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Donau: Ungarns AKW Paks entgeht in Hitzewelle knapp der Abschaltung
Technik · 04.08.2026 11:10

Donau: Ungarns AKW Paks entgeht in Hitzewelle knapp der Abschaltung

Kurz: Das ungarische Atomkraftwerk Paks stand aufgrund historisch niedriger Pegelstände der Donau kurz vor einer vollständigen Abschaltung.

Kritische Pegelstände gefährden Energieversorgung

Das ungarische Atomkraftwerk Paks, das als zentraler Pfeiler der nationalen Energieversorgung gilt, hat eine beispiellose Krise durchlebt. Aufgrund der extremen Hitzewelle, die derzeit weite Teile Europas erfasst, sank der Wasserstand der Donau auf historische Tiefstwerte. Da das Kraftwerk, das sich etwa 100 Kilometer südlich von Budapest befindet, auf das Flusswasser zur Kühlung angewiesen ist, drohte ein vollständiger Stillstand der Anlage.

Nach Angaben des ungarischen Ministerpräsidenten Peter Magyar fehlten in der Nacht zum 4. August 2026 nur wenige Millimeter, um den Betrieb der Reaktoren komplett einzustellen. Erst ein leichter Anstieg des Wasserpegels um 1,5 Zentimeter in den Morgenstunden konnte den drohenden Shutdown in letzter Minute abwenden.

Eingeschränkter Betrieb und massive Drosselung

Die Auswirkungen der Hitzewelle auf die Kapazitäten des AKW Paks sind gravierend. Während die Anlage unter normalen Bedingungen rund ein Drittel des ungarischen Strombedarfs deckt, läuft sie derzeit lediglich im Minimalbetrieb. Aktuell ist nur noch eine einzige Turbine aktiv, die eine Leistung von 240 Megawatt erbringt. Dies entspricht laut dem ungarischen Landesenergieamt (OAH) lediglich zwölf Prozent der regulären Gesamtleistung des Kraftwerks.

Ein vollständiges Herunterfahren der Reaktorblöcke wäre ein historisches Ereignis gewesen, da es seit der Inbetriebnahme des ersten Blocks im Jahr 1982 zu keiner Zeit zu einer derartigen Komplettabschaltung gekommen ist. Zwar konnte der Betrieb durch den leichten Anstieg des Donaupegels seit dem 4. Juli 2026 vorerst stabilisiert werden, doch die Situation bleibt aufgrund der klimatischen Bedingungen angespannt.

Aufruf zum sparsamen Umgang mit Energie

Die Unterversorgung durch das AKW Paks reißt eine signifikante Lücke in die nationale Stromproduktion. Um einen Zusammenbruch des Netzes zu verhindern, hat die ungarische Regierung frühzeitig reagiert. Ministerpräsident Magyar appellierte bereits vor Tagen an die Bevölkerung sowie an die Industrie, den Energieverbrauch drastisch zu reduzieren.

Die Maßnahmen zeigen Wirkung: Nach offiziellen Angaben konnte der Stromverbrauch des Landes im Vergleich zu einem gewöhnlichen Sommertag um mehr als 500 Megawatt gesenkt werden. Zahlreiche Unternehmen haben ihre Betriebsabläufe angepasst, um insbesondere in den abendlichen Spitzenzeiten den Energiebedarf zu minimieren. Offizielle Anordnungen zur weiteren Drosselung oder erzwungene Abschaltungen wurden bisher nicht verhängt, doch die Lage verdeutlicht die Abhängigkeit der kritischen Infrastruktur von stabilen Umweltbedingungen.

Kontext und Ausblick

Die aktuelle Situation in Paks unterstreicht die Verwundbarkeit konventioneller Kraftwerke gegenüber den Folgen des Klimawandels. Wenn Flüsse als Kühlwasserquelle aufgrund von Dürreperioden ausfallen, geraten thermische Kraftwerke, die auf konstante Temperaturen und Wassermengen angewiesen sind, unter massiven Druck. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob sich die hydrologische Lage der Donau nachhaltig entspannt oder ob das Land weiterhin auf strikte Sparmaßnahmen angewiesen bleibt, um die Versorgungssicherheit aufrechtzuerhalten.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/vintage-desktop-computer-mit-monitor-und-tastatur-37148217/ · Foto: Ruben Boekeloo
Quelle: https://www.golem.de/news/donau-ungarns-akw-paks-entgeht-in-hitzewelle-knapp-der-abschaltung-2608-211571.html