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Drohnenabwehr wird ausgebaut - Bund verstärkt Schutz an Flughäfen
Politik · 10.08.2026 16:43

Drohnenabwehr wird ausgebaut - Bund verstärkt Schutz an Flughäfen

Kurz: Die Bundesregierung reagiert auf Sicherheitsvorfälle: Die Bundespolizei baut ihre Drohnenabwehr massiv aus, um Flughäfen künftig besser zu schützen.

Massive Aufstockung der Sicherheitskräfte

Angesichts zunehmender Bedrohungen durch unbemannte Flugobjekte plant das Bundesinnenministerium eine deutliche Erweiterung der Abwehrkapazitäten. Nach einer Weisung von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) soll die spezialisierte Einheit der Bundespolizei auf 300 Einsatzkräfte anwachsen. Ursprünglich war lediglich mit etwa 130 Kräften geplant worden. Diese Spezialisten haben den Auftrag, Drohnen im Umfeld von Flughäfen präzise zu orten, abzufangen und bei akuter Gefahr unschädlich zu machen.

Strategische Neuausrichtung der Standorte

Um auf Bedrohungslagen schneller und flexibler reagieren zu können, wird die geografische Präsenz der Einheiten ausgeweitet. Statt der bisher vorgesehenen vier Stützpunkte soll es künftig acht Standorte für die Drohnenabwehr in Deutschland geben. Wo genau diese Zentren entstehen, wurde vom Ministerium noch nicht bekannt gegeben. Ziel ist es, mobile Kräfte und technische Ausrüstung kurzfristig an die Orte zu verlegen, an denen sie benötigt werden – ein Vorgehen, das bereits nach dem Vorfall am Flughafen Leipzig/Halle erfolgreich praktiziert wurde.

Technologische Innovation und Forschung

Neben der personellen Aufstockung investiert der Bund in die technische Infrastruktur an großen Verkehrsflughäfen. Parallel dazu wird die Forschung vorangetrieben: Am 18. August nimmt das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Cochstedt, Sachsen-Anhalt, ein neues Technologiezentrum für Drohnensicherheit in Betrieb. Dort sollen Experten neue Verfahren entwickeln und erproben, um die Erkennung und Abwehr von Drohnen technisch zu verbessern.

Hintergrund: Der Vorfall in Leipzig/Halle

Die aktuelle Debatte wurde durch einen sicherheitskritischen Vorfall am Flughafen Leipzig/Halle ausgelöst. Dort wurde eine mit dem Sprengstoff Semtex bestückte Drohne in der Nähe ukrainischer Frachtmaschinen entdeckt. Berichten zufolge deuten Aufnahmen von Überwachungskameras darauf hin, dass die Drohne gezielt auf die Tragfläche eines ukrainischen Flugzeugs gesteuert wurde. Der Sprengsatz zündete jedoch nicht; er wurde später in einiger Entfernung vom Aufprallort gefunden. Sicherheitskreise gehen davon aus, dass der Flugkörper von technisch versierten Akteuren modifiziert wurde.

Debatte um rechtliche Rahmenbedingungen

Der Vorfall hat eine politische Diskussion über die rechtlichen Befugnisse bei der Drohnenabwehr entfacht. Während die Bundesregierung betont, die aktuelle Rechtslage sei ausreichend, fordern andere Stimmen, wie etwa Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU), eine Anpassung des Grundgesetzes. Er argumentiert, dass bei Drohnenangriffen die Grenze zwischen innerer und äußerer Sicherheit verschwimme, was Einsätze der Bundeswehr im Inland erleichtern könnte. Bisher ist das Grundgesetz in dieser Frage aufgrund historischer Erfahrungen sehr restriktiv und trennt die Aufgaben von Militär und Polizei strikt. Inlandseinsätze der Bundeswehr sind aktuell nur in sehr eng begrenzten Ausnahmefällen, etwa bei der Katastrophenhilfe, zulässig.

Die Sicherheitsbehörden stehen vor der Herausforderung, auf die hybride Bedrohungslage zu reagieren, ohne die bewährten verfassungsrechtlichen Strukturen infrage zu stellen. Die kommenden Schritte konzentrieren sich daher primär auf den Ausbau der polizeilichen Kapazitäten und die technologische Aufrüstung, um die kritische Infrastruktur der Luftfahrt besser gegen unbefugte Drohneneingriffe abzusichern.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/atemberaubender-blick-auf-das-neue-rathaus-in-hannover-deutschland-34949499/ · Foto: John Netrebchuk
Quelle: https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/bundespolizei-drohnenabwehr-sicherheit-100.html