News aus aller Welt
Start
Elektroauto: 94 Prozent befragter E-Auto-Fahrer wollen nicht zurück zum Verbrenner
Technik · 03.09.2026 10:35

Elektroauto: 94 Prozent befragter E-Auto-Fahrer wollen nicht zurück zum Verbrenner

Kurz: Eine aktuelle BDEW-Umfrage zeigt: 94 Prozent der E-Auto-Fahrer würden sich wieder für ein Elektrofahrzeug entscheiden. Reichweitenängste schwinden nach dem Kauf

Ein deutliches Bekenntnis zur Elektromobilität

Die Elektromobilität in Deutschland erfährt durch eine aktuelle Erhebung des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) eine bemerkenswerte Bestätigung. Die veröffentlichten Daten, die am 3. September 2026 bekannt wurden, zeichnen ein überaus positives Bild der Zufriedenheit unter denjenigen, die bereits den Umstieg auf ein batterieelektrisches Fahrzeug vollzogen haben. Die zentrale Erkenntnis der Untersuchung ist, dass die überwältigende Mehrheit der E-Auto-Besitzer nicht mehr zu einem Fahrzeug mit Verbrennungsmotor zurückkehren möchte. Insgesamt 94 Prozent der Befragten gaben an, dass sie sich bei einem erneuten Fahrzeugkauf wieder für ein Elektroauto entscheiden würden. Dabei entfällt der größte Anteil von 66 Prozent auf die klare Antwort "ja, auf jeden Fall", während weitere 28 Prozent mit "eher ja" votierten. Nur eine verschwindend geringe Minderheit von einem Prozent schließt einen erneuten Kauf eines Elektroautos kategorisch aus, während fünf Prozent eher skeptisch eingestellt sind. Diese Zahlen unterstreichen, dass die praktische Erfahrung mit der Technologie die anfängliche Skepsis, die viele potenzielle Käufer vor der Anschaffung hegen, in der Regel vollständig auflöst.

Die Details der Umfrageergebnisse

Die Erhebung des BDEW liefert detaillierte Einblicke in die Einstellung der Nutzer. Neben der hohen Wiederkaufsrate ist auch die Weiterempfehlungsquote ein Indikator für die hohe Zufriedenheit unter den Fahrern. So gaben 60 Prozent der Befragten an, dass sie den Kauf eines Elektroautos auf jeden Fall weiterempfehlen würden, weitere 34 Prozent tendieren mit "eher ja" in diese Richtung. Besonders aufschlussreich ist der Vergleich der Prioritäten vor und nach dem Fahrzeugkauf. Vor der Anschaffung waren für die Interessenten Themen wie die Reichweite (66 Prozent), die Lademöglichkeiten zu Hause (57 Prozent) und die Betriebskosten die entscheidenden Faktoren. Nach der tatsächlichen Nutzung des Fahrzeugs im Alltag veränderten sich diese Einschätzungen jedoch massiv. Die Reichweite wurde nach dem Kauf nur noch von drei Prozent als großes Problem und von neun Prozent als kleines Problem wahrgenommen. Auch das Laden in den eigenen vier Wänden stellte sich für die Nutzer als deutlich unproblematischer dar, als sie es vor dem Kauf vermutet hatten: Nur zwei Prozent sahen darin ein großes und vier Prozent ein kleines Hindernis. Ähnlich verhält es sich bei den Betriebskosten, die für die große Mehrheit der Nutzer nach dem Kauf keine nennenswerten Probleme mehr darstellen.

Verschiebung der Sorgen: Vom Laden zum Wertverlust

Während die klassischen "Angstthemen" der Elektromobilität – also Reichweite und Ladeinfrastruktur – nach der Anschaffung in den Hintergrund rücken, zeigt die Umfrage eine interessante Verschiebung der Sorgen. Ein Thema hat nach dem Kauf an Bedeutung gewonnen: die Angst vor einem Wertverlust des Fahrzeugs. Vor dem Kauf sahen insgesamt nur 18 Prozent der Befragten den Wertverlust als ein Problem an. Nach der Anschaffung stieg dieser Wert jedoch an: 15 Prozent stufen dies nun als großes Problem ein, weitere 24 Prozent als kleines Problem. Dies deutet darauf hin, dass die Nutzer zwar mit der technischen Leistung und Alltagstauglichkeit ihrer Fahrzeuge sehr zufrieden sind, jedoch eine gewisse Unsicherheit bezüglich der langfristigen wirtschaftlichen Werthaltigkeit ihrer Investition auf dem Gebrauchtwagenmarkt verspüren. Den Berichten zufolge scheint die Sorge um die Technik selbst durch die tägliche Routine vollständig entkräftet zu werden, während ökonomische Aspekte des Wiederverkaufs stärker in den Fokus rücken.

Die Rolle der öffentlichen Ladeinfrastruktur

Ein weiterer zentraler Aspekt der BDEW-Umfrage ist die Bewertung der öffentlichen Ladeinfrastruktur. Unter den Befragten, die regelmäßig auf öffentliche Ladepunkte zurückgreifen, zeigt sich eine überwiegend positive Bilanz. 55 Prozent der Nutzer gaben an, dass das Angebot an Ladepunkten ihre Erwartungen sogar übertroffen habe. Für 36 Prozent entspricht das Angebot dem, was sie erwartet hatten, während lediglich neun Prozent von der Situation enttäuscht sind. Interessant ist zudem der Vergleich zur Umfrage aus dem Vorjahr: Die Bedeutung öffentlicher Ladepunkte hat für die Fahrer zugenommen. Besonders deutlich ist der Trend bei Schnellladehubs im innerstädtischen Bereich, deren Relevanz von 21 auf 39 Prozent gestiegen ist. Im Gegensatz dazu ist der Anteil des Ladens zu Hause leicht gesunken, von 82 auf 75 Prozent. Dies könnte darauf hindeuten, dass die Nutzer zunehmend flexibler werden und die öffentliche Infrastruktur als ergänzende oder notwendige Säule ihrer Mobilität stärker in den Alltag integrieren.

Einordnung der Ergebnisse und methodische Grenzen

Einzuordnen ist das so: Die Umfrage des BDEW liefert ein starkes Argument für die Alltagstauglichkeit der Elektromobilität, da sie die subjektive Zufriedenheit derer misst, die bereits täglich mit der Technologie leben. Die Diskrepanz zwischen den Befürchtungen vor dem Kauf und der Realität danach ist eklatant und deutet darauf hin, dass die öffentliche Debatte oft von theoretischen Ängsten geprägt ist, die in der Praxis kaum eine Rolle spielen. Dennoch ist eine wichtige Einschränkung zu beachten: Die Umfrage ist lediglich in Bezug auf die Verteilung der Befragten auf die verschiedenen Bundesländer repräsentativ, nicht jedoch für die gesamte deutsche Bevölkerung. Die Ergebnisse spiegeln also die Erfahrungen der aktuellen E-Auto-Fahrer wider, lassen sich aber nicht eins zu eins auf den Bevölkerungsquerschnitt übertragen. Die Stichprobe konzentriert sich auf eine Gruppe, die sich bereits aktiv für den Umstieg entschieden hat, was bei der Interpretation der hohen Zufriedenheitswerte berücksichtigt werden muss. Die Daten sind somit ein wertvolles Stimmungsbild der Nutzer, aber keine allgemeingültige Prognose für alle Autofahrer in Deutschland.

Offene Fragen und Lücken in der Datenlage

Trotz der detaillierten Auswertung durch den BDEW bleiben einige Fragen offen, die der vorliegende Quelltext nicht beantwortet. So wird beispielsweise nicht spezifiziert, welche Fahrzeugmodelle die Befragten nutzen, was einen Einfluss auf die Zufriedenheit mit der Reichweite haben könnte. Auch die demografische Zusammensetzung der Befragten – etwa ob es sich primär um private Halter oder Dienstwagenfahrer handelt – bleibt unklar. Ebenso wenig wird thematisiert, inwieweit die Wohnsituation der Befragten (Eigenheim mit Lademöglichkeit versus Mietwohnung) ihre Zufriedenheit mit der Ladeinfrastruktur beeinflusst. Es fehlen zudem genauere Angaben darüber, welche Faktoren den Anstieg der Sorge vor dem Wertverlust konkret befeuert haben. Die Umfrage gibt keine Auskunft darüber, ob die Befragten bereits negative Erfahrungen mit dem Wiederverkauf gemacht haben oder ob es sich lediglich um eine allgemeine Marktbeobachtung handelt. Auch die Dauer der Fahrzeugnutzung, also wie lange die Befragten bereits elektrisch fahren, wird nicht explizit als Variable in den Ergebnissen aufgeführt, was für die Einordnung der "Reichweitenangst" jedoch eine entscheidende Rolle spielen könnte.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/auto-fahrzeug-weiss-modern-17792316/ · Foto: Vitali Adutskevich
Quelle: https://www.golem.de/news/elektroauto-94-prozent-befragter-e-auto-fahrer-wollen-nicht-zurueck-zum-verbrenner-2609-212586.html