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Echzell: Sechsjähriger entdeckt 1.700 Jahre alte Römermünze auf Kita-Gelände
Technik · 28.07.2026 19:52

Echzell: Sechsjähriger entdeckt 1.700 Jahre alte Römermünze auf Kita-Gelände

Kurz: Ein sechsjähriger Junge hat in Echzell beim Spielen auf seinem Kita-Gelände eine 1.700 Jahre alte römische Münze entdeckt. Ein Fund mit archäologischem Potenzia

Ein unerwarteter Schatz im Sandkasten

Beim alltäglichen Spielen auf dem Gelände der Kindertagesstätte Lilliput in Echzell-Bingenheim stieß der sechsjährige Ole auf ein Objekt, das weit in die Geschichte der Region zurückreicht. Was zunächst wie ein gewöhnlicher Fund beim Buddeln aussah, entpuppte sich bei näherer Betrachtung als eine rund 1.700 Jahre alte römische Münze. Trotz der deutlichen Spuren der Zeit, erkennbar an der grünlichen Patina und der stark abgenutzten Prägung, erkannte der Junge den besonderen Charakter seines Fundstücks.

Historische Einordnung des Fundes

Die zuständige Kreisarchäologie des Wetteraukreises konnte das Objekt als sogenannten Follis identifizieren. Nach den vorliegenden Erkenntnissen wurde die Münze nach dem Jahr 337 nach Christus unter Kaiser Constans geprägt, einem Sohn Konstantins des Großen.

Dieser Zeitraum ist historisch besonders aufschlussreich: Die römische Herrschaft in der Wetterau war zu diesem Zeitpunkt bereits abgeschlossen. Die Region war von germanischen Stämmen besiedelt worden, die dort neue Siedlungsstrukturen schufen. Dennoch verdeutlichen Funde wie der von Ole, dass auch nach dem Abzug der Römer ein reger Austausch zwischen den germanischen Bewohnern und dem linksrheinisch gelegenen Römischen Reich bestand.

Archäologische Bedeutung für die Region

Für die Fachwelt ist der Fundort von besonderem Interesse. Bisher war das Areal um die Kindertagesstätte nicht als Fundstelle aus der Spätantike registriert. Archäologen prüfen nun, ob der Follis ein Indiz für eine bisher unbekannte Siedlungsaktivität oder eine Fundstelle am Rande der Horloff sein könnte.

Bezirksarchäologe Hardy Prison ordnet das Ereignis zudem als bemerkenswert ein: Ole zählt damit zu den jüngsten Entdeckern, die jemals in den offiziellen Ortsakten des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen verzeichnet wurden.

Nachforschungen am Fundort

Um zu klären, ob es sich um ein isoliertes Stück handelt oder ob weitere Artefakte im Boden verborgen liegen, führten Experten des Wetteraukreises eine gezielte Nachsuche auf dem Kita-Gelände durch. Unter der Beobachtung der Kinder untersuchte das Team den Boden erneut. Dabei kamen jedoch keine weiteren römischen Münzen zum Vorschein. Die einzigen weiteren Funde waren Münzen aus der D-Mark-Ära, namentlich ein Zehnpfennig- sowie zwei Fünfpfennigstücke.

Die römische Münze wird nun offiziell in der Fundstellenkartei der Abteilung hessenArchäologie beim Landesamt für Denkmalpflege archiviert. Auch wenn das Stück keinen hohen materiellen Wert besitzt, ist sein wissenschaftlicher Wert für die Erforschung der regionalen Geschichte von Bedeutung.

Historische Funde in der Wetterau

Der Fund in Echzell reiht sich in eine Serie bemerkenswerter Entdeckungen in der Region ein. Erst wenige Wochen zuvor hatte die zwölfjährige Lilly Then in der nahegelegenen Stadt Büdingen einen Bronzearmring aus der frühen Eisenzeit entdeckt. Dieses etwa 2.700 Jahre alte Schmuckstück ist mittlerweile im Museum Keltenwelt am Glauberg ausgestellt und unterstreicht die archäologische Dichte des Wetteraukreises.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/person-hande-entspannung-madchen-4968493/ · Foto: www.kaboompics.com
Quelle: https://www.tagesschau.de/inland/regional/hessen/hr-echzell-sechsjaehriger-entdeckt-1-700-jahre-alte-roemermuenze-auf-kita-gelaende-100.html