel-Initiative ist jedoch nur ein Teil einer Reihe von Rückschlägen für den Weltverband. Parallel dazu sieht sich die FIFA mit Kritik an ihren Plänen konfrontiert, die Rechte an der Fußball-Weltmeisterschaft an Investoren zu veräußern. Diese Vorhaben stießen auf massiven Widerstand, unter anderem durch die UEFA, was den Verband dazu zwang, Krisensitzungen einzuberufen.

Zudem stehen Vorwürfe im Raum, die sich auf das Finanzgebaren des Verbandes beziehen. So wirft der jordanische Verbandschef Ali bin al-Hussein dem FIFA-Präsidenten vor, dem jordanischen Team Preisgelder vorzuenthalten. Die Kombination aus sportpolitischen Kontroversen und einem missglückten Ausflug in die Welt der digitalen Unterhaltung unterstreicht die schwierige Phase, in der sich die Organisation aktuell befindet.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/science-world-in-vancouver-an-einem-sonnigen-tag-38104079/ · Foto: The Six
Quelle: https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien-und-film/medienpolitik/fifa-faehrt-mit-videospiel-fifa-world-cup-launch-edition-vor-die-wand-201097136.html