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Endspurt beim Kakteenhaus im Botanischen Garten
Regional · 27.07.2026 16:42

Endspurt beim Kakteenhaus im Botanischen Garten

Kurz: Das neue Kakteenhaus im Botanischen Garten Kassel steht kurz vor der Vollendung. Die meisten Pflanzen sind bereits umgezogen, der Außenbereich folgt im Herbst.

Was geschehen ist – die Kernmeldung

Im Botanischen Garten der Stadt Kassel befindet sich ein bedeutendes Bauprojekt in der finalen Phase. Das neue Kakteenhaus, welches als Ersatz für eine durch ein Unwetter zerstörte Anlage dient, ist weitgehend fertiggestellt. Die Verantwortlichen der Stadtverwaltung sowie Vertreter der beteiligten Fachgruppen konnten sich jüngst vor Ort ein Bild vom Fortschritt der Arbeiten machen. Der Großteil der wertvollen Kakteensammlung hat bereits seinen neuen Standort bezogen und wurde in die dafür vorgesehenen Beete eingepflanzt. Während das Gebäude selbst bis auf wenige Details vollendet ist, konzentrieren sich die Arbeiten nun auf die abschließende Gestaltung des Innenraums sowie die Vorbereitungen für die kommenden Bauabschnitte im Außenbereich. Mit diesem Projekt schafft die Stadt Kassel nicht nur einen funktionalen Ort für die Unterbringung botanischer Raritäten, sondern wertet die denkmalgeschützte Anlage des Botanischen Gartens durch moderne, energieeffiziente Architektur nachhaltig auf. Die Fertigstellung markiert einen wichtigen Meilenstein für die städtische Gartenkultur, da die Anlage nun wieder in einem zeitgemäßen Rahmen präsentiert werden kann.

Die Einzelheiten – Fakten, Namen und Orte

Der Baufortschritt wurde bei einem Vor-Ort-Termin am 27. Juli 2026 begutachtet. Zu den Anwesenden zählten die Stadtklimarätin Simone Fedderke, die Leiterin des Umwelt- und Gartenamts Dr. Anja Starick sowie die Leiterin des Botanischen Gartens, Christine Schneider. Unterstützt wurde das Projekt maßgeblich durch die Kakteenfreunde „Friedrich Ritter“, vertreten durch Elmar Sänger, Dieter Rüsseler, Manfred Böhm und Jürgen Kröhle. Die bauliche Umsetzung erfolgte unter Beteiligung der Firma AGON-Bau. Die Gestaltung des Innenraums umfasst nun farblich abgestimmte Pflanzbeete, einen Natursteinpflasterbelag sowie den Einsatz von Findlingen, die ein authentisches Wüsten- und Prärieambiente erzeugen sollen. Ein besonderes technisches und gestalterisches Merkmal sind die großzügigen Panoramascheiben. Diese ermöglichen es Besuchern, die Sammlung auch außerhalb der regulären Öffnungszeiten von außen zu betrachten. Die Bepflanzung erfolgte in einer strategischen Reihenfolge: Zuerst wurden die großformatigen Exemplare platziert, um eine räumliche Struktur zu schaffen, gefolgt von der kleinteiligen Bepflanzung. Damit ist die Sammlung, die nach dem Hagelunwetter vom 22. Juni 2023 vorübergehend auf dem Betriebsgelände des Umwelt- und Gartenamts untergebracht werden musste, nun wieder an ihrem angestammten Ort.

Hintergrund – Der Weg zum Neubau

Die Notwendigkeit für das neue Kakteenhaus ergab sich aus einem schwerwiegenden Wetterereignis in der Vergangenheit. Am 22. Juni 2023 zog ein Hagelunwetter über Kassel hinweg, das das damalige Kakteenschauhaus so schwer beschädigte, dass ein Weiterbetrieb nicht mehr möglich war. Die wertvolle Sammlung an Kakteen und Sukkulenten musste daraufhin evakuiert werden. Die Pflanzen wurden in einem anderen Gewächshaus auf dem Betriebsgelände des Umwelt- und Gartenamts untergebracht, wo sie die Zeit bis zur Fertigstellung des Neubaus überdauerten. Dieser Vorfall gab den Anstoß für eine grundlegende Modernisierung. Das neue Gebäude wurde unter dem Aspekt der Zukunftsfähigkeit und Energieeffizienz konzipiert. Es ersetzt nicht nur die zerstörte Substanz, sondern fügt sich in die denkmalgeschützte Gesamtanlage des Botanischen Gartens ein. Die Stadt Kassel verfolgte dabei das Ziel, ein attraktives Umfeld zu schaffen, das sowohl den hohen Anforderungen der Pflanzenpflege gerecht wird als auch den Besuchern ein verbessertes botanisches Erlebnis bietet. Der Prozess der Wiederherstellung war dabei stets von einer engen Kooperation zwischen der städtischen Verwaltung und dem ehrenamtlichen Fachwissen der Kakteenfreunde geprägt, was den Erfolg des Projekts sicherte.

Die Beteiligten – Institutionen und Personen

Das Projekt wird durch eine Vielzahl an Akteuren getragen. Auf städtischer Seite ist die Stadtklimarätin Simone Fedderke die politische Entscheidungsträgerin, die die Bedeutung des Projekts für die Stadt Kassel unterstreicht. Die operative Leitung liegt beim Umwelt- und Gartenamt unter der Führung von Dr. Anja Starick. Christine Schneider, als Leiterin des Botanischen Gartens, koordiniert die fachliche Betreuung und betont die Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements für die Pflege der Anlage. Eine zentrale Rolle bei der Umsetzung nehmen die Kakteenfreunde „Friedrich Ritter“ ein. Mitglieder wie Elmar Sänger, Dieter Rüsseler, Manfred Böhm und Jürgen Kröhle haben nicht nur bei der Bepflanzung tatkräftig mitgewirkt, sondern bilden auch die Basis für den zukünftigen Betrieb und die Pflege der Sammlung. Die Firma AGON-Bau zeichnet als ausführendes Unternehmen für die bauliche Realisierung verantwortlich. Gemeinsam bilden diese Akteure ein Netzwerk, das sowohl die fachliche Expertise als auch die notwendigen Ressourcen bereitstellt, um den Botanischen Garten als attraktiven Standort für Besucher und Pflanzen zu erhalten.

Einordnung – Bedeutung und Bewertung

Einzuordnen ist das Projekt als eine deutliche Aufwertung des Botanischen Gartens. Den Berichten zufolge stellt der Neubau eine signifikante Verbesserung gegenüber dem Zustand vor dem Unwetter dar. Die Architektur mit ihren Panoramascheiben wird als ein Element bewertet, das die Attraktivität für die Öffentlichkeit steigert, da die Pflanzen nun auch dann sichtbar sind, wenn das Gebäude geschlossen ist. Dies ist ein moderner Ansatz in der musealen und botanischen Präsentation. Die Stadtverwaltung betont zudem die energetische Komponente, was im Kontext aktueller Klimaziele für öffentliche Gebäude von hoher Relevanz ist. Die Einbeziehung der ehrenamtlichen Kakteenfreunde ist als ein strategisch wichtiges Element zu werten, da die Pflege einer solchen Sammlung spezialisiertes Wissen erfordert, das über die reguläre Gartenarbeit hinausgeht. Die gesamte Anlage wird durch die Fertigstellung der Außenanlagen und des neuen WC-Hauses in den kommenden Monaten eine infrastrukturelle Stärkung erfahren, die den Botanischen Garten als Ausflugsziel für die Region Kassel langfristig sichert.

Offene Fragen – Was noch unklar bleibt

Obwohl der Fortschritt des Projekts detailliert beschrieben wird, bleiben einige Aspekte im Quelltext unbeantwortet. So wird beispielsweise nicht konkretisiert, welche Gesamtkosten für den Bau des neuen Kakteenhauses und der dazugehörigen Außenanlagen angefallen sind. Auch über die genaue Anzahl der umgezogenen Pflanzen oder die spezifische Zusammensetzung der Sammlung gibt der Text keine Auskunft. Es wird zwar erwähnt, dass das Gebäude nicht dauerhaft geöffnet sein wird, jedoch fehlen Informationen zu den konkreten zukünftigen Öffnungszeiten für Besucher. Ebenso bleibt offen, wie die Finanzierung der laufenden Unterhaltskosten nach der Fertigstellung gesichert wird. Auch die Frage, wie viele neue ehrenamtliche Mitglieder die Kakteenfreunde „Friedrich Ritter“ konkret benötigen, um den Betrieb vollumfänglich abzusichern, wird nicht beziffert. Die langfristige Strategie zur Vermeidung von Schäden bei künftigen Unwetterereignissen wird zwar durch den Bau moderner Gewächshäuser angedeutet, eine explizite technische Erläuterung der Hagelsicherheit der neuen Konstruktion fehlt jedoch im vorliegenden Bericht.

Wie es weitergeht – Zeitplan und nächste Schritte

Die Arbeiten im Botanischen Garten sind noch nicht vollständig abgeschlossen. Für den Monat August sind die Vorbereitungen für den Einbau einer Zisterne terminiert, deren eigentliche Installation im Herbst erfolgen soll. Ebenfalls für den Herbst ist die Gestaltung der Außenanlagen rund um die beiden Gewächshäuser vorgesehen, um ein harmonisches Gesamtbild zu erzielen. Ein weiterer wichtiger Schritt ist für Mitte September geplant: Dann startet der Neubau des WC-Hauses, das die Infrastruktur für die Besucher vervollständigen wird. Parallel zu diesen baulichen Maßnahmen suchen die Kakteenfreunde „Friedrich Ritter“ aktiv nach neuen ehrenamtlichen Unterstützern, die sich in die Pflege der Kakteen und Sukkulenten einbringen möchten. Interessierte sind dazu aufgerufen, sich zu melden, um die Arbeit im neuen Haus zu begleiten. Die Stadtverwaltung geht davon aus, dass mit diesen Schritten die Großbaustelle im Botanischen Garten zeitnah beendet werden kann, womit das Areal wieder vollständig für die Öffentlichkeit zur Verfügung stehen wird.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/ruhiger-nachmittagsspaziergang-im-frankfurter-park-28550279/ · Foto: nana
Quelle: https://www.kassel.de/pressemitteilungen/juni/umzug_kakteen_botanischer-garten.php