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Doordash darf in den USA per Flugdrohne liefern
Politik · 29.07.2026 21:41

Doordash darf in den USA per Flugdrohne liefern

Kurz: Der Lieferdienst Doordash hat in den USA die FAA-Zulassung für kommerzielle Drohnenflüge erhalten. Das Unternehmen plant den Aufbau eines eigenen Logistiksystem

Grüne Licht für Drohnenlieferungen in den USA

Der Lieferdienst Doordash hat einen bedeutenden Meilenstein für seine logistische Zukunft erreicht. Die US-Luftverkehrsbehörde FAA (Federal Aviation Administration) hat dem Unternehmen die sogenannte „Part 135“-Genehmigung erteilt. Diese Lizenz erlaubt es Doordash, kommerzielle Drohnenflüge über bewohntem Gebiet durchzuführen, auch wenn sich das Fluggerät dabei außerhalb der direkten Sichtweite des Piloten befindet. Damit ist Doordash das achte Unternehmen in den Vereinigten Staaten, das eine solche behördliche Erlaubnis vorweisen kann.

Strategische Neuausrichtung der Logistik

Obwohl die Genehmigung ein wichtiger formaler Schritt ist, betont das Unternehmen, dass der kommerzielle Betrieb weit mehr erfordert als nur die Flugerlaubnis. Bisher setzte Doordash bei Testflügen auf die Technologie der Alphabet-Tochter Wing. Nun arbeitet das Unternehmen jedoch an der Entwicklung eigener Fluggeräte, die exakt auf die spezifischen Anforderungen des Lieferdienstes zugeschnitten sein sollen.

Die Verantwortlichen bei Doordash unterstreichen, dass die eigentliche Herausforderung nicht allein in der Luftfahrttechnik liegt. Vielmehr müsse eine umfassende Infrastruktur am Boden geschaffen werden. Dazu gehören unter anderem:

* Systeme zur Echtzeit-Inventarisierung

* Universelle Übergabepunkte an Geschäften

* Lösungen für die Zustellung an Hintertüren oder Dächern

Das Ziel ist es, ein ganzheitliches System zu etablieren, das Drohnenlieferungen im großen Maßstab für alle angeschlossenen Händler – von großen Ketten bis hin zu kleinen Gewerbetreibenden – ermöglicht.

Effizienzsteigerung durch Drohnen-Einsatz

Das Programm, das unter dem Namen „Doordash Air“ läuft, zielt primär auf Lieferungen in mittleren Distanzen ab. Geplant sind Flugstrecken zwischen vier und acht Kilometern. Diese Entfernungen stellen für die aktuelle Logistik eine Lücke dar: Für den Einsatz von Lieferrobotern wie dem firmeneigenen Modell „Dot“ sind diese Strecken oft zu lang. Gleichzeitig sind sie bei menschlichen Lieferfahrern weniger beliebt, da die Rückwege nach einer Zustellung in entlegenen Gebieten oft leer absolviert werden müssen, was die Effizienz und die Verdienstmöglichkeiten schmälert.

Durch den Einsatz von Drohnen sollen die Lieferkosten langfristig gesenkt werden. Dennoch stellt das Unternehmen klar, dass die menschliche Arbeitskraft nicht vollständig durch Drohnen ersetzt werden kann. Die Fluggeräte stoßen bei schweren oder besonders großen Bestellungen an ihre Grenzen und sind zudem nicht in der Lage, Treppen in Mehrparteienhäusern zu bewältigen.

Kontext und Ausblick

Doordash ist international breit aufgestellt und betreibt unter seiner Marke Geschäfte in den USA, Kanada, Australien sowie Neuseeland. In den beiden letztgenannten Ländern wurden bereits erste Erfahrungen mit Drohnenlieferungen gesammelt. Im deutschsprachigen Raum ist das Unternehmen indirekt durch seine Tochtergesellschaft Wolt sowie durch die britische Zweigstelle Deliveroo präsent.

Ein konkreter Zeitplan für den Start des kommerziellen Drohnenbetriebs in den USA wurde bisher nicht kommuniziert. Die kommenden Schritte werden sich voraussichtlich auf die technische Verfeinerung der eigenen Fluggeräte sowie den Aufbau der notwendigen Bodeninfrastruktur konzentrieren, um den Betrieb in die bestehende Lieferkette zu integrieren.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/reichstag-20988555/ · Foto: Paul Scheelen
Quelle: https://www.heise.de/news/Doordash-darf-in-den-USA-per-Flugdrohne-liefern-11384021.html?wt_mc=rss.red.ho.ho.atom.beitrag.beitrag